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Pressemitteilung vom 14.02.2025    

Zukunft der Gesundheitsversorgung im AK-Kreis: Experten fordern rasches Handeln

In Rosenheim diskutierten Experten bei einer Podiumsdiskussion der Freien Demokraten über die Zukunft der medizinischen Versorgung im Kreis Altenkirchen. Die Veranstaltung offenbarte dringende Herausforderungen und potenzielle Lösungsansätze.

V.l.: Tanja Söhngen-Pfeifer, Dr. Michael Fink, Dr. Erik Becher, Prof. Dr. Helmut Wieler, Dr. Patrick Löhr, Dr. Klaus Kohlhas, MdB Sandra Weeser. (Fotoquelle: Hanna Bauseler)

Rosenheim. Am Mittwochabend, 12. Februar, fand im Bürgerhaus Rosenheim eine lebhafte Diskussion zur zukünftigen medizinischen Versorgung im Kreis Altenkirchen statt. Organisiert von den Freien Demokraten, nahmen unter anderem Dr. Klaus Kohlhas, Kreistagsmitglied und Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, sowie die Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser teil.

Nach einem einleitenden Vortrag von Dr. Klaus Kohlhas über Patiententestament und Vorsorgevollmacht, erörterten weitere Fachleute wie Dr. med. Patrick Löhr, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, und Prof. Dr. Helmut Wieler, ehemaliger Direktor der Klinik für Nuklearmedizin, die aktuelle Lage und notwendige Reformen.

Prof. Dr. Wieler kritisierte das 2004 eingeführte Klassifizierungssystem German Diagnosis Related Groups (G-DRG) als Hauptursache für die Schieflage im Gesundheitssystem. Er betonte, dass dieses System bestimmte Fachrichtungen benachteilige. Dr. Michael Fink, Vizepräsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, ergänzte, dass die Umsetzung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) zu lange dauere und warnte vor einem "kalten Krankenhaussterben".

Dr. Patrick Löhr berichtete von der Insolvenz des Krankenhauses in Hachenburg und der steigenden Patientenzahl. Tanja Söhngen-Pfeifer hob hervor, dass Telemedizin in der Sterbebegleitung keine adäquate Alternative sei. Dr. Erik Becher lobte die Fortschritte durch Digitalisierung im Gesundheitswesen, insbesondere E-AU und E-Rezepte, und zeigte sich optimistisch bezüglich der E-Patientenakte.



Die Diskutanten waren sich einig, dass kleinere Krankenhäuser nur durch Spezialisierung langfristig bestehen können. Größere, modern ausgestattete Krankenhäuser in Verbindung mit gestärkten ambulanten Strukturen seien notwendig. Zudem müsse die Anzahl der Medizinstudienplätze erhöht werden. Diese Forderungen hätte die FDP bereits 2020 in einem Strategiepapier festgehalten, das damals auf Kritik gestoßen sei. Prof. Dr. Wieler bezeichnete die vergangenen Jahre als "verschenkte Zeit".

Im Hinblick auf die DRK-Krankenhäuser vor Ort sei es wichtig, einen seriösen Träger zu finden, so Dr. Klaus Kohlhas. Eine Rückübernahme durch den Kreis wäre finanziell problematisch. Sandra Weeser betonte die Notwendigkeit einer Anpassung der Krankenhauslandschaft an moderne Anforderungen: "Deshalb unterstützen wir Freien Demokraten ein neues großes Klinikum mit 450 Betten. Dabei ist für uns die Standortfrage zweitrangig." (PM/Red)


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