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Nachricht vom 16.04.2024    

Dr. Rüdiger Hunke neuer Geschäftsführer der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung

Von Katharina Behner

Bei der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung in Schönstein gab es Anfang April einen Wechsel in der Geschäftsführung. Nach fast 32 Jahren übergibt Forstdirektor Dr. Franz Straubinger sein Amt an Dr. Rüdiger Hunke. Wie seinem Vorgänger liegt auch Hunke die naturnahe Waldbewirtschaftung mit generationenübergreifender Sichtweise am Herzen.

Nach 32 Jahren seiner Tätigkeit bei der Hatzfeldt-Wildenburg´schen Verwaltung stellt (von links nach rechts) Dr. Franz Straubinger gemeinsam mit Nicolaus Graf von Hatzfeldt seinen Nachfolger Dr. Rüdiger Hunke vor. (Foto: Katharina Behner)

Wissen/Schönstein. "Wir haben eine Entscheidung getroffen, die maßgeschneidert ist", betonte Dr. Franz Straubinger zur Vorstellung seines Nachfolgers, Dr. Rüdiger Hunke, am Montag (15. April).

Gemeinsam mit Hermann Graf von Hatzfeldt, dem Eigentümer des Hatzfeldt-Wildenburg'schen Besitzes, hätten sich die beiden Geschäftsführer Nicolaus Graf von Hatzfeldt und Franz Straubinger lange überlegt, wer aus der Vielzahl der Bewerbenden die Nachfolge antreten sollte. Erste Kontakte zu Hunke habe es bereits vor etwa einem Jahr gegeben, so Straubinger. Sowohl er als auch Nicolaus Graf von Hatzfeldt können sagen: Es passt. Man freue sich sehr.

Hunke freut sich auf das "passioniertes" Team
Hunke, der laut Straubinger aus "ähnlichen Strukturen" der Forst- und Waldwirtschaft komme, wurde in Hannover geboren. Schon früh habe er die Liebe zur Natur entdeckt und praktischen Naturschutz gelebt, beschreibt Hunke selbst seine Anfänge. Bereits während seines Forstpraktikums in der Lüneburger Heide habe er zudem erfahren, "Ökologie und Ökonomie unter einen Hut" zu bringen. Immer wieder habe er von "tollen Mentoren" für eine naturgemäße Waldbewirtschaftung gelernt.

Dr. Hunke studierte Forstwissenschaften in Freiburg, promovierte und vertiefte seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. Anschließend war er rund fünf Jahre als selbstständiger Berater in seinen Fachgebieten tätig. Nach langjähriger Tätigkeit (seit 1998) bei Faber-Castell in Nürnberg zog es ihn nun in die Geschäftsführung der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung. Um in der Nähe zu sein, ist er nach Schönstein gezogen. "Wenn man neu ist, muss man ins Team hineinwachsen", sagt Hunke, der die direkte Nähe zum Unternehmen schätzt. Bei den rund 50 Mitarbeitenden und Auszubildenden spricht der neue Geschäftsführer schon jetzt von einem "passionierten Team", welches mit Spaß dabei sei.

Einarbeitung in ein vielfältiges Aufgabengebiet
Der 57-jährige Hunke hat am 8. April die Nachfolge von Franz Straubinger angetreten. Straubinger, der seit 1993 in der Geschäftsführung der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung tätig ist, arbeitet seinen Nachfolger derzeit in die vielfältigen Aufgaben des insgesamt rund 15.000 Hektar großen Betriebes (Rheinland-Pfalz, Thüringen und Brandenburg) ein.

Genau die Vielfalt, die ihn hier in seinem Aufgabengebiet erwarte, reize ihn, sagt Hunke. Wo es gelte, zwischen Ökologie und Ökonomie die Balance zu finden. Gerade in dieser Hinsicht sei in früheren Zeiten vieles "aus dem Ruder gelaufen". Der Umgang in der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung zeige im positiven Sinne, was möglich sei.




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Straubinger sowie Nicolaus Graf von Hatzfeldt schlossen sich dem an. Angesichts der zurückliegenden Wetterextreme (beginnend mit dem Sturmtief Wiebke Anfang 1990 und der Klimakrise mit Trockenjahren) befinde man sich insgesamt in einem Strukturwandel. Die Wirtschaftlichkeit habe darunter gelitten. Es gelte, die Zeit zu überbrücken und alternative Geschäftsfelder zu nutzen, wie zum Beispiel Windkraft oder den Ausbau von Ferienbetrieben.

"Wir müssen aus der Erfahrung Antworten haben"
Für Hunke selbst, der sich auf seine neue Aufgabe freut, ist es wichtig, beim Strukturwandel alle Optionen offenzuhalten - dabei an morgen und über Generationen hinweg zu denken. Schließlich seien rund 30 Jahre für den Wald nur ein Wimpernschlag. Kontinuität sei wichtig. Und Straubinger ergänzt: "Wir müssen aus der Erfahrung Antworten haben." Damit spricht er nicht zuletzt den Umbau zum klimastabilen Wald an. Dass sich das Unternehmen nicht nur in Sachen Wald im Wandel befindet, zeigt die Verkleinerung um ein Revier. Dabei werden von drei Mitarbeitenden nur zwei ersetzt.

Einig sind sich die drei Experten, wenn es um die Honorierung von "Ökosystemleistungen" geht und Straubinger stellte die Frage: "Akzeptiert die Gesellschaft das?" Wir berichteten hier. Nicht zuletzt hier sagt Hunke: "Die Politik reizt mich auch, weil der Wald nichts Isoliertes ist." Ein wichtiges Thema sei zudem die Jagd, wobei er betont, dass die bisherige Praxis im Betrieb Hatzfeldt-Wildenburg mit einer aufwendigen "Arbeitsjagd" alternativlos sei. "Wir müssen die Jagd als Teil zum Erhalt der Biodiversität sehen."

Abschließend sagt der 69-jährige Straubinger: "Ich habe den Staffelstab weitergegeben." Insgesamt hat er sich fast 32 Jahre im Betrieb für eine ökologisch und ökonomisch ausgerichtete Waldwirtschaft eingesetzt. Es werde einen "geordneten Übergang" geben, schließlich müsse sich Hunke allein in drei Betriebsteile (den heimischen, den in Thüringen und den in Brandenburg) einarbeiten und es gelte, begonnene Projekte fortzuführen.

Nicolaus Graf von Hatzfeldt hebt dankbar hervor, dass Franz Straubinger alles gut vorbereitet habe und fügt hinzu, dass bei all den Krisen die Freude an der Arbeit nicht verloren ginge, denn: "Es ist vielleicht auch ein Privileg, mit der Natur zu arbeiten." (KathaBe)


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