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Nachricht vom 28.03.2024    

Skurrile Osterbräuche aus verschiedenen Regionen in Deutschland und aller Welt

Von Katharina Kugelmeier

Die wohl bekanntesten Bräuche zu Ostern sind hierzulande das Färben und Verstecken von Ostereiern, was selbstverständlich der Osterhase macht, und die anschließende Eiersuche von den Kindern. Doch es gibt noch viel mehr Bräuche zu Ostern, ob in den verschiedenen Regionen Deutschlands oder in der Welt, die teils außergewöhnlich und teils wirklich skurril sind.

Symbolfoto (Foto: Pixabay)

Region. Während bei uns der Osterhase die bunt gefärbten Eier bringt, sieht das am anderen Ende der Welt ganz anders aus. Da in Australien die eingeschleppten Kaninchen zur Plage wurden, bringt dort der Osterbilby, eine kleine, rüsselnasige und bedrohte Beuteltierart die Ostereier. Doch nicht nur weltweit gibt es viele unterschiedliche und teils skurrile Osterbräuche, auch innerhalb Deutschlands haben verschiedenen Regionen verschiedene Bräuche.

Traditionell aus Ostfriesland stammt der Brauch des "Eierbicken" oder "Eierditschen", wie es auch häufig genannt wird. Dabei werden zwei hart gekochte Eier gegeneinandergestoßen, um das Ei des anderen zu zerbrechen. Wessen Ei am längsten unbeschadet bleibt, ist der Sieger. Dieser Brauch ist auch in anderen Ländern eine beliebte Ostertradition, in Bulgarien spricht man dabei von der "Eierschlacht" und wessen Ei nicht zerbricht, ist mit besonders viel Glück gesegnet. Bulgarien hat aber auch noch eine wesentlich skurrilere Tradition zu bieten, bei welcher die älteste Frau des Hauses allen Kindern mit dem ersten rot gefärbten Ei über das Gesicht streicht, um Gesundheit und Stärke zu bringen.

Das Zerbrechen von Eiern ist Kern auch anderer Osterbräuche. In Bayern werden beispielsweise Eier in Wollsäckchen gepackt und auf eine Wiese geworfen. Auch hierbei gilt: der Werfer des Eis, welches am längsten unbeschadet bleibt, gewinnt. "Last Ei standing" sozusagen. In anderen Regionen gibt es verschiedene Abwandlungen des Eierwerfens. Die skurrilste Variante ist dabei der Wurf des Eis über das Hausdach drüber auf die andere Seite, wo ein anderer das Ei fangen soll. Dieser Brauch soll das Haus vor Blitzeinschlägen schützen, wobei ein Blitzableiter hier die wohl zuverlässigere Wahl ist.

Osterfeuer gibt es in vielen Regionen, sie zählen wohl zu den bekanntesten Traditionen um das Osterfest. In Niedersachsen, Hessen und manchen Regionen der Alpen wird dieser Brauch jedoch abgewandelt. Als Osterräder werden mit Stroh gestopfte Holzräder angezündet und einen Hang hinabgerollt, wodurch der Winter vertrieben werden soll. Nicht der Winter, sondern die Osmanen, sollten bei einem sehr skurrilen Brauch auf Chios in Griechenland vertrieben werden. Beim "Raketenkrieg" traten bis 2018 in der Nacht vor Ostersonntag zwei Kirchengemeinden gegeneinander an und beschossen sich mit selbstgebastelten Raketen. Laut Überlieferungen soll dieser Brauch auf die Zeit der osmanischen Besatzung zurückgehen, als das Osterfest verboten war und die Inselbewohner einen Krieg vortäuschten, um die Osmanen zu vertreiben.



Während es bei uns an Karfreitag traditionell Fisch gibt, scheint sich das Fischessen in Irland auf die gesamte Fastenzeit zu beziehen. Dort findet nach Ostern nämlich das symbolische "Heringsbegräbnis" statt, um das Ende der Fastenzeit zu zelebrieren. Organisiert wird dieses Begräbnis häufig von Metzgereien, für welche die Fastenzeit mit Fleischverzicht keine guten Wochen sind.

Gruselig geht es hingegen in Skandinavien zu. In Schweden werden die Häuser zu Ostern zwar bunt und fröhlich geschmückt, die Kinder ziehen an Gründonnerstag allerdings hexenartig als "Osterweiber" und ziehen von Haus zu Haus, um die Osternaschereien nicht suchen zu müssen, sondern direkt ins Körbchen zu bekommen. Gruselig gemütlich ist es hingegen in Norwegen, wo es spezielle Osterkrimis und Gruselgeschichten gibt.

Fast jeder hat wahrscheinlich schon einmal von der Osterparade auf der Fifth Avenue in New York gehört. An Ostersonntag ziehen dort geschmückte Festwägen und Menschen mit prächtigem und aufwendigem Kopfschmuck durch die Straße und erfreuen das Publikum. Eine wesentlich kleinere Form sind die Osterprozessionen, welche in Deutschland vielerorts stattfinden. In Brandenburg und Sachsen gibt es diese zu Pferde - beim Osterreiten reiten in Frack und Zylinder gekleidete Männer auf reich geschmückten Pferden von Ort zu Ort, um die Auferstehung Christi zu verkünden.

Die wohl respektvollste Tradition gab es früher in der Schweiz. Dort durfte man an Karfreitag nur barfuß auf die Straße gehen, um die Erde nicht zu stören. Im Wallis versammeln sich noch heute an Ostermontag zu Sonnenaufgang Menschen auf den umliegenden Hügeln - wer mag und kann macht dann traditionell drei Purzelbäume.

Unterschiedlicher könnten die Bräuche zum Osterfest kaum sein. Vielleicht findet der eine oder andere Osterbrauch ja auch bei uns Gefallen. Einer der skurrilsten Bräuche bei uns ist sicherlich das Ostereierschießen, welches traditionell viele Schützenvereine auch für Nicht-Mitglieder anbieten.



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