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Nachricht vom 03.08.2024    

Großartige Orgelnacht mit Illuminationen in der Abteikirche Marienstatt

Von Helmi Tischler-Venter

Ein Highlight im Rahmen der Marienstatter Abteikonzerte bildete am Freitagabend, dem 2. August die Orgelnacht mit Illuminationen, ein besonderer Genuss für Ohren und Augen. Als Organisten stellte Frater Gregor Brandt den vielfach ausgezeichneten Orgel-Virtuosen Dr. Mateusz Rzewuski aus Warschau/Polen vor. Die Illumination führte der Pater auf seinen Glauben zurück.

Fotos: Wolfgang Tischler

Streithausen. Brandt sagte in seiner Begrüßung, Licht verändere und tauche den Raum in verschiedene Farben, sodass er ganz intensiv und auf berührende Weise wirke. Tatsächlich ließ das Licht die Pfeiler der in ihrer schlichten Ausstattung ohnedies eindrucksvollen gotischen Zisterzienserkirche noch höher aufstreben. Die zwischen Zinnoberrot, Magenta, Blau und Grün wechselnden Strahler erzeugten, passend zur Musik, ein feierliches Ambiente. Mit zunehmender Dunkelheit von außen versanken die Zuhörer immer mehr im Dunkel des Kirchenschiffs, und das optische und akustische Erlebnis intensivierte sich. Frater Gregor Brandts Worte erfüllten sich, dass das Licht des lebendigen Gottes in den Menschen gehe und ihn in neuem Licht erscheinen lasse, trotz aller Dunkelheiten und in allen Dunkelheiten.

Konzertpianist Dr. Mateusz Rzewuski ließ auf seine Weise Musik in allen Farben erscheinen. Er begann mit dem intensiven, raumfüllenden Klang des Allegro aus der II. Orgelsinfonie e-Moll op. 20 des französischen Komponisten Louis Vierne (1870-1937). Die beiden Themen, die dem ganzen Werk zugrunde liegen, werden im ersten Satz, Allegro, präsentiert.

Leise und zart begann als Adagio die anschließende Improvisation, die Schwung aufnahm und immer wieder verhaltene und hüpfende Passagen enthielt. Der Organist zitierte mit Variationen von "Adoro te devote" Thomas von Aquin.

Das ganze Potenzial der großen Rieger-Orgel, sie verfügt über 73 Register, IV Manuale und Pedal und über 5.000 Pfeifen sowie als einzige Kirche außerhalb der iberischen Halbinsel über eine authentische spanische Batterie - Horizontaltrompeten aus dem Jahre 1732, die der Orgel barocken Glanz verleihen, kam anschließend zum Tragen. Johann Sebastian Bachs Passacaglia c-Moll BWV 582 mit eingängigen, tanzbaren Melodien, brummenden Untertönen und orchestraler Wucht, bezauberte ebenso wie Capriccio fis-Moll op. 36 von Mieczysław Surzyński (1866-1924).




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Dem Allegro aus der VI. Orgelsinfonie g-Moll op. 42 Nr. 2 des französischen Organisten und Komponisten Charles-Marie Widor (1844-1937) mit orchestralem Klangreichtum folgte ein improvisiertes Scherzo mit lauten, temporeichen Passagen, perlenden Läufen und voluminös anschwellendem Schluss.

Raumfüllend erklang das Preludio festivo aus der II. Orgelsinfonie g-Moll op. 45 Nr. 2 des polnisch-deutschen Musikers Feliks Nowowiejski (1877-1946). Intensive Hand- und Fußarbeit des Orgelvirtuosen brachte die Akustik der Abteikirche zum Schwingen. Nach verhaltenem Beginn erklangen Blechsound und Orgelorchester-Schleifen beim Choral II h-Moll aus Trois Chorals pour Grand Orgue von César Franck (1822-1890).

Die finalen Improvisationen zum Motiv "Salve Regina" des Organisten wirkten modern und nachhallend. Standing Ovations motivierten ihn zu einer Zugabe, die sanft und leise begann, fröhlich und volkstümlich weiterging und nach drahtigen Klängen ganz pfiffig mit "Guten Abend, gute Nacht” endete. Genau das wünschte Rzewuski seinen Zuhörern. Er bedankte sich für die Einladung, die vom Kloster Marienstatt vor vier Jahren erfolgte und pandemiebedingt jetzt erst angenommen werden konnte. "Ich bin sehr dankbar, dass ich auf diesem würdigen Instrument spielen konnte heute Abend", verabschiedete sich der Künstler auf Deutsch.

Die Abteikonzerte finden im September Fortsetzung in einem Orgeltriduum: Am Sonntag, 1. September spielt Laurent Jochum Werke von Bach, Mendelsson Bartholdy, Widor, Mons L. Takle und anderen. Am Freitag, 6. September gibt es Illuminationen im Hochchor zu Werken von Bach, Reger, Schönberg und Improvisationen von Martin Sturm aus Weimar. Am Sonntag, 8. September erklingt die Orgel im Kontrast mit einem französischen Druckwind-Harmonium, gespielt von Christian Ott (Versailles).

Weitere Information finden Sie unter www.abtei-marienstatt.de. htv


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
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