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Pressemitteilung vom 17.05.2024    

open-arts-Festivals im Kunsthaus Wäldchen: Nirvana in Kammermusik

Beim open-arts-Festivals im Kunsthaus Wäldchen faszinierte das Geysir-Quartett mit feinen und polyphon durcharrangierten Quartettsets. Sandra Klinkhammer, Klarinetten und Gesang, Salome Amend, Schlagwerk, Christoph König, Geige und Bratsche sowie Hajo Wiesemann, Klavier, brillierten vorwiegend mit Eigenkompositionen und drei Cover-Songs, die es in sich hatten.

Geysir-Quartett (Fotos: Danijel Wetter)

Forst. In Format und Umsetzung eines Kammermusik-Abends groovte und pulsierte das Quartett wechselweise mal jazzig mal mimimal-artig durch den Abend im Studio des Kunsthauses, das sich wieder einmal für diese Art von Veranstaltungen mit seiner großartigen Akustik und Intimität als geeignete Spielstätte erwies und hiermit die filigranen Aktionen und das empathische Auftrittsengagement der Gruppe belohnte. Dem Motto des Festivals "Über die Zeit" entsprechend, war der Abend mit dem Titel "ImPuls" überschrieben.

Die Formation von klassisch-ausgebildeten Musikern erfüllte die Vorgabe sowohl mit ihren rhythmisch differenzierten Patterns, den dynamischen Wechseln und dem Umgehen mit stilistischer Vielfalt. Dabei gelingt es den vieren, ganz im Sinne von open arts ein Eigenes zu schaffen, fernab eines stilistischen Potpourris, so dass man am Ende nicht mehr darüber nachdachte, in welcher Art Konzert man sich befindet.

Den Höhepunkt in dieser Hinsicht markierte die Cover-Version des Nirwana-Songs "Smells like Teen Spirit" inklusive eines Free-Jazz-Intros. Die Multiinstrumentalistin "Sandy" Klinkhammer brillierte im Wechselspiel von Bassklarinette und Stimme über einem polyrhythmisch arrangierten Instrumentalsatz mit expressivem Gesang.

In den kleinen Pausen zwischen den Titeln gefiel die Formation auch mit ihren witzigen Zwischendialogen auf der Bühne. Das Publikum dankte es mit frenetischem Applaus.
"Einmal mehr ein magischer Abend bei "open arts", kommentierte ein Besucher.

David Bergmüller bei open arts
Beim dritten Tag der open arts faszinierte der Lautenist David Bergmüller mit leisen und brillanten Tönen aus drei Epochen. In der Foyer Halle des Kunsthauses saßen die Zuschauer bei der Sonntagsmatinee ganz nah am Künstler mit seinen drei Instrumenten und lauschten den Tönen und Verzierungen nach. David Bergmüller aus Wien, Professor an der Musikhochschule Köln, zog das Publikum mit seiner Barock- und seiner Renaissancelaute sowie seiner Theorbe in den Bann und überbrückte die Zeiten spielerisch leicht, auch mit Unterstützung seiner eigenen Kompositionen.




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Vor dem malerischen Hintergrund der Frühlingsidylle des Kunsthaus-Gartens hängten sich die Zuhörer mit offenen Ohren und begeisterten Sinnen an die polyphonen Klänge seiner Renaissance-Stücke. Aber man verharrte nicht im stilistischen Hören, schon lange verhedderte man sich nicht in das Gefühl eines Klassik-Konzertes. So dürfte es auch schon lange nicht heißen, da hier nicht Musik aus der Klassik gespielt wird. Fein dosiert führte der Wiener Musiker durch sein Programm und nahm die Zuhörer auf die Reise in die Gärten von Louis Quatorze, in denen der Lautenist Robert de Visée den König auf Schritt und Tritt mit seiner Musik unterhielt.

Neben dem unglaublich filigranen Spiel auf der "Königin der Instrumente", so die Attitüde des Instrumentes über mindestens drei Jahrhunderte, brachten aber vor allem die drei eigenen Stücke des Virtuosen mit minimal-artigen Figuren, die die Zuhörer mittels seiner virtuosen Spieltechniken assoziativ fast in die Nähe von Rock-und Metall-Gitarrenklängen mitrissen. Die Laute, dessen Name sich aus dem Arabischen von "Oud" und später "Al Oud", dem Namen eines ähnlichen arabischen Langhalsinstrumentes ableitet, steht aber für mehr als nur ein Vorläuferinstrument der Gitarre. In der Renaissance hatte das Instrument mit seiner polyphonen Spielweise eine den Tasteninstrument gleichberechtigte orchestrale Bedeutung und Funktion.

All dies demonstrierte Bergmüller, dessen Programm an diesem sonnigen Mai-Morgen von Stücken aus seiner neuesten CD "Rhétorique de Silence" geprägt war, in perfekter Form.
Bergmüller bedankte sich entsprechend für die Stille vor dem Applaus beim aufmerksamen Publikum. Das Publikum dankte durch langanhaltenden Beifall. (PM)


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