Werbung

Nachricht vom 27.11.2011    

SPD: "Rettungswache Kirchen platzt aus allen Nähten"

Die SPD im Landkreis plädiert für einen öffentlich-rechtlichen Vertrag bei der Notarztversorgung. Um sich ein Bild von den tatsächlichen Zuständen zu machen, besuchten die Parteivertreten aus Land und Kreis jetzt die DRK-Rettungswache Kirchen, die seit 1994 in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus gebaut wurde. Dem heutigen Standard entspricht sie nicht und mehr Raumbedarf ist dringend erforderlich.

Beim Rundgang in der DRK-Rettungswache in Kirchen wurde für die SPD-Politiker deutlich: Es gibt den Bedarf nach deutlich mehr Platz.

Kirchen. Die vom DRK Kreisverband Altenkirchen betriebene Rettungswache in Kirchen besuchten jetzt Mitglieder des SPD-Kreisvorstandes und der Kreistagsfraktion. „Vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussionen um die Gesundheitsversorgung im Landkreis möchten wir uns vor Ort über die Arbeit und aktuelle Situation des Rettungsdienstes informieren“, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen.

Mit 24 hauptamtlichen Rettungsassistenten und Rettungssanitätern ist der Standort Kirchen die größte Wache im Rettungsbereich der Leitstelle Montabaur. 11 Personen zählt die Belegschaft tagsüber, an Wochenenden und in der Nachtschicht ist man mit fünf Personen besetzt. Den Wegfall der Zivildienstleistenden haben man durch den Einsatz von Kräften aus dem sozialen Freiwilligendienst (FSJler und BFDler) im Großen und Ganzen zufriedenstellend kompensieren können, erklärte Mike Matuschewski, Rettungsdienstleiter im DRK-Kreisverband.

Seit 1994 befindet sich die Rettungswache im Neubau in unmittelbarer Nähe des DRK Krankenhauses. Damals sei die Wache für weniger Personal und Fahrzeuge konzipiert worden. Die Zahl der Einsätze habe sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht. „Wir haben heute deutlich mehr Überführungsfahrten durch die zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser“, so Wachenleiter Wolfgang Wäschenbach. Auch der demographische Faktor spiele dabei eine Rolle. „Wir platzen hier inzwischen aus allen Nähten“, so Wäschenbach. Für den größeren Raumbedarf müsse mittelfristig eine Lösung gefunden werden, bestätigte Matuschewski.

Auch die verantwortungsvolle Situation für die Rettungsassistenten am Einsatzort wurde diskutiert. Bislang dürften einige Medikamente auf Basis einer Empfehlungsliste der Bundesärztekammer verabreicht werden. Die aktuellen Regelungen dazu seien eher schwammig. Um hier mehr Rechtssicherheit zu haben, wäre eine rechtliche Rahmensetzung wichtig, wünschte sich Wäschenbach.



MdL Thorsten Wehner wies in diesem Zusammenhang auf die Problematik der Abgrenzung zwischen den Kompetenzen der Notärzte und Rettungsassistenten hin. Der Landespolitiker schlug damit den Bogen zum aktuell heiß diskutierten Thema der Notarztversorgung im Kreis Altenkirchen. „Die Situation hat sich in den letzten Wochen etwas entspannt“, bestätigte Matuschewski jüngste Pressemeldungen. Die Gesprächsteilnehmer waren sich jedoch einig, dass eine gesicherte Notarztversorgung rund um die Uhr erklärtes Ziel sein müsse.

Die Sozialdemokraten sehen die Gefahr, dass sich die Lage wieder verschlechtert, sobald das Thema aus der Öffentlichkeit verschwindet. „Die Krankenhäuser bekommen Geld für die Bereitstellung der Notärzte, unterliegen aber keiner Kontrolle“, kritisierte Angelika Buske, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) im SPD-Kreisverband. Die SPD werde hier am Ball bleiben und einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Sicherstellung der Notarztversorgung fordern, erklärte Kreistagsfraktionssprecher Bernd Becker. Er werde zudem die Hinweise hinsichtlich des erhöhten Platzbedarfes der Kirchener Rettungswache für die weitere politische Arbeit seiner Fraktion im Kreistag „mitnehmen“, versprach Becker.

Im anschließenden Rundgang konnten die Sozialdemokraten einen Blick in die Fahrzeughallen und die benötigten medizinisch-technischen Geräte werfen. Zum Fuhrpark in Kirchen zählen zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Tagsüber kommen drei Krankentransportwagen für Nichtnotfallpatienten hinzu. Der DRK-Kreisverband verfügt seit 2003 außerdem über einen Kindernotarztwagen.
Die Koordination der Einsätze erfolge über die zentrale Leiststelle in Montabaur und funktioniere problemlos, so Matuschewski.


Lokales: Kirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Rockspektakel dank "Metakilla" im KulturWerk in Wissen

"Metakilla - The Original Metallica Tribute", so nennt sich die vierköpfige Band aus dem Saarland, die ...

18-jähriger Fahrer erneut unter Drogeneinfluss erwischt

In Altenkirchen wurde ein junger Autofahrer zum wiederholten Mal unter dem Verdacht des Drogenkonsums ...

Altenkirchener Frauen-Tennisturnier: Akugue im Finale gegen Favoritin Avdeeva

Wenigstens eine deutsche Spielerin hat das Finale der „Rewe Petz Ladies Open“ in Altenkirchen erreicht: ...

Melody: Der Verlust ihres Zuhauses hat tiefe Spuren hinterlassen

Melody steht dicht an der Tür ihres Zwingers, der Körper angespannt, der Blick wachsam auf den Flur gerichtet. ...

Hier werden junge Patienten versorgt: Praxis für Kinder- und Jugendmedizin im MVZ in Kirchen

In der Praxis für Kinder- und Jugendmedizin am Diakonie Klinikum Kirchen werden kleine Patienten umfassend ...

Altenkirchener Frauen-Tennisturnier: Zwei deutsche Spielerinnen im Halbfinale

Aus drei mach zwei: So lautete die Formel aus deutscher Sicht nach dem Viertelfinale beim Frauen-Tennisturnier ...

Weitere Artikel


Hergt macht Auswärtssieg im Nachsitzen perfekt

Eishockey-Regionalliga: EHC Neuwied gewinnt in Dinslaken nach Penaltyschießen - Qualifikation zur Oberliga-Aufstiegsrunde ...

Landfrauen Wissen/Mittelhof wählten neuen Vorstand

Für die Landfrauen Wissen/Mittelhof ging eine Ära zu Ende, nach 16 Jahren als Vorsitzende legte Agathe ...

Stimmungsvolle Weihnachtsmärkte im Landkreis

Das erste Adventswochenende lockte zum Besuch der vielen Weihnachtsmärkte im Kreis Altenkirchen. In Betzdorf, ...

Vorweihnachtliche Stimmung zog ins Rathaus ein

Es hat eine gute Tradition im Wissener Rathaus, dass der Weihnachtsbaum mit dem handgefertigten Schmuck ...

Gebhardshainer Theater sorgte für viel Spaß an drei Tagen

Die Gebhardshainer Heimatfreunde und ihre Theatergruppe dürfen auch die diesjährige Aufführung als absoluten ...

Wandergenuss zum Jahresabschluss

Der neue Lahntalwanderweg wurde zur Abschlusswanderung vom Westerwaldverein Flammersfeld ausgesucht. ...

Werbung