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Nachricht vom 28.03.2024    

Wissen: Paffrather Eiche muss gefällt werden - Junger Riese wird erinnern

Von Katharina Behner

In der Liste der Naturdenkmale in Wissen findet sich unter der Nummer 7132-381 die „Eichengruppe auf der Köttingerhöhe“. Leider zeigte nun kürzlich ein aktuelles Baumgutachten, dass die mächtigste der drei Eichen nicht mehr zu retten ist. Doch ein direkter Nachkomme der Eiche soll zukünftig seinen Platz auf der Köttinger Höhe finden und dort seine Wurzeln schlagen.

Die mächtigste der drei Paffrather Eichen auf der Köttinger Höhe (links) muss kurzfristig gefällt werden. Ein direkter Nachkomme soll bald gepflanzt werden. (Fotos: Verwaltung)

Wissen. Geschätzte 400 Jahre steht die als Naturdenkmal deklarierte „Eichengruppe auf der Köttingerhöhe“. Insgesamt drei riesige Eichen (lateinisch Quercus, eine Pflanzengattung aus der Familie der Buchengewächse) prägen die markante Stelle mit Fernblick. Im Schatten der mächtigen Kronen lässt es sich immer Sommer auf einer Ruhebank gut verweilen. Zudem erinnert an der Stelle ein Ehrenmal an die Gefallenen des ersten und Zweiten Weltkrieges. Über die Region hinaus bekannt ist die Eichengruppe - Zählt sie doch auf dem Zuweg zum Westerwaldsteig als Highlight unter den Wanderern.

Leider erhielt die Stadt Wissen nun vor einiger Zeit ein Baumgutachten der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen, mit der Information, dass eine der drei Eichen nicht mehr gerettet werden kann, da sie zu stark von einem Pilzbefall betroffen ist. Vor einigen Jahren setzten gleich zwei Blitzeinschläge in einem Jahr der Eiche stark zu. Obwohl mit Baumpflegearbeiten nichts zu ihrer Rettung unversucht blieb, schädigte die Trockenheit der vorangegangenen Jahre sie noch mehr. Die Wunden konnten sich nicht mehr schließen. Für den Pilz ein leichtes Spiel.

Stadtrat setzt sich für Erhalt des Torsos ein - Junger Riese soll gepflanzt werden
Mittlerweile ist die Gefahr von Astbruch so hoch, dass die Pflicht zur Verkehrssicherung keine andere Möglichkeit mehr sieht, als die Eiche kurzfristig zu fällen. In seiner letzten Stadtratssitzung gab Bürgermeister Berno Neuhoff den Umstand mit den Worten „Das tut weh“ bekannt. Gemeinsam wurde beschlossen, sich bei der Kreisverwaltung für den Erhalt des Torsos als Zeitrelikt sowie auch als Baumbiotop, etwa für Insekten und Vögel, einzusetzen, ähnlich wie bei der mächtigen Eiche in Hagedorn.



Wie Neuhoff aktuell mitteilt, könne nach Information der Kreisverwaltung jedoch erst zum Zeitpunkt der Fällung vor Ort entschieden werden, inwieweit ein Teil der alten Eiche erhalten bleiben könne, um der Verkehrssicherungspflicht gerecht zu werden.

Gleichzeitig blickt der Bürgermeister optimistisch nach vorn. „Die Angelegenheit bewegt viele Menschen in Wissen. Die Seltenheit, Eigenart und Schönheit der Eichen hat viele Generationen begleitet und berührt“. Für die verbleibenden beiden anderen Eichen werde alles getan, um sie zu erhalten. Die Kosten hierfür trage jeweils zu einem Drittel die Katholische Kirche (auf dessen Grund die Eichengruppe steht), die Stadt sowie der Kreis.

Besonders erfreulich sei auch, dass vor rund 10 Jahren aus einer Eichel ein direkter Nachkomme - ein „Junger Riese“ - gezogen wurde, der beim Pflanzenhof Schürg steht. Bereits mit allen Beteiligten abgestimmt, solle der Nachkomme im Herbst gemeinschaftlich vom Kreis, der Katholischen Kirche und der Stadt unter Einbindung der Bevölkerung dort gepflanzt werden, so Neuhoff. „Der `Junge Riese` soll dort heranwachsen, Wurzeln schlagen und an seinen Elternbaum erinnern“. (KathaBe)


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