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Pressemitteilung vom 22.11.2024    

Neues Zentrum für interdisziplinäre Kriminalitätsforschung an der Uni Siegen

Das Center for Interdisciplinary Crime Studies (CiCS) der Universität Siegen hat mit einer internationalen Tagung einen wichtigen Schritt in der Kriminalitätsforschung gemacht. Ziel des neuen Zentrums ist es, Kriminalität aus verschiedenen disziplinären Blickwinkeln zu analysieren und zu verstehen.

v.l.: Zoe Clark, Holger Schmidt, Annika Gomille, Bernd Dollinger, Nina Thielges, Alexander Wohnig, Dörte Negnal und Daniel Stein. (Foto: Universität Siegen)

Siegen. Der Begriff Kriminalität ist vielseitig und wird in verschiedenen Kontexten unterschiedlich wahrgenommen. In Medien, Literatur und sogar in der täglichen politischen Debatte wird Kriminalität oft thematisiert, jedoch meist aus einer begrenzten Perspektive. Das CiCS stellt sich genau dieser Herausforderung und setzt auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten aus verschiedenen Bereichen. Hierzu zählen Sozialpädagogik, Rechtssoziologie, Sozialwissenschaften sowie Literaturwissenschaften.

Die Grundannahme des CiCS ist, dass Kriminalität als ein dynamischer, sich ständig verändernder Prozess zu verstehen ist. Sie ist weder eindeutig noch fest definiert, sondern wird ständig neu hervorgebracht und ausgelegt. Dabei wird Kriminalität immer durch verschiedene Kontexte und disziplinäre Perspektiven beeinflusst. Diese Erkenntnis ist entscheidend, um das Verständnis und die Analyse von Kriminalität zu erweitern.

Ein interdisziplinärer Austausch
Die feierliche Eröffnung des CiCS erfolgte durch eine erste internationale Tagung mit dem Titel "Kriminalität als Prozess". An dieser Veranstaltung nahmen renommierte Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern teil, darunter Experten aus Großbritannien, Kanada und den USA. Die Tagung bot eine wertvolle Plattform für den interdisziplinären Austausch und die Diskussion darüber, wie Kriminalität aus einer Prozess-Perspektive betrachtet werden kann.



Ein wichtiger Aspekt der Tagung war der Fokus auf die internationalen Transfers kriminalpolitischer Reformen sowie historische und mediale Veränderungen in der Wahrnehmung von Kriminalität. Diese Perspektiven bieten neue Einblicke in die langfristige Entwicklung von Kriminalität und Strafjustiz und helfen, deren Auswirkungen besser zu verstehen.

Zukunft der Kriminalitätsforschung
Das CiCS setzt auf kontinuierliche Forschung und den interdisziplinären Austausch, um das Verständnis von Kriminalität weiter zu vertiefen. Die internationale Tagung war nur der Anfang – weitere Veranstaltungen und Forschungsinitiativen sind bereits geplant. Wissenschaftler und Forscher am CiCS werden weiterhin die Komplexität von Kriminalität untersuchen und zu einem besseren gesellschaftlichen Verständnis von diesem wichtigen Thema beitragen.

Mit seiner breit angelegten Forschung leistet das Center einen wichtigen Beitrag zur Kriminalitätsanalyse und zeigt, dass Kriminalität nicht nur ein Thema des Strafrechts ist, sondern eine gesellschaftliche Realität, die aus vielen verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden muss. (PM/Red)


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