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Nachricht vom 14.04.2024    

Spielten in Altenkirchen "The Peteles", oder "The Beatles"?

Von Wolfgang Rabsch

Der Vergleich zwischen beiden Bands ist unangemessen, da die "Beatles" einfach unerreichbar und unsterblich sind. Was die vier Pilzköpfe aus Liverpool für Generationen in der Rock- und Popmusik geschaffen haben, kann in Worten kaum beschrieben werden. Umso mehr muss der Mut bewundert werden, mit dem die "Peteles" musikalisch ihren Idolen folgen, sie nicht einfach kopieren (was kaum möglich ist), sondern auf ihre spezielle Art interpretieren.

Impressionen (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Altenkirchen. Die Klasse der "Peteles" hat sich selbstverständlich auch bis nach Altenkirchen herumgesprochen und kam natürlich Helmut Nöllgen, Geschäftsführer des Kulturbüros Haus Felsenkeller in Altenkirchen, zu Ohr. Da Helmut Nöllgen in der Kulturszene, dank seines guten Rufs, bestens vernetzt ist, war es für ihn kein Problem, die Band nach Altenkirchen zu verpflichten. Als Austragungsort des Konzerts wurde eine eher ungewöhnliche Location ausgewählt, die Tanzschule "Let´s Dance" in Altenkirchen. Dort wurde zum Konzert eine für ein Rockkonzert eher gemütliche Atmosphäre geschaffen, mit einer riesigen Spiegelwand und Sitzgarnituren, auf deren Sesseln die Besucher bequem Platz nehmen konnten. Auf den Tischen flackerte Kerzenlicht, das in dem Tanzstudio eine urgemütliche Atmosphäre schuf.

Vor 60 Jahren schrieb John Lennon "A hard day's night"
In Anlehnung des 60-jährigen Jubiläums des Songs "A hard day's night", geschrieben von John Lennon, fand das Konzert unter diesem Synonym statt. Das Konzert war in zwei Schaffensperioden der "Beatles" aufgeteilt: Der Beginn 1963 im Cavern Club in Liverpool, danach folgend die Zeit in Hamburg auf der Reeperbahn, die den Beginn ihrer unglaublichen Weltkarriere einleitete. Im zweiten Teil nach der Pause, standen die Hits auf dem Programm, die nur noch ausschließlich im Studio aufgenommen wurden.

Logischerweise bestand das Publikum im "Let´s Dance" überwiegend aus graumelierten Besuchern, die überwiegend zusammen mit den "Beatles" aufgewachsen sind. So entstand eine absolut entspannte Stimmung, weil jeder zu vielen Songs eine ganz spezielle, persönliche, emotionale Beziehung hatte. Während der Songs herrschte eine andächtige Stille, die sich am Ende in großem Jubel entlud.

Hits für die Ewigkeit
Die Songs der "Beatles" haben weltweit für Furore gesorgt und sind fester Bestandteil der Musikgeschichte. Was Beethoven und Mozart für die klassische Musik waren, das sind John Lennon und Paul McCartney für das Rockgenre. "The Peteles" stiegen mit "She loves you" in das Konzert ein, gefolgt von "I feel fine". Ein Höhepunkt des Konzerts war sicherlich der Song "Love me do", den "Pete Lennon", alias Peter Seel, auf der Mundharmonika, einer Blues Harp, begleitete. Peter Seel bezeichnete seine Blues Harp charmant als "Gospel-Hobel".

Alle Hits im Artikel aufzuführen, würde zu weit führen, darum an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl: "Ticket to ride", "I want to hold your hand", "Day Tripper", "Help" und "A hard day's night". Bis zur verdienten Pause gelang es den "Peteles", das Publikum für sich zu vereinnahmen, es wurde geklatscht und gesungen und teilweise zum Beat getanzt. Aufgelockert wurde das Konzert zusätzlich durch viele Anekdoten und Stories der "Beatles", die "Pete Lennon", immer versehen mit einer Prise Humor, zum Besten gab.



Da die "Beatles" Ende der 60-er Jahre den Hype nicht mehr ertragen konnten, der weltweit um sie entstanden war, gaben sie keine Live-Konzerte mehr, sondern stiegen in ihre kreative Phase ein und produzierten ihre Songs ausschließlich in Tonstudios.

Sie produzierten insgesamt 13 Studioalben, die allesamt Riesenerfolge wurden, unter anderem "Rubber Soul", "Abbey Road", "White Album", "Help", "Revolver" und "A hard day's night". Nicht zu vergessen, das legendäre Album "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band", das nicht nur wegen seiner Musik, sondern auch wegen des Covers der LP berühmt wurde, auf dem die "Beatles" mit vielen anderen weltberühmten Persönlichkeiten in bunten Fantasieuniformen zu sehen waren. Die "Peteles" absolvierten den zweiten Teil ihres Konzerts demzufolge eben in diesen Kostümuniformen. Im Tonstudio ließ die Kreativität der "Beatles" nicht nach, ganz im Gegenteil, sie schufen Werke von bleibendem Wert. "With a little help from my friends", "We can work it out", "All you need is love", "Nowhere Man" und "Come together" sind Meilensteine der Popmusik geworden.

Die "Peteles" überzeugten musikalisch durch hervorragende Solointerpretationen, durch harmonischen Gesang und einem stimmigen Gesamtbild. Unglaublich die Fähigkeit, mitten in einem Song der "Beatles" Sequenzen von Hits anderer Popstars einbinden. Ein Beispiel: Während "Come together" war mehrfach übergangslos "Another brick in the wall" von Pink Floyd zu hören.

Ohne Zugaben gab es kein Ende des Konzerts
Irgendjemand hat die Konzerte der "Peteles" einmal mit "Zwischen Original und originell" beschrieben, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Am Ende des Konzerts wurden stürmisch Zugaben gefordert, die von der Band, im Schweiße ihres Angesichts, gerne erfüllt wurden. Mit dem aus vielen Kehlen mitgesungenem "Hey Jude" und "Let it be" endete eigentlich das Konzert. Doch halt, das begeisterte Publikum gab sich immer noch nicht geschlagen, sodass die "Peteles" letztendlich erst nach "Can´t buy me love" die Bühne verlassen durften.

Die "Peteles" schlüpften jeweils in die Rolle der Originale, so war Pete Harrison Phillipp Holl, Pete Lennon Peter Seel, Pete McCartney Marco Orthen und Pete Starr Tino Moskopp. (Wolfgang Rabsch)


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