Werbung

Pressemitteilung vom 08.05.2025    

Neue Heizungsdebatte: Was wird aus dem Gebäudeenergiegesetz?

Die Ankündigungen der neuen Bundesregierung zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sorgen für Unruhe. Besonders die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert Klarheit und Planungssicherheit im Bereich Heizungstechnik.

Symbolbild: Pixabay

Mainz. Nachdem die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes vor zwei Jahren für Diskussionen gesorgt hatte, steht das Thema erneut im Fokus. Im aktuellen Koalitionsvertrag heißt es: "Wir werden das Heizungsgesetz abschaffen. Das neue GEG machen wir technologieoffener, flexibler und einfacher." Obwohl ein eigenes Heizungsgesetz nicht existiert, bezieht sich diese Aussage auf den Paragrafen 71 des GEG. Eine Streichung oder Anpassung dieses Paragrafen könnte weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen haben, sowohl auf nationaler Ebene als auch für individuelle Hausbesitzer. Sollte Deutschland durch eine solche Änderung die von der EU geforderten CO2-Minderungsziele im Gebäudesektor verfehlen, könnten teure CO2-Zertifikate notwendig werden.

Die Heizungsbranche und Verbraucher:innen fordern Planungssicherheit. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht die im Gesetz verankerte Technologieoffenheit bereits als ausreichend an, da sieben verschiedene Optionen für Heizungserneuerungen bestehen. Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale, warnt: "Verbraucher:innen tragen auch ohne das sogenannte Heizungsgesetz mit alten Heiztechniken wie Öl- und Gasheizungen auch künftig ein hohes Kostenrisiko." Dies sei auf die ab 2027 erwarteten steigenden CO2-Preise zurückzuführen, die Haushalte mit fossilen Heizsystemen belasten würden. Zusätzlich steigen die Gasnetzentgelte, wenn die Zahl der Erdgasnutzer sinkt.



Hans Weinreuter, Fachbereichsleiter Energie, Klima und Bauen bei der Verbraucherzentrale, betont: "Um den Hausbesitzer:innen den Einstieg in die Wärmewende zu erleichtern, wäre es notwendig, dass sowohl die Preise für die Wärmepumpen als auch für den zugehörigen Strom deutlich sinken." Er fordert mehr Transparenz in der Preisgestaltung von Nah- und Fernwärme, was auch im Koalitionsvertrag angekündigt wurde.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Hausbesitzern, besonnen zu handeln:
- Bei Heizungen unter fünfzehn Jahren besteht kein akuter Handlungsbedarf, jedoch sollte ein langfristiger Modernisierungsplan erstellt werden.
- Für ältere Heizungen ist eine Energieberatung ratsam, um ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln. Hierbei sollten die Gesamtkosten über einen Zeitraum von 20 Jahren berücksichtigt werden.
- Auch die kommunale Wärmeplanung kann bei Entscheidungen hilfreich sein; aktuelle Planungen können bei der zuständigen Verwaltung erfragt werden.

Weitere Informationen zum Thema Heizung bietet die Verbraucherzentrale online an. PM/Red


Mehr dazu:   Wirtschaft  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Kampagne #mehrAchtung startet in Rheinland-Pfalz mit Fokus auf Straßenbetriebsdienst

Mit dem Start der bundesweiten Kampagne #mehrAchtung setzt Rheinland-Pfalz ein Zeichen für mehr Rücksicht ...

Rheinland-Pfalz positioniert sich geschlossen gegen Teilzeit-Einschränkungen

Der rheinland-pfälzische Landtag hat sich einstimmig gegen den Vorschlag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ...

Tarifstreit im Bildungssektor: Warnstreiks in Rheinland-Pfalz erwartet

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes stehen im Februar neue Verhandlungen an. Bis dahin könnten ...

Karneval in Rheinland-Pfalz: Nachwuchsmangel bei Büttenrednern

Die traditionelle Büttenrede, ein fester Bestandteil des rheinischen Karnevals, gerät zunehmend in Bedrängnis. ...

Personalmangel in Kitas: Rheinland-Pfalz unter Druck

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung offenbart erhebliche Defizite bei der Personalausstattung ...

Krankenkasse sieht keinen signifikanten Anstieg von Krankenmeldungen per Telefon

Der Bundeskanzler hat den Krankenstand in Deutschland ins Visier genommen. Besonders in Rheinland-Pfalz ...

Weitere Artikel


Große Chancen für Kunsthandwerker in Rheinland-Pfalz: Staatspreis 2025

Die Handwerkskammer Koblenz und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz ...

Rheinland-Pfalz plant, Verfassungstreuepflicht im öffentlichen Dienst zu überarbeiten

Die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch durch das Bundesamt für Verfassungsschutz wirft ...

Feuerwehr verhindert größeren Schaden bei Dachstuhlbrand in Daaden

Am Mittwochabend (7. Mai) wurde die Feuerwehr zu einem Brand in der Lamprechtstraße in Daaden gerufen. ...

Studie deckt strukturelle Missbrauchsprobleme im Bistum Speyer auf

Eine neue Studie beleuchtet die Hintergründe des sexuellen Missbrauchs im Bistum Speyer. Die Untersuchung ...

Noah und Emilia führen Babynamen-Rangliste in Rheinland-Pfalz an

Eltern in Rheinland-Pfalz haben im Jahr 2024 besonders häufig die Namen Noah und Emilia für ihre Neugeborenen ...

Ulmtal-Express startet: Neue Radbus-Linie stärkt Tourismus im Westerwald

Am 30. April wurde der Ulmtal-Express, die neue Linie 125, in Beilstein offiziell vorgestellt. Mit dem ...

Werbung