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Nachricht vom 19.03.2024    

Neue "Wählergruppe Käppele" hofft auf Fraktionsstatus im nächsten Kreistag

Die etablierten Parteien mit ihren Listen für die Wahl zum Altenkirchener Kreistag könnten Konkurrenz bekommen: Die "Wählergruppe Käppele" hat sich aufgemacht, in die Phalanx der arrivierten Bewerber vorzustoßen und auch Sitze zu ergattern. Was noch fehlt, sind 230 Unterschriften aus der Bevölkerung und nach Prüfung das abschließende Okay des Kreiswahlleiters, Landrat Dr. Peter Enders.

Gunnar Lindner (links) und Ralf Käppele (2. von links) moderierten die Auftaktveranstaltung, in der die „Wählergruppe Käppele“ ihre Liste für die Wahl zum Kreistag aufstellte. (Foto: vh)

Kreisgebiet. Mächtig bunt ist der Altenkirchener Kreistag allemal: Vertreter der CDU, SPD, FDP, Bündnisgrünen, AfD, Unabhängigen, Linken und Freien Wähler bestimmen die Farbgebung. Sie könnte nach der Kommunalwahl am 9. Juni erweitert werden (um welchen Farbton auch immer), wenn ein oder mehrere Mitglieder der neu gegründeten „Wählergruppe Käppele“ den Einzug in das Gremium schaffen. Bis es soweit ist, müssen die „Frischlinge“ noch zwei hohe Hürden überspringen. Nach der konstituierenden Zusammenkunft mit der Erledigung der bürokratischen Vorgaben und der Aufstellung der Liste am Montagabend (18. März) im Weyerbuscher Gasthof „Zur Post“, müssen mindetens 230 Befürworter aus der heimischen Bevölkerung (Wohnsitz im AK-Land) mit ihren Unterschriften bestätigen, dass „wir antreten dürfen“, wie es die Nummer eins des Wahlvorschlags, Rechtsanwalt Ralf Käppele aus Altenkirchen, formulierte. Schließlich fehlt dann nach intensiver Prüfung im Kreishaus noch das Okay des Kreiswahlleiters, Landrat Dr. Peter Enders. Letzter möglicher Abgabetermin für den Wahlvorschlag ist der 22. April, 18 Uhr. Dem Kreistag im AK-Land gehören derzeit 46 Mitglieder an. Eine Wählergruppe bekommt immer den Namen des Kandidaten, der auf Platz eins geführt wird. Die ersten Listen, in denen die Rückendeckung per Unterschriften möglich sind, liegen bereits in vielen Geschäften in der Altenkirchener Fußgängerzone aus.

Von Kreisebene „herzlich wenig Unterstützung“
Unter dem Dach der neuen Gemeinschaft sammeln sich derzeit insbesondere Menschen, die mit der von der DRK-Trägergesellschaft Süd-West angestoßenen Reform der Krankenhauslandschaft im Westerwald (besonders den Kahlschlag im Hospital in Altenkirchen betreffend) absolut nicht einverstanden sind (auch aus dem Betriebsrat der Klinik am Leuzbacher Weg), die sich in der Bürgerinitiative (BI) gegen die Ortsumgehungen entlang der B 8 aussprechen und die sich in der BI „Gute Gesundheitsversorgung im Raiffeisenland“ engagieren. „Warum nur für den Kreistag? Altenkirchens Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz hat für das Krankenhaus getan, was in seiner Macht stand“, erklärte Käppele, „der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, Fred Jüngerich, war ein guter Mitstreiter und hat immer klare Worte gefunden.“ Dagegen hätten beispielsweise die Kreistagsfraktionen in der Sitzung des Kreisausschusses am 14. November „glänzende Reden gehalten, aber außer heißer Luft war nichts“. Von der Kreisebene her habe es „herzlich wenig Unterstützung“ gegeben. „Sie hätte aber vom Landeskrankenhausgesetz her Unterstützung leisten können. Deswegen treten wird dort an, wo keine Unterstützung war, wo nichts passiert ist“, fügte er an. „Wir wollen aufzeigen, was in Sachen Gesundheitsversorgung nicht gut ist“, meinte Gunnar Lindner, der zu den führenden Köpfen in der BI gegen die Ortsumgehungen entlang der B 8 gehört und auf der neuen Liste die zweite Position einnimmt. Ein Krankenhaus „ist in meinen Augen auch ein Standortvorteil.“ Verbands- und Ortsgemeinden unterstützen „uns bei der Ablehnung der Ortsumgehungen. Uns geht es ähnlich, denn wir haben vom Kreis auch keine Unterstützung. Wir müssen uns selbst kümmern, dass wir gehört werden“. Es gehe vor dem Hintergrund der Krankenhauslandschaft auch darum, „gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, die Schere darf nicht so weit auseinandergehen“, betonte Käppele und zeigte Beispiele auf.




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Verlust auch der Kaufkraft
Die Zentrale der fusionieren Kreisparkassen des Kreises Altenkirchen und des Westerwaldkreises sei in Bad Marienberg, die der Westerwald Bank in Ransbach-Baumbach angesiedelt worden. „Das neue Westerwaldklinikum als Zusammenschluss der Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg ist oder war für Müschenbach geplant“, machte Käppele darüber hinaus deutlich. Grundsätzlich verliere der Kreis Altenkirchen an Kaufkraft, die in der Westerwaldkreis abwandere, der ohnehin schon in Rheinland-Pfalz der Kreis mit der zweitstärksten Wirtschaftskraft sei. Lindner sprach sich für ein „gutes Leben im Altenkirchener Raum aus und kritisierte „die Gesundheitsstruktur, die im Oberkreis auch nicht berauschend ist. Wir wollen mehr Teilhabe ermöglichen, mehr Demokratie wagen.“ Er ist Optimist, was den Ausgang des Votums Anfang Juni angeht. „Wir schaffen Fraktionsstatus“, wagte Lindner eine Prognose und versprach, „mit den demokratischen Parteien zusammenzuarbeiten“. Bis sich diese Möglichkeit wirklich bietet, muss die Werbetrommel indes noch kräftig gerührt werden. Ein Stand während des Marktes donnerstags in Altenkirchen ist im Gespräch, flankiert womöglich mit weiteren Veranstaltungen zu bestimmten Themen, die der Wählergruppe am Herzen liegen. Wichtig sei, so Käppele und Lindner unisono, dass die Gruppe zusammenbleibe und „miteinander spricht“. Ein weiterer Termin steht bereits fest: Das nächste Treffen ist am Montag, 8. April, 19 Uhr, wieder im Gasthof „Zur Post“ in Weyerbusch.

Die Liste der Wählergruppe Käppele
Das sind die 22 Namen der Liste: 1. Ralf Käppele (Altenkirchen/Rechtsanwalt), 2. Gunnar Lindner (Weyerbusch/Dozent), 3. Dr. Isabella Jung-Schwandt (Birnbach/Fachärztin für Anästhesie), 4. Detlef Au (Weyerbusch/Gärtner), 5. Corinna Simmerkuß (Obererbach/kaufmännische Angestellte), 6. Max Weller (Weyerbusch/Kaufmann), 7. Hans-Jürgen Volk (Eichelhardt/Pfarrer i. R.), 8. Marianne Hasselbach (Weyerbusch/Fachkrankenschwester für Notfallpflege), 9. Andrei Badiu (Rott/Fachkrankenpfleger für Anästhesie/Intensivstation), 10. Angela Räder (Weyerbusch/kaufmännische Angestellte), 11. Kamilla Giuffrida (Weyerbusch/Kindheitspädagogin/Sozialarbeiterin), 12. Arthur Trossen (Altenkirchen/Richter a.D./Mediator), 13. Eckhard von der Osten-Sacken (Oberirsen/Rentner), 14. Dr. Ulrich Janes (Altenkirchen/Rechtsanwalt), 15. Marein von der Osten-Sacken (Oberirsen/Verlegerin), 16. Stefan Räder (Weyerbusch/Diplom-Ingenieur), 17. Monika Käppele (Altenkirchen/ Fachkrankenschwester für Anästhesie/Intensivstation), 18. Mike Ramme (Weyerbusch/Bauzeichner), 19. Jürgen Greis (Weyerbusch/Apotheker), 20. Björn Schumacher (Eichelhardt/Bäckermeister), 21. Kurt Schumacher (Altenkirchen/Rentner), 22. Sabine Lindner (Weyerbusch/Sportlehrerin). (vh)


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