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Nachricht vom 04.03.2012 - 13:43 Uhr    

SPD: Andreas Hundhausen mit großer Mehrheit wiedergewählt

Die SPD-Kreiskonferenz zeigte deutlich: mit der Arbeit des Vorsiztenden Andreas Hundhausen zeigten sich die Delegierten der Ortsvereine zufrieden. Er bekam 79-Ja-Stimmen von 81 abgegebenen gültigen Stimmzetteln. Neu besetzt wurden das Amt des Geschäftsführerin, der Schatzmeisterin und der Bildungsbeauftragten. Hundhausen freute sich über die breite Zustimmung.

Kreisvorsitzender SPD Altenkirchen Andreas Hundhausen wurde mit großer Zustimmung in seinem Amt bestätigt. Fotos: Helga Wienand-Schmidt

Wissen. Andreas Hundhausen wurde mit überwältigender Mehrheit (97,5 Prozent) der Delegierten der SPD-Kreiskonferenz im katholischen Pfarrheim in Wissen im Amt des Kreisvorsitzenden für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt.
Seit 14 Monaten im Amt hatte Hundhausen vor den Wahlen seinen Bericht den 81 Delegierten (es hätten 106 sein sollen) vorgetragen und einen Ausblick auf die kommende Arbeit und die Schwerpunkte gegeben.
Der Kreisvorstand der SPD Altenkirchen erfuhr einige Änderungen: So gehören zum geschäftsführenden Vorstand nun unter dem Vorsitzenden die Stellvertreter Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Horst Klein und Thorsten Wehner an. Geschäftsführer ist der 26-jährige Benjamin Geldsetzer (OV Betzdorf) der Klaus Käfer ablöst. Alexandra Probst vom OV Herdorf wurde als Schatzmeisterin gewählt, sie konnte aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein. Klaus Hinkel bleibt Pressereferent und die neue Bildungsbeauftragte heißt Sabina Steinau (OV Herdorf). Als Beauftragter für neue Medien wurde Sebastian Bläser (OV Wissen) gewählt.
Zu den Wahlen der Beisitzer (18) gab es folgendes Ergebnis:
Frauen:
1. Stroh, Petra (Weyerbusch), 59 Stimmen
2 Löhr, Jacqueline (Niederfischbach), 57 – Jugendquote –
3. Rissler, Anke (Mudersbach-N’hütte), 55
4. Buske, Angelika (Friesenhagen), 51
5. Seelbach, Anka (Altenkirchen), 51
6. Seelbach, Kirsten (Altenkirchen), 49
7. Utsch, Brigitte (Mudersbach-N’hütte), 43
8. Schumacher, Nicole (Betzdorf), 39
9. Otto, Renate (Mudersbach-N’hütte), 37
10. Brück, Eva-Maria (Wissen), 35

Männer:
1. Becker, Bernd (Gebhardshain), 74
2. Imhäuser, Ulf (Altenkirchen), 65
3. Arnal, Marcel (Kirchen), 55
4. Weidig, Michael (Niederfischbach), 50 – Jugendquote –
5. Weigand, Dirk (Altenkirchen), 45
6. Peters, Edgar (Hamm), 42
7. Sayn, Hans-Georg (Herdorf), 41
8. Flender, Gerd (Niederfischbach), 34
(in Klammern der jeweilige Ortsverein der SPD)

Andreas Hundhausen hatte wahrlich keine leichte Aufgabe im November 2010 übernommen, als Dr. Matthias Krell vom Amt zurückgetreten war. Beim außerordentlichen Kreisparteitag in Eichelhardt konnte Hundhausen die Delegierten überzeugen und dies gelang ihm jetzt in Wissen auch.
„Die damals entstandenen Gräben sind zugeschüttet“, meinte Hundhausen und dankte Krell für die geleistete Arbeit und sein Engagement. Im Rückblick standen die Landtagswahlen und die Folgen, die letztlich den Verlust eines Mandats im Landtag bescherten. Aber das Positive stand vorne: so habe man das Bürgerbüro in Betzdorf retten können, sein Dank galt den engagierten Genossen des Ortvereins. Für 2012 will Hundhausen die Schulungen und Seminare intensivieren die Kommunalpolitiker in den Räten besser vorbereiteten sollen. Auch im Fokus stehen die kommenden Wahlen. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Nutzung des Truppenübungsplatzes „Stegskopf“ warnte Hundhausen davor, Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg zu fällen und die kommunale Selbstverwaltung zu gefährden.
Für die erkrankte Schatzmeisterin Verena Schmidt trug Hundhausen den Kassenbericht vor, ebenso den Bericht der Revisoren, die keine Beanstandungen gefunden hatten. Die Entlastung erfolgte auf Antrag aus der Versammlung einstimmig.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Hendrik Hering, lobte die Arbeit des Kreisverbandes, auch mit Blick auf die aktuellen Probleme. „Gerechte Gesellschaften sind erfolgreicher“ – so das Thema seines Vortrages vor den Genossen. Er appellierte an die Traditionswerte der SPD, die auf eine 150-jährige Geschichte zurückblickt. Kritisch ging Hering auch mit den Fehlern um, die letztlich seiner Partei einen herben Verlust von rund 10 Prozent eingebracht hatte. „Aus diesen Fehlern müssen wir alle lernen, die Kernmarken sozialdemokratischer Politik müssen unser Grundanliegen sein, die wir glaubwürdig vertreten müssen“, forderte Hering.
Hering ging auf die Probleme des Landes ein, die Haushaltskonsolidierung, die Sparmaßnahmen im Bereich der Verwaltungen (Katasterämter, Finanzverwaltung) und auch auf die Fehler des Nürburgringmanagements. Steuergerechtigkeit – unter sozialdemokratischer Führung wurde der Spitzensteuersatz für Großverdiener gesenkt – ein Fehler, wie Hering eingestand. Dies gelte es zu korrigieren, diese Ungerechtigkeit werde von den Menschen empfunden, und mit einem Blick auf seine eigene Vita als eines von sechs Kindern einer Wäller Familie machte er dies eindringlich deutlich. „Soziale Ungerechtigkeiten werden schon von Kindern wahrgenommen“, warnte Hering vor zuviel Sparmaßnahmen im Bildungssektor, wie es die rheinland-pfälzische Opposition derzeit fordere.

Mit Blick auf das Lokale im Landkreis Altenkirchen fanden die Kreisstraßen und deren Zustand Eingang in Herings Rede. Es sei ein trauriger Rekord am Ende der Skala, den der Landkreis bei der Bewertung der Kreisstraßen im Vergleich anführe. Deshalb erhalte das AK-Land bereits höhere Zuschüsse vom Land als andere Landkreise. Eine gute Infrastruktur sei Voraussetzung für Arbeitsplätze und die gute Anbindung an die vorhandenen Autobahnen habe Priorität. Hering sah hier auch den Bund in der Pflicht, der für die optimale Ausstattung der Bundesstraßen zuständig ist.

Mindestlöhne müssen flächendeckend da eingeführt werden, wo es die Tarifverträge nicht gewährleisten. Ein sozialdemokratisches Grundanliegen sei die Gerechtigkeit in der Gesellschaft, nur dann könne eine Gesellschaft erfolgreich sein, wenn auch Wachstum auf gerechter Basis stattfinde. Hering erhielt langen Applaus für seine Ausführungen.
Fraktionssprecher Bernd Becker gab einen ausführlichen Bericht zur Arbeit der Fraktion. Dabei standen der aktuelle Haushalt mit seinen Schulden im Fokus aber auch die unterschiedlichen Resolutionen. „Resolutionen müssen Sinn machen, viele sind nicht zu Ende gedacht, man muss das Ganze sehen. Bund, Land, Kreis, Kommune, jeder sieht nur seinen Bereich, und nicht die Gesamtproblematik“, führte Becker aus und warnte vor diesem blinden Aktionismus Resolutionen für und gegen Alles zu fassen. (hws)



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