Werbung

Region |


Nachricht vom 11.11.2007    

Synode: Kraft des Evangeliums

Über eins waren sich die Synodalen aus 16 evangelischen Kirchengemeinden im Kreis Altenkirchen einig: Die bereits angefangenen Projekte müssen vorangetrieben werden. Gleichzeitig will der Kirchenkreis diszipliniert die Konsolidierung der Finanzen fortsetzen und den Menschen ein anziehendes und überzeugendes Zeugnis von der Kraft des Evangeliums abgeben.

synode

Kreis Altenkirchen. Trotz positiver Rahmendaten – 2007 stiegen bereits im zweiten Jahr die Kirchensteuer-Einnahmen – will der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen diszipliniert die Konsolidierung der Finanzen fortsetzen und entschlossen den Umbauprozess der Kirche vorantreiben, so dass diese "zunehmend ein die Menschen anziehendes und überzeugendes Zeugnis von der Kraft des Evangeliums abgeben kann". Wie in ihrem Votum zur Finanzlage – der 6,7 Millionen Euro-Etat (nur ausgeglichen durch Rücklagen-Entnahme) wurde einstimmig von der Herbstsynode, die am Freitag und Samstag in Altenkirchen tagte, verabschiedet – zeigten die Synodalen aus den 16 evangelischen Kirchengemeinden Beständigkeit, ihre in der Vergangenheit bereits angefangenen Projekte voranzutreiben, um den Spielraum zu nutzen, in dem noch aktiv Zukunftsperspektiven entwickelt werden können. Neben den finanziellen und personellen Weichenstellungen gehören für die rund 70 Synodalen zu ihrer "Zukunftsarbeit" auch die Weiterarbeit am "Projekt Regionenbildung". Die Kreissynode wurde von Superintendent Eckhard Dierig (Kirchen) darüber informiert, dass sich derzeit im Kirchenkreis vier Regionen gebildet haben, die sich gemeinsam auf die Suche nach Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Synergieeffekten und Einsparungsmöglichkeiten machen wollen. Die Region A wird dabei aus den Kirchengemeinden Daaden, Friedewald, Gebhardshain und Herdorf gebildet, die Region B besteht aus Betzdorf, Freusburg, Kirchen und Wissen, die Region C bilden Almersbach, Altenkirchen und Hilgenroth, die Region D vereint Birnbach, Flammersfeld, Mehren und Schöneberg. Die Synode bat mit großer Mehrheit, die Regionalisierungsarbeit fortzusetzen.
Auf der Herbstsynode 2008 in Daaden sollen die Regionen über die konkreten Planungen – auch zur Pfarrstellen-Situation – berichten. Alle Entscheidungen im Kirchenkreis sollen künftig die Regionen im Blick haben – so das Votum der Synode.
Doch diejenigen, die künftig den Regionen-Prozes vorantreiben, müssen zunächst bei den am 24. Februar anstehenden Presbyteriumswahlen noch in den Kirchengemeinden gewählt werden. Erstmals werden zu diesem Termin alle Mitglieder eines Presbyteriums für eine vierjährige Amtszeit neu gewählt. Die von der Landessynode beschlossene Änderung des Presbyter-Wahlgesetzes mit der auf vier Jahre verkürzten Amtszeit soll eigentlich den Effekt haben, das sich mehr Menschen für das kirchliche Leitungs-Ehrenamt begeistern lassen. "Ob dieser Effekt allerdings eintritt, zeichnet sich derzeit noch nicht ab", gab Superintendent Eckhard Dierig in seinem Bericht an die Synode zweifelnd zu. Eine Blitzumfrage in den Gemeinden – derzeit läuft noch die Aufstellung der Kandidatenlisten – ergab für den Superintendenten, dass es in vielen Gemeinden noch nicht sicher ist, ob es ausreichend Kandidaten für Wahlverfahren geben wird. Dierig erinnerte daran, dass in keiner anderen Landeskirche die Bedeutung der Presbyterien so hoch sei wie in der Evangelischen Kirche im Rheinland und dass man nicht auf eine Legitimation des Leitungsgremiums durch die Gemeinden verzichten dürfe.
Im Anschluss an die Presbyteriumswahlen wird im Frühjahr auch eine neukonstituierte Kreissynode ihre Arbeit aufnehmen. Damit die erforderlichen Wahlen zu Ämtern und Ausschüssen in der Synode erfolgen können, muss bereits bei der Frühjahrssynode (30./31. Mai in Wissen) ein Nominierungsausschuss gewählt werden, der der Herbstsynode entsprechende Vorschläge unterbreitet. Doch auch dafür gibt es bereits Vorarbeiten. So entschied man nun in Altenkirchen, dass dem Nominierungsausschuss der Status eines Fachausschusses zugebilligt wird, so dass der jeweilige Vorsitzende (derzeit ist es Ingeborg Bauch aus Wissen), Sitz und Stimme in der Synode hat.
Im Leitungsgremium des Kirchenkreises, dem Kreissynodalvorstand (KSV), wird es im kommenden Jahr durch Wahlen eventuell Veränderungen geben; eine Position musste allerdings bereits jetzt durch Wahl ergänzt werden. KSV-Mitglied Holger Schneider (Daaden) verzog aus dem Kirchenkreis und musste damit nach siebenjähriger Amtszeit sein Mandat niederlegen. Ulrike Thiel-Schmidt aus Altenkirchen wurde mehrheitlich in das vakante Amt als Synodalälteste gewählt. In eine Stellvertreter-Position des KSV wählte die Synode Hildegard Stein (Daaden).
Da Holger Schneider neben den Aktivitäten im KSV zusätzlich eine herausragende Rolle als Vorsitzender des Jugendausschusses im Kirchenkreis hatte (seit 1988 war er Mitglied des Ausschusses und seit 2000 dessen Vorsitzender) gab es hier auch Nachwahlen. Annette Uebach aus Niederfischbach wurde als Vorsitzende mit großer Mehrheit gewählt und wird künftig ebenfalls der Synode angehören.
Superintendent Eckhard Dierig dankte Holger Schneider für sein langjähriges, vielfältiges Engagement in Kirchenkreis und Synode und hob in seiner Dankesrede noch einmal das "Abschiedsgeschenk" Schneiders für den Kirchenkreis hervor: Der versierte Fachmann hat jüngst eine Software entwickelt, die eine Neugestaltung der Notfallseelsorger-Alarmierung im Kreis Altenkirchen überhaupt erst möglich macht.
Abschied nehmen hieß es in der Kreissynode auch von zwei weiteren langjährigen Aktiven. Superintendent Eckhard Dierig dankte seinen ehemaligen Pfarrerkollegen Ulrich Dietrich (früher Wissen) und Jürgen Schaal (Hamm), die in den Ruhestand verabschiedet wurden. Neben ihrer Tätigkeit als Gemeindepfarrer waren sie auch mit synodalen Aufgaben betraut gewesen. Während sich Pfarrer Schaal für die Kindergottesdienst-Arbeit engagierte, hatte Pfarrer Dietrich Ämter im KSV, aber vor allem als Diakoniepfarrer, in der Altenhilfe und im Betreuungsverein inne.
Die "Globalisierung" war Schwerpunktthema der Frühjahrssynode 2007 in Friedewald, und dieses Thema wird auch die Landessynode 2008 beschäftigen. Arbeitsergebnisse der Frühjahrssynode hat der Kreismissionsausschuss in den vergangenen Monaten zusammengetragen, aufbereitet und Empfehlungsbeschlüsse für die Landessynode vorbereitet. So konnte nun die Synode unter anderem entscheiden, dass für den Kirchenkreis fünf "Mini-Weltläden" angeschafft werden, die über das Schulreferat und die vier Regionen die Ideen des weltweiten fairen Handels noch stärker in das Bewusstsein vor Ort rücken sollen.
Zukunftsfähige Wege will der Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen nicht nur mit der Regionenbildung beschreiten, sondern auch mit synodalen Struktur-Veränderungen. Parallelstrukturen sollen möglichst vermieden und Synergieeffekte ausgenutzt werden. Wie das aussehen könnte, wurde in den vergangenen Monaten in einem Beispiel-Bereich getestet. Alle kirchlich Aktiven, die mit "Bildungsarbeit" zu tun haben, setzten sich zusammen und erarbeiteten die "qualitätsfördernde Bündelung von Kompetenzen". Pfarrerin Andrea Aufderheide, Berufsschulpfarrerin in Wissen und auch Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland, berichtete der Kreissynode von Kooperationsmodellen und Vernetzungen, aber auch von Einspar-Potentialen.
Diese positiven Erfahrungen des Arbeitsbereiches Bildung vor Augen, werden – so der Beschluss der Synode – nun auch die übrigen Fachbereiche gemeinsam tagen und ihre Arbeitsergebnisse schnell weiterleiten, damit zur Frühjahrssynode ein endgültiger Beschluss zur künftigen Struktur der Ausschussarbeit abgestimmt werden kann.
xxx
Superintendent Eckhard Dierig (links stehend) verabschiedete bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen am Wochenende in Altenkirchen auch langjährige Mitglieder und Amtsträger der Synode. Künftig nicht mehr dabei sind (von links) der ehemalige Gemeindepfarrer Ulrich Dietrich (vormals Wissen), KSV-Mitglied und langjähriger Vorsitzender des Jugendausschausses Holger Schneider (Daaden) und der ehemalige Gemeindepfarrer in Hamm, Jürgen Schaal. Fotos: Petra Stroh


Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Synode: Kraft des Evangeliums

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Position des Kreisfeuerwehrinspekteur im Kreis wird vakant

Seit mehr als einem Jahr wartet die Führung der Feuerwehren auf eine Entscheidung. Am 27. November 2018 wurde Dietmar Urrigshardt in den Ruhestand verabschiedet. In der Festveranstaltung zu diesem Anlass wurde die Frage der künftigen Führung bereits angesprochen. Landrat i. R. Michael Lieber sagte damals zu, dass die Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle geprüft werde. Nun wird es ernst: Matthias Theis, stellvertretender KFI und mit der Wahrnehmung der Aufgabe beauftragt, bat um seine Entpflichtung.


Region, Artikel vom 24.01.2020

Roller-Unfall in Kirchen – Fahrer war schon tot

Roller-Unfall in Kirchen – Fahrer war schon tot

Nach dem tragischen Verkehrsunfall in Kirchen-Wehbach am vergangenen Sonntag steht nun das Obduktionsergebnis fest. Demnach ist davon auszugehen, dass der 55-Jährige schon während der Fahrt und nicht durch den Unfall verstarb.


Feuer in Asylunterkunft konnte schnell gelöscht werden

In der Nacht zu Freitag, den 24. Januar 2020, gegen 1.15 Uhr, wurde der Löschzug Herdorf der Verbandsgemeindefeuerwehr Daaden-Herdorf zu einem Brand in einer Asylunterkunft in Herdorf gerufen.


Neuhoff zu WKB: Der Stadtrat entscheidet, nicht das Land

AKTUALISIERT| Die rheinland-pfälzische Landesregierung will die Einmalbeiträge zum Straßenausbau kippen. In Wissen sorgt diese Entscheidung für weitere Diskussionen, steht dort doch seit Monaten die Frage nach dem Finanzierungssystem im Raum. Nun melden sich der Stadtbürgermeister und die Wissener Bürgerinitiative, die gegen die wiederkehrenden Beiträge eintritt, zu Wort.


Feuer in Obererbach: 80-Jähriger starb eines natürliches Todes

Bei dem Feuer in Obererbach in der Nacht zu Silvester, bei dem zunächst davon ausgegangen wurde, dass ein 80-Jähriger durch den Brand ums Leben kam, steht nun fest: Der Mann war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs bereits eines natürlichen Todes gestorben.




Aktuelle Artikel aus Region


Kaminbrände halten Steinebacher Feuerwehr auf Trab

Steinebach. Beim ersten Einsatz stellte sich nach umfangreicher Erkundung heraus, dass der Kamin zwar gebrannt hatte, aber ...

Ausbildung und Studium: Klinikum Oberberg geht neue Wege

Gummersbach. Am Bett und im Hörsaal sind in diesem Wintersemester die ersten drei Studentinnen der „angewandten Pflegewissenschaften“ ...

20 Jahre Sportclub Optimum: „Wir vertrauen unserem Konzept“

Altenkirchen. Wie viel Schweiß in den zurückliegenden 20 Jahren die Mitglieder des Optimum während ihren Leibesertüchtigungen ...

Feuer in Obererbach: 80-Jähriger starb eines natürliches Todes

Obererbach. Wie berichtet, verstarb im Zusammenhang mit dem Wohnhausbrand in Obererbach in der Nacht zum 31. Dezember 2019 ...

Roller-Unfall in Kirchen – Fahrer war schon tot

Kirchen. Wie bereits berichtet, verstarb am Sonntag, den 19. Januar 2020, gegen 19.20 Uhr, ein 55-Jähriger Rollerfahrer im ...

Feuer in Asylunterkunft konnte schnell gelöscht werden

Herdorf. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatten die meisten Bewohner das Gebäude bereits verlassen, die noch im Gebäude verbliebenen ...

Weitere Artikel


IGS Hamm mit neuem Schulchor

IGS Hamm/Sieg mit neuem Schulchors
Premiere am Tag der offenen Tür
Hamm. Gespannt erwarten die jungen Sängerinnen und ...

IGS ausdauernd beim Kids-Marathon

Hamm. Überrascht und erfreut zeigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a sowie Christian Denart aus der Klasse ...

Pflegedienst mit neuem Fuhrpark

Wissen. Fünf neue knallgelbe Opel-Corsa mit der entsprechenden Aufschrift, die von josch-Werbung angebracht worden war, nahmen ...

Spenden für Waisenkinder gesammelt

Windeck-Rosbach. Mit einer großen Kochaktion beim traditionellen Martinsmarkt in Windeck-Rosbach stellte sich der junge Förderverein ...

Auf der Bühne Heiratsantrag gemacht

Wissen. Jella Rosowski (25) war hin und weg. Auf der Bühne - vor hunderten von Narren - fiel der scheidende Wissener Karnevalsprinz ...

Bätzing trifft Professor Lauterbach

Region. Am Freitag, 16. November, findet um 19 Uhr in der Cafeteria des Heinrich-Hauses, Neuwieder Straße 23, in Engers eine ...

Werbung