Werbung

Pressemitteilung vom 14.03.2025    

Mindestlohn-Debatte: Gefahr für die Landwirtschaft?

Die geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro sorgt für Diskussionen in der Landwirtschaft. Besonders in Rheinland-Pfalz, bekannt als "Gemüsegarten Deutschlands", könnten die Auswirkungen erheblich sein. Eine branchenspezifische Lösung wird gefordert.

Symbolbild: Pixabay

Mainz. Die aktuellen Sondierungsgespräche der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU haben das Thema Mindestlohn erneut auf die Agenda gebracht. Eine Erhöhung auf 15 Euro pro Stunde steht im Raum, doch ob die Entscheidung durch die Mindestlohnkommission oder direkt von den Regierungsparteien getroffen wird, bleibt unklar. Eine Stellungnahme zum Thema Mindestlohn in der Landwirtschaft vom "Landwirtschaft verbindet Rheinland-Pfalz e.V." beleuchtet die möglichen Folgen.

Besonders betroffen wäre die Landwirtschaft, vor allem die arbeitsintensiven Sonderkulturen in Deutschland. Für die rund 300.000 Beschäftigten in dieser Branche und den nachgelagerten Betrieben würde eine solche Erhöhung monatliche Mehrkosten von über 130 Millionen Euro bedeuten. Diese Belastung könnte auch nicht durch eine steuerliche Entlastung des in der Landwirtschaft eingesetzten Dieselkraftstoffs ausgeglichen werden.

Ein Großteil der Lohnsteigerungen würde zudem nicht in Deutschland investiert oder konsumiert, sondern überwiegend in den Heimatländern der saisonalen Arbeitskräfte ausgegeben. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Produktionskosten schwer kalkulierbar sind und nicht an den Markt weitergegeben werden können.



Rheinland-Pfalz, mit seinem Schwerpunkt auf Weinbau und Sonderkulturen, wäre besonders betroffen. In diesen Bereichen liegt der Anteil der Handarbeit oft bei über 90 Prozent. Höhere Lohnkosten würden direkt auf die Erzeuger durchschlagen und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Existenz vieler familiengeführter Höfe. Dies könnte zu einer verstärkten Abhängigkeit von Importen aus Ländern mit niedrigeren Lohnkosten führen, wobei zentrale Standards wie Qualität und Umwelt- und Naturschutz nicht mehr direkt beeinflussbar wären.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird ein branchenspezifischer Mindestlohn gefordert, der von einer Branchen-Mindestlohnkommission ausgehandelt wird. Dieser sollte einen jährlichen Inflationsausgleich von zwei Prozent beinhalten, um Planungssicherheit und eine tragbare Kostenentwicklung sowohl für Arbeitende als auch für Betriebe zu gewährleisten. PM/Red


Mehr dazu:   Wirtschaft  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Ein See kehrt zurück: Wie der Wiesensee wieder zum Leben erwacht

Segelboote, doch weit und breit kein Wasser in Sicht. Der Wiesensee hat seit Jahren kein Wasser. Das ...

Auf Sommertag folgen trübe Aussichten in Rheinland-Pfalz

Die Menschen in Rheinland-Pfalz können sich auf einen letzten Hauch von Sommer freuen, bevor trübere ...

Kontroverse um Widerspruchslösung bei Organspenden im Landtag

Im rheinland-pfälzischen Landtag sorgt ein Vorstoß der Regierungsfraktionen von CDU und SPD zur Einführung ...

Pflichtfach Informatik in Rheinland-Pfalz: Ein Meilenstein für MINT-Bildung

Ab dem Schuljahr 2028/2029 wird Informatik in Rheinland-Pfalz als Pflichtfach eingeführt. Diese Neuerung ...

Von Mainz bis Oppeln: Erste Auslandsreise von Ministerpräsident Schnieder

Eine junge Eiche aus Rheinland-Pfalz wächst nun in Polen. Ministerpräsident Schnieder hat dort über die ...

MINT-Strategie in Rheinland-Pfalz: Mädchen im Fokus der Naturwissenschaften

Die MINT-Strategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung zielt darauf ab, die Begeisterung für Mathematik, ...

Weitere Artikel


"Wie et fröher wor": Der ewige Sommer in Omas Garten

Zusammengewürfelte Gartenmöbel, ein knallig-bunter Sonnenschirm, ein improvisiertes Planschbecken: Unser ...

Polizeifahrzeug in Altenkirchen beschädigt - Zeugen gesucht

In Altenkirchen kam es am 13. März zu einer Sachbeschädigung an einem Polizeifahrzeug. Während die Beamten ...

Westerwälder Holztage mit breitem Angebot am letzten Juni-Wochenende

Die beliebten Westerwälder Holztage werden unter der Regie der Regionalinitiative „Wir Westerwälder“ ...

Zwölf neue Staatsbürger im Kreis Altenkirchen begrüßt

Im Kreis Altenkirchen fand die erste Sammeleinbürgerung des Jahres statt. Zwölf Personen erhielten ihre ...

Wissing sieht keine Erfolgschancen für Klagen gegen Bundestag-Sondersitzungen

Die rechtliche Zulässigkeit der Sondersitzungen des alten Bundestags steht im Mittelpunkt aktueller Diskussionen. ...

Abschied von Justizminister Herbert Mertin in Koblenz

Der plötzliche Tod des rheinland-pfälzischen Justizministers Herbert Mertin hat viele Menschen erschüttert. ...

Werbung