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Nachricht vom 22.03.2012 - 10:49 Uhr    

Auf den Spuren des Heiligen Hubertus

Eine gemeinsame Wallfahrt der Schützenbruderschaften Birken-Honigsessen, Selbach und Schönstein führte zu den Spuren des Heiligen Hubertus. Schloss Heltorf nahe Düsseldorf, die Lambertuskirche in Kalkum mit ihrem Reliquienschatz und die Insel Kaiserswerth waren unter anderem Ziele der Gruppe.

Die Reliquien in der Lambertuskriche, das Kreuzreliquiar wurd 1951 vom Hause Hatzfeldt gestiftet. Fotos: Florian Jung

Region. Die Schützenbruderschaften Birken-Honigsessen, Schönstein und Selbach unter der Leitung von Pfarrer Martin Kürten begaben sich auf eine Wallfahrt zu den Spuren des Heiligen Hubertus. Auch bekannt unter dem Namen Hubertus von Lüttich (geboren um 655 in Toulouse; gestorben 30. Mai 727 in Tervuren, heute Flämisch-Brabant bei Brüssel/ Belgien) der Bischof von Maastricht und Lüttich war.
Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde. Deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem ist er auch Patron der Natur und Umwelt, der Schützen und Schützenbruderschaften. Die Gebeine des heiligen Hubertus wurden am Hubertustag, dem 3. November 743, erhoben. 825 kamen sie nach Andagium, heute Saint-Hubert in den Ardennen. Im Mittelalter war St. Hubert ein Wallfahrtsort. Seit der französischen Revolution sind die St.-Hubertus-Reliquien jedoch verschwunden.
Die erste Station führte die Reisegruppe zum Schloss Heltorf. Dieses befindet sich im Düsseldorfer Stadtteil Angermund im Norden der Stadt. Es ist umgeben von einem 54 Hektar großen englischen Landschaftsgarten. Das Herrenhaus wurde Anfang des 19. Jahrhundert im klassizistischem Stil nach Plänen des Essener Architekten Heinrich Theodor Freyse neu erbaut. Im Innern sind die Fresken des Barbarossa-Zyklus im großen Gartensaal bemerkenswert. Daneben besitzt das Schloss eine umfangreiche Sammlung alter Bücher, die Gräflich von Spee’sche Bibliothek Eigentlich ist das Schloss nicht öffentlich zugänglich.
Dank den guten Beziehungen und Recherchen von Pfarrer Kürten, wurde der Schützenschar ausnahmsweise Eintritt und Besichtigung gewährt, sowie die Feier der Heiligen Messe in der Schlosskapelle möglich gemacht. Im Jahre 1796 soll im Schloss Heltorf ein Augustinermönch, welcher auf der Flucht war, einen Sarg abgestellt und diesen später nicht abgeholt haben. Zum Inhalt des Sarges ließen Größe und Ausführung die Vermutung aufkommen, dass er aus dem Kloster Saint Hubert in den Ardennen stamme und die Gebeine des heiligen Hubertus beherberge. Admiral Graf von Spee, Mitglied der Familie des Schlossbesitzers, veranlasste 1910 eine Untersuchung des Leichnams bei der Universität Köln, ohne dass der sichere Nachweis geführt werden konnte, dass es sich tatsächlich um die Gebeine von St. Hubertus handelt. Der Onkel des jetzigen Schlossherrn, Wilderich Graf v. Spee, der von 1887 bis 1967 lebte, veranlasste, dass der Sarg in einen Nebenraum der Schlosskapelle verbracht wurde. Dort befindet er sich in einer schlichten Ummauerung, die ein schmiedeeisernes Gitter mit der Inschrift "INCOGNITI CORPUS" (Die Gebeine eines Unbekannten) trägt.

Zur zweiten Station ging es weiter mit der St. Lambertuskirche Kalkum. Kalkum ist ein gepflegtes Dorf mit Wurzeln, die mehr als 1100 Jahre zurückgehen. Neben dem noch dörflichen Ortskern gibt es vor allem das Wasserschloss. Ein imposanter vierflügeliger Prachtbau mit integrierten Bauteilen der sehr viel älteren Vorgängerbauten.
Doch nicht nur das Wasserschloss ist Attraktion und beliebtes Ausflugsziel. Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus beeindruckt durch ihr imposantes Erscheinungsbild. Sie ist nicht nur aufgrund ihres Alters eines der bedeutendsten Baudenkmäler in Düsseldorf, sondern auch wegen Ihrer Ausstattung und der Rolle in der Geschichte. Die ältesten Nachrichten über den Ort stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert, in denen der Königshof Kalkum, bestehend aus Kirche, Haupthof (heute Schloss Kalkum) und Wassermühle, beschrieben werden. Die ältesten Teile der Kirche wurden bereits im 11. Jahrhundert errichtet. Der heilige Lambertus war offenbar von Anfang an Patron der Kirche, da über ein anderes Patrozinium bis heute nichts bekannt ist.
St. Lambertus zwischen 1892 und 1897 grundlegend restauriert und mit einer historischen Ausstattung des 19. Jahrhunderts versehen. Diese entsprach jedoch am Ende der 1970er Jahre nicht mehr dem Geschmack der Zeit, und so wurde das Gebäude 1983 einer erneuten Restaurierung und Neuausstattung unterzogen. Ergebnis dieser letzten Restaurierung ist eine gelungene Verbindung zwischen historischer und moderner Kirchenkunst und der strengen Ordnung eines romanischen Bauwerks. Den neuen Altar schuf der Bildhauer Olaf Höhnen. Von ihm entworfen sind der Ambo, die Bronzeleuchter, das Gitter am wiederhergestellten Sakramentsschrank, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird, und das Ewige Licht. Bei der Weihe des neuen Altares wurden die Reliquien der entfernten Altäre in einem Reliquiar auf der Ostseite des Altares eingesetzt, welches den Staatspreis 1983 von Nordrhein-Westfalen erhielt.
Danach ging es nahtlos weiter zu den Ruinen der Kaiserpfalz. Kaiserwerth befindet sich im Stadtteil Düsseldorf. Die Pfalz geht auf eine Klostergründung des Mönchs Suibert um 700 zurück. Dabei handelt es sich um eine künstlich angelegte Rheininsel, geschützt durch Erdwall, Graben und Palisaden. Dieser entwickelte sich in der nachfolgenden Zeit zu einer wehrhaften Zollfeste. Der Name Kaiserswerth leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „werth“ für Insel her. Es bedeutet somit Kaiserinsel.
Nach der Besichtigung standen zwei Stunden zur freien Verfügung an, um sich den Stadtteil genauer betrachten zu können. Ein Augenmerk hierbei war die Suitbertus Basilika, erbaut zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert.
Zum gemütlichen Tagesausklang wurde das Restaurant „Em Schokker“ (Leverkusen) aufgesucht. Die Historie des Lokals reicht bis in das Jahr 1849 und ist seit dem im Besitz der Familie Kürten, die die Wallfahrtsgruppe bestens beköstigte. Erst in den späten Abendstunden ging es, nach einem sehr gelungenen Tag, mit dem Bus wieder in Richtung Heimat. Pfarrer Kürten betonte, dass dies nicht die letzte Veranstaltung gewesen sei, sondern definitiv noch weitere folgen würden. (Florian Jung)

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