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Nachricht vom 09.03.2012 - 02:13 Uhr    

Sinnliche Zeitreise führte durch das Leben von Paul Gauguin

Der literarisch-musikalische Abend zu Ehren von Paul Gauguin zog am Donnerstagabend rund 400 Menschen ins Kulturwerk in Wissen. Schauspielerin Suzanne von Borsody las aus dem und über das Leben des impressionistischen Künstlers und wurde dabei musikalisch von dem Duo „Leccornia“ begleitet.

Eine Reise in die Vergangenheit: Schauspielerin Suzanne von Borsody (Mitte) las aus dem und über das Leben des französischen impressionistischen Künstlers Paul Gauguin. Musikalisch begleitet wurde sie dabei vom Duo "Leccornia", Willy Freivogel (links) und Siegfried Schwab (rechts). Fotos: Bianca Klüser

Wissen. Rund 400 Menschen fanden sich am Donnerstagabend in den Räumlichkeiten des Kulturwerks ein, um der von Schauspielerin Suzanne von Borsody vorgetragenen Geschichte aus dem und über das Leben des Künstlers Paul Gauguin zu lauschen. Die von der Stiftung Kultur im Kreis AK organisierte Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von dem Duo „Leccornia“, bestehend aus Willy Freivogel, Flöte und Siegfried Schwab, Gitarre.

Zunächst begrüßte Klaus Reifenrath, Vorsitzender der Stiftung Kultur im Kreis AK, alle erschienenen Gäste und hieß sie ganz herzlich im Kulturwerk in Wissen willkommen. Im Folgenden stellte er kurz die Stiftung selbst vor und erklärte: „Die Veranstaltung soll auf die Zielsetzung der Stiftung aufmerksam machen.“ Diese wolle bekannter werden und mehr Mitglieder akquirieren, denn diese seien für die Erhaltung der vielgestaltigen Veranstaltungen von Nöten. Zudem sollen die Veranstaltungen das gleichbleibend hohe Niveau halten. Außerdem verwies Reifenrath auf die ausgestellten Bilder der Künstlerin Irmtraud Schniedenharn, die anlässlich der Veranstaltung die Halle des Kulturwerks zierten. Der als literarisch-musikalisches Bilderbuch titulierte Abend solle eine sinnliche Zeitreise durch das Leben des Künstlers Paul Gauguin darstellen und die Gäste zurückführen ins 19. Jahrhundert. Diesen Abend, so hoffe er, werden alle Anwesenden als einen Leckerbissen verbuchen.

Dann betrat Schauspielerin Suzanne von Borsody zusammen mit dem Duo „Leccornia“, mit der Flöte Willy Freivogel und mit der Gitarre Siegfried Schwab, unter großem Applaus die Bühne. Gleich nach Einsetzen eines dämmrigen Lichtes begann die Reise in die Vergangenheit und damit ins Leben des französischen impressionistischen Künstlers Paul Gauguin, einem der Maler, die die Kunst des 19. Jahrhunderts durch seine eindrucksvollen Werke bereichert habe. „Heute zählen die Werke Gauguins zu den am höchsten gehandelten der Welt“, so Rezitatorin Suzanne von Borsody. Den höchsten Preis habe mit 45 Millionen US-Dollar 2006 das Werk „Der Mann mit der Axt“ erzielt. Gauguin gehöre zu den Künstlern, die erst post mortem als einer der Gründerväter der modernen Malerei anerkannt worden seien. Im Folgenden berichtete Suzanne von Borsody ausführlich über das Leben des Künstlers, über Kindheit und Jugend, die Entwicklung zum introvertierten Einzelgänger, über seine Heirat mit der Dänin Mette Gad und gemeinsame Kinder, über das Leben in Paris, Kopenhagen oder der Bretagne, ebenso wie über seine Reise nach Panama, den Mitbau am Panamakanal, den anschließenden Aufenthalt auf Martinique sowie die Rückkehr nach Europa. Zur Sprache kam in ihrer Erzählung auch die Begegnung mit den Brüdern van Gogh, insbesondere Vincent van Gogh. Nach dem Zerwürfnis ihrer Freundschaft habe sich letzterer das linke Ohr abgeschnitten. Trotz der anschließenden Funkstille habe der Selbstmord Vincent van Goghs Paul Gauguin hart getroffen. Das habe sein Sohn berichtet. Gauguin sei oftmals in Tränen ausgebrochen, habe sich aus Furcht, Empfindungen preiszugeben, zurückgezogen und eine Maske aufgezogen, die schnell in Gefahr geriet, mit Hochmut verwechselt zu werden. Er folgte eine ausführliche Darstellung von Gauguins Leben auf Tahiti, über zerstörerische Kriege, unbekannte Sitten und Bräuche.

Nach einer kurzen Pause mit ein paar Erfrischungsgetränken folgte die Darstellung der letzten Jahre von Paul Gauguins Leben. Dieses sei gekennzeichnet gewesen von Schulden und Prozessen, von Krankheit wie Syphilis, wie auch von Heimweh. Zum Ausklang des Abends las Suzanne von Borsody noch einige Zeilen aus Gauguins Tagebuch. Die ganze Erzählung war durchzogen von musikalischen Intermezzi des Duo „Leccornia“ und fand vor dem Hintergrund einer Power Point Präsentation statt, in der einige Bilder des Künstlers gezeigt wurden. Groß war auch der Beifall, den die drei Künstler nach ihrem Auftritt seitens des Publikums ernteten und so verabschiedete sich Schauspielerin Suzanne von Borsody mit den Worten: „Sie waren ein wunderbares Publikum und kommen Sie gut nach Hause.“ (bk)



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