Werbung

Nachricht vom 17.04.2025    

Welle der Empörung wegen illegal im Westerwald erschossener Wölfin

Die im Westerwald tot aufgefundene Wölfin, ein gerade mal neun Monate altes Jungtier, sorgt für eine Welle der Empörung. Die Untersuchungen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord ergaben eindeutige Hinweise auf einen illegalen Abschuss. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz.

Symbolbild (Quelle: Pixabay)

Fiersbach. Bereits am 19. Februar entdeckten Spaziergänger in der Nähe von Fiersbach im Kreis Altenkirchen den leblosen Körper einer jungen Wölfin. Die Obduktion ergab, dass das Tier durch einen Schuss getötet wurde. Bei der neun Monate alten Wölfin, die unter dem Namen GW4599f bekannt ist, stellten die Experten eine Herzbeuteltamponade sowie weitere schwere innere Verletzungen fest, die auf den Beschuss zurückzuführen sind. Das Tier soll zum Nachwuchs des Problemwolfs GW1896m gehören.

Strafanzeige gestellt
Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord erstattete Anzeige wegen des Verdachts auf einen illegalen Abschuss. Der Fall wurde zur weiteren Prüfung an die Staatsanwaltschaft Koblenz übergeben. Laut Bundesnaturschutzgesetz stellt der Abschuss eines Wolfs ohne Ausnahmegenehmigung eine Straftat dar. Alle Bürger werden gebeten, sachdienliche Hinweise bei der Polizei zu melden.

Kritik von Jägern und Naturschützern
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz und der Naturschutzbund (NABU) verurteilten die Tötung scharf. Dieter Mahr, Präsident des Landesjagdverbands, distanzierte sich deutlich von der Tat und erklärte: "Diese Handlung stellt einen groben Rechtsverstoß dar." Auch beim NABU zeigt man sich besorgt über die illegale Tötung eines streng geschützten Tieres. Die Tötung von streng geschützten Tieren ist laut der Naturschutzinitiative (NI) kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwerwiegende Straftat.



Wachsende Wolfspopulation in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen vier Wolfsrudel, was sowohl Freude als auch Besorgnis auslöst. Im Jahr 2024 wurden 158 Sichtungen gemeldet. Die Rückkehr der Wölfe beeinflusst bisher nicht den Tourismus in der Region. Umweltministerin Katrin Eder betonte, dass keine Konflikte zwischen Wölfen und Menschen bekannt sind, ausgenommen der Übergriffe auf Weidetiere. Sollte sich der Wolf außerhalb bestehender Präventionsgebiete ansiedeln, könnten neue Schutzregionen ausgewiesen werden.

Das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO) wurde eingerichtet, um als zentraler Ansprechpartner für alle Belange rund um den Wolf zu fungieren. Hinweise zu Wolfssichtungen oder Rissen können telefonisch unter der Rufnummer 06306-911-199 oder per E-Mail an kluwo@wald-rlp.de gemeldet werden. (TS)


Mehr dazu:   Wolf  
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Geldstrafe wegen sexueller Belästigung einer Schülerin - Amtsgericht Altenkirchen verhandelte

Ein Mann soll eine 18-jährige Schülerin während eines Einstellungsgesprächs in einer Shisha-Bar im Kreis ...

Symbolischer Meilenstein: Grundsteinlegung für Ersatzneubau in Betzdorf

In Betzdorf schreitet der Bau des neuen Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef zügig voran. Mitte März ...

12-jähriges Mädchen aus Siegen-Eiserfeld vermisst

Seit Montag (16. März) wird ein 12-jähriges Mädchen aus einer Wohngruppe in Siegen-Eiserfeld vermisst. ...

Kind in der Sieg - Rettungseinsatz in Eiserfeld

Am Dienstagvormittag (17. März) geriet ein Kind beim Spielen bei den Eiserfelder Siegauen in die Sieg ...

Sportlicher Einsatz für den guten Zweck: 4.000 Euro Spende für den Tierpark Niederfischbach

Der Tierpark Niederfischbach erhielt eine Unterstützung von 4.000 Euro, die aus einem sportlichen Ereignis ...

Neues Mannschaftstransportfahrzeug stärkt die Feuerwehr Niederdreisbach

Die Freiwillige Feuerwehr Niederdreisbach hat ein neues Fahrzeug erhalten, das den Einsatzalltag erleichtern ...

Weitere Artikel


Unfall auf der K 50 bei Hamm: Lkw und Kleintransporter stießen in Kurve zusammen

Am Mittwochmorgen (16. April) ereignete sich auf der Kreisstraße 50 nahe Hamm (Sieg) ein Verkehrsunfall. ...

"Wie et fröher wor": Konfirmation in den 1970ern mit Hachenburger Pils vor der Haustür

Es dürfte ein vertrautes Bild aus vielen Familiefotoalben sein: Die Verwandtschaft nutzt das gute Wetter, ...

Sonne zu Ostern: Wetterumschwung in Rheinland-Pfalz erwartet

Das Wetter in Rheinland-Pfalz zeigt sich über die Osterfeiertage von seiner wechselhaften Seite. Während ...

Ostern in Rheinland-Pfalz: Was am stillen Karfreitag erlaubt ist

Das Osterwochenende bietet vielen Menschen die Gelegenheit, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. ...

Rückenschmerzen in Rheinland-Pfalz: Jeder Vierte betroffen

Eine aktuelle Analyse der Krankenkasse Barmer zeigt, dass Rückenschmerzen in Rheinland-Pfalz weit verbreitet ...

Rettet die Bienen: So einfach wird Ihr Garten zum Paradies für Bestäuber

Bienen sind essenziell für unser Ökosystem, doch ihr Lebensraum schwindet. Ein bienenfreundlicher Garten ...

Werbung