Werbung

Nachricht vom 18.12.2024    

Prozess wegen Volksverhetzung und Körperverletzung beim Amtsgericht Altenkirchen geplatzt

Von Wolfgang Rabsch

Am Mittwoch, 18. Dezember, sollte beim Einzelrichter des Amtsgerichts Altenkirchen eine Strafsache verhandelt werden, die schwerwiegende Straftaten zum Gegenstand hat und öffentliches Interesse erregt hat. „Endlich“ deshalb, weil es bereits der dritte Termin war, nachdem zwei vorherige Termine aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführt werden konnten. Auch der heutige Termin platzte, was zu Beginn der Hauptverhandlung nicht absehbar war.

Fotograf: Wolfgang Rabsch

Hinweis: Der folgende Artikel enthält Kraftausdrücke, die für eine erwachsene Leserschaft bestimmt sind.

Was wirft die Staatsanwaltschaft Koblenz den Angeklagten vor?
Den drei Angeklagten, die die afghanische Staatsangehörigkeit besitzen, wird vorgeworfen, in einem Ort der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld Straftaten wegen Volksverhetzung, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung begangen zu haben. Im Oktober 2022 sollen sie einen anderen afghanischen Staatsangehörigen mit familiären jüdischen Wurzeln, der mittlerweile zum christlichen Glauben übergetreten ist, angegriffen haben.

In einem Lebensmittelgeschäft soll ein Angeklagter dem Geschädigten zunächst zugerufen haben: „Was machst du, jüdisches Arschloch, hier in …?“ Anschließend habe er ihn mit der Faust ins Gesicht und gegen den Oberkörper geschlagen. Der Geschädigte versuchte zu fliehen. Vor dem Geschäft sei er auf die beiden anderen Angeklagten getroffen. Dort hätten alle drei Angeklagten den Geschädigten erneut geschlagen, wobei ein Angeklagter geäußert haben soll: „Schlag das Judenarschloch.“

Der Geschädigte habe in ein Lokal flüchten können. Dort hätten die Angeklagten ihm zugerufen: „Du bist Jude, du bist Christ. Wenn du Eier hast, kommst du raus. Heute Nacht solltest du besser nicht in … schlafen!“ Die Angeklagten hätten ihm Angst machen wollen. Der Geschädigte erlitt durch die Schläge Prellungen, blaue Flecke und Schmerzen.

Angewendete Vorschriften: §§ 130, 185, 224, 241 Strafgesetzbuch (StGB).
Der Vorsitzende gab bekannt, dass keine Gespräche im Hinblick auf eine tatsächliche Verständigung (sogenannter Deal) stattgefunden haben.

Fehlender Rechtsanwalt sorgte für Beendigung des Termins
Ein Zeuge war trotz ordnungsgemäßer Ladung unentschuldigt nicht erschienen, sodass die polizeiliche Vorführung angeordnet wurde. Zwei Angeklagte waren mit ihren Verteidigern erschienen. Jedoch wurde festgestellt, dass ohne Dolmetscher für Afghanisch für den dritten Angeklagten nicht verhandelt werden konnte. Ein Dolmetscher wurde kurzfristig einbestellt und erschien auch.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57577 Hamm (Sieg)

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
51598 Friesenhagen

Hilfskraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Aushilfe im Gruppendienst auf geringfügiger Basis (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Es wurde ausführlich diskutiert, ob dem dritten Angeklagten ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden sollte. Der Hintergrund war, dass der Angeklagte bereits eine Vorstrafe von sieben Monaten auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung mitbrachte, die inzwischen erlassen wurde.

Der betroffene Angeklagte erklärte, dass er einen Rechtsanwalt gehabt habe, mit dem er jedoch nicht klarkam. Zudem habe dieser einen Honorarvorschuss in Höhe von fast 1.000 Euro gefordert, was der Angeklagte als „Unverschämtheit“ empfand. Der Anwalt habe laut Aussage des Angeklagten erklärt, er werde ihn ohne Vorschuss nicht verteidigen. Eine schriftliche Absage des betreffenden Anwalts lag dem Gericht nicht vor, obwohl er ordnungsgemäß geladen war.

Nachdem auch die Staatsanwaltschaft zu der Überzeugung gelangte, dass die Beiordnung eines Pflichtverteidigers notwendig sei und alle Verfahrensbeteiligten zustimmten, wurde dem Angeklagten durch Beschluss ein Pflichtverteidiger beigeordnet. Eine Abtrennung des Verfahrens gegen diesen Angeklagten erschien nicht sinnvoll, da eine gemeinsame Verhandlung gegen alle Angeklagten angestrebt wird.

Neuer Hauptverhandlungstermin
Der mittlerweile vierte Hauptverhandlungstermin wurde auf Mittwoch, 15. Januar 2025, festgelegt. Alle Verfahrensbeteiligten sollen erneut geladen werden. Der AK-Kurier wird vom Fortgang des Verfahrens weiter berichten.


Mehr dazu:   Blaulicht  
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Nach Doppel-Bronze: Skeleton-Pilotin Jacqueline Pfeifer beendet Karriere

Jacqueline Pfeifer beendet ihre Karriere: Am Mittwoch, 16. September 2026, hat die Skeleton-Pilotin aus ...

Funkelnde Wintermomente: Christmas Garden Koblenz startet in die sechste Saison

Der Christmas Garden Koblenz kehrt mit seiner sechsten Ausgabe zurück und verspricht ein Lichtermeer ...

Achtung: Betrug bei Online-Kleinanzeigen

Online-Kleinanzeigen bieten eine attraktive Möglichkeit, Waren zu kaufen und zu verkaufen. Doch nicht ...

"Jugend entscheidet!" in Hamm (Sieg): Ein neues Kapitel der Mitbestimmung

Die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) hat sich erfolgreich für das Förderprogramm "Jugend entscheidet!" qualifiziert. ...

Neue EU-Richtlinie gegen Greenwashing: Konsequenzen für Handwerksbetriebe

Ab dem 27. September gelten strengere Regeln für Werbung mit Umweltversprechen in der EU. Die Handwerkskammer ...

Ellen Demuth und Joachim Brenner setzen sich für Bundesförderung des Freibades Dickendorf ein

Die Bundestagsabgeordnete Ellen Demuth engagiert sich gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde ...

Weitere Artikel


Rhönradturnerinnen aus Wissen können mit internationaler Konkurrenz in Österreich mithalten

Elf Rhönradturnerinnen der DJK Wissen-Selbach reisten mit ihren vier Trainerinnen ins österreichische ...

Adventsfenster im Gasthof zur Post in Weyerbusch lockte zahlreiche Gäste an

Schon seit ein paar Jahren gibt es auch in Weyerbusch die "Adventsfenster". Bei der Aktion schmücken ...

Dritter Weihnachtsmarkt in Schönstein: Ein Ort für Heimeligkeit und Gemeinschaft

Die vorherigen Weihnachtsmärkte, der erste fand im Jahr 2022 am Schützenhaus statt, hatten die Schützenbruderschaft ...

Besinnliche Weihnachtsfeier im Alten- und Pflegeheim St. Vinzenzhaus Gebhardshain begeisterte Bewohner

Auch in diesem Jahr durften sich die Bewohner des Alten- und Pflegeheims St. Vinzenzhaus über eine stimmungsvolle ...

Kreisärzteschaft spendet an Ökumenisches Hospiz Kloster Bruche

Gutes tun für die Region: 2.000 Euro wurden von der Kreisärzteschaft an die Einrichtung der Diakonie ...

Winterzeit ist Einbruchszeit: Polizei warnt vor erhöhter Einbruchsgefahr

Mit der Dunkelheit steigt in der Winterzeit die Zahl der Wohnungseinbrüche. Die Polizei mahnt zur Vorsicht ...

Werbung