Werbung

Nachricht vom 09.05.2025    

Bistum Speyer erschüttert über Missbrauchsstudie - Bischof Wiesemann bittet um Vergebung

Eine neue Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Speyer hat tiefe Bestürzung ausgelöst. Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Generalvikar Markus Magin äußern sich beschämt und bitten die Betroffenen um Vergebung.

Bischof Wiesemann hatte lange Zeit nur an Einzelfälle geglaubt.. Foto: Uwe Anspach/dpa

Region. Nach der Veröffentlichung einer Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Speyer hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann eine umfassende Aufarbeitung gefordert. "Einen Schlussstrich unter das Thema Missbrauch kann und darf es nicht geben", erklärte Wiesemann in der pfälzischen Domstadt. "Ich kann nur aus ganzem Herzen um Vergebung bitten." Er betonte, dass nichts die schrecklichen Taten ungeschehen machen könne und forderte einen grundlegenden Kulturwandel in der katholischen Kirche.

Der Bischof gestand ein, das Ausmaß des Missbrauchs lange nicht erkannt zu haben. "Dafür schäme ich mich persönlich", sagte er. Zunächst habe er an Einzelfälle geglaubt und die strukturelle Beteiligung der Kirche nicht wahrgenommen. Wiesemann stellte sich seiner Verantwortung für das Leid, das durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verursacht wurde, sowie für seine unzureichende Unterstützung der Betroffenen.

Generalvikar Markus Magin kündigte in Reaktion auf den Missbrauch ein Mahnmal an. Das Leid der Betroffenen habe ihn tief erschüttert und beschämt. "Deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen, mich der Bitte des Bischofs um Entschuldigung an alle Betroffenen ausdrücklich anzuschließen."

Die Studie wurde von der Mannheimer Historikerin Sylvia Schraut vorgestellt und soll in zwei Jahren vollständig vorliegen. Der erste Teil hebt hervor, dass kirchliche Strukturen den Missbrauch im Bistum Speyer maßgeblich begünstigt haben. Momentan geht man von 109 beschuldigten Geistlichen sowie 41 Nichtklerikern aus. Rund die Hälfte der Taten ereignete sich in den 1950er und 1960er Jahren, oft in kirchlichen Heimen für Kinder und Jugendliche, auch durch Nonnen oder Erzieherinnen. Etwa die Hälfte der Fälle wurde erst nach dem Jahr 2000 bekannt. Bis heute wurden rund 3,6 Millionen Euro inklusive Therapiekosten an 96 Betroffene gezahlt.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

SPS-Programmierer / Automatisierungstechniker (m/w/d)

Maschinenbau Böhmer GmbH
57520 Steinebach/Sieg

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Meister/Techniker/Obermonteur für Elektrotechnik (m/w/d)

Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH
57627 Hachenburg

Sozialarbeiter/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Bischof Wiesemann berichtete, dass ihn die mehr als 470 Seiten der Studie immer wieder ins Stocken gebracht hätten, insbesondere da kirchliche Heime sogenannte Hotspots der Verbrechen gewesen seien, wo Menschen "himmelschreiendes Unrecht und Leid" widerfahren sei. Dies sei eine schreckliche Realität, die nicht rückgängig gemacht werden könne.

Der Betroffenenbeirat im Bistum fordert laut seinem Vorsitzenden Bernd Held "das Zerschlagen der Strukturen", die Missbrauch ermöglicht haben. Held rief weitere Betroffene dazu auf, sich zu melden. "Es gibt viele, die immer noch denken, sie seien ein Einzelfall. Das ist spätestens mit der Studie eindeutig widerlegt", so der Saarländer.

Das Bistum Speyer umfasst die Pfalz und den Saarpfalz-Kreis mit etwa 1,57 Millionen Menschen, darunter rund 437.000 Katholikinnen und Katholiken. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Temperaturen in Rheinland-Pfalz steigen auf bis zu 35 Grad

Der Frühsommer zeigt sich in Rheinland-Pfalz von seiner heißen Seite. An den Pfingstfeiertagen steigen ...

Herausforderungen für Studierendenwerke: Kampf gegen steigende Mensa-Preise in Rheinland-Pfalz

In den Mensen der Hochschulen in Rheinland-Pfalz stehen Studierendenwerke vor der Herausforderung, trotz ...

Windkraft-Ausbau in Rheinland-Pfalz: Verbände und Nabu mit unterschiedlichen Sichtweisen

Energieverbände in Rheinland-Pfalz warnen vor neuen Hürden beim Ausbau der Windenergie. Sie sehen die ...

Blaualgen-Alarm in Rheinland-Pfalz: Warnungen vor Badesaisonbeginn

Noch bevor die Badesaison offiziell beginnt, sorgen erhöhte Blaualgenkonzentrationen in mehreren rheinland-pfälzischen ...

Sommerliche Temperaturen in Rheinland-Pfalz: Bis zu 34 Grad erwartet

Der Sommer zeigt sich in Rheinland-Pfalz von seiner besten Seite und beschert den Menschen ein sonniges ...

Achtung: Neue Zollgebühren beim Online-Shopping ab dem 1. Juli

Ab dem 1. Juli 2026 müssen Verbraucher bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern mit zusätzlichen Zollgebühren ...

Weitere Artikel


Neues Jagdrecht in Rheinland-Pfalz: Ein Kompromiss für Wald und Wild

Nach jahrelangen Diskussionen steht Rheinland-Pfalz kurz vor der Einführung eines neuen Jagdgesetzes. ...

36-jähriger Mann aus Siegburg vermisst: Polizei bittet um Mithilfe

Seit dem Abend des 6. Mai wird der 36-jährige Mehmet Ü. aus Siegburg vermisst. Hinweise auf eine mögliche ...

Ein Abend voller Emotionen: "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry"

Am 21. Mai lädt die kfd Neunkirchen Burbach zu einem besonderen Filmabend ein. Im Bonifatiushaus wird ...

Autowäsche am Sonntag in Rheinland-Pfalz bleibt tabu

In Rheinland-Pfalz müssen Autofahrer auch weiterhin darauf verzichten, ihre Fahrzeuge an Sonn- und Feiertagen ...

Sonniges Wochenende in Rheinland-Pfalz erwartet

Die Menschen in Rheinland-Pfalz können sich auf ein sonniges und mildes Wochenende freuen. Der Frühling ...

Hautkrebs in Rheinland-Pfalz: Männer sterben häufiger als Frauen

Eine aktuelle Auswertung des Instituts für digitale Gesundheitsdaten (IDG) zeigt alarmierende Geschlechterunterschiede ...

Werbung