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Nachricht vom 13.05.2025    

Trotz Trockenheit: Trinkwasserversorgung im Kreis nach wie vor gesichert

Die Blicke dieser Tage in Richtung des azurblauen Himmels können durchaus mit Sorgen verbunden sein. Regen ist nach wie vor nicht in Sicht – zumindest nicht bis zum nächsten Wochenende. Die Natur braucht dringend Nässe von oben. Die Waldbrandgefahr steigt, die Trinkwasser-Talsperren des Aggerverbandes sind weniger gefüllt als in „normalen“ Jahren.

Die Wiehltalsperre ist die Heimat des Trinkwassers für die meisten Bürger im Kreis Altenkirchen. (Foto: Aggerverband)

Kreis Altenkirchen. Sind in heimischen Regionen die wochenlangen Perioden ohne Niederschlag auch ein Indiz des Klimawandels oder nur eine Ausnahme des „normalen“ Wettergeschehens im Westerwald? Fakt ist jedenfalls: Die Trockenheit wirkt sich negativ auf die Natur aus, die Waldbrandgefahr steigt, die Trinkwasser-Talsperren des Aggerverbandes im Bergischen Land, von wo aus die Wasserversorgung Kreis Altenkirchen (WKA) das flüssige Nass für über 90 Prozent der Menschen im AK-Land bezieht, sind rund 12 bis 15 Prozent weniger gefüllt als es die Mittelwerte für diese Jahreszeit ausweisen. „Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist gesichert“, sagt Axel Blüm, Unternehmenssprecher des Aggerverbandes, obwohl der Winter und das Frühjahr doch recht trocken gewesen seien. Und das Winterhalbjahr (November bis April) sei grundsätzlich die Zeit mit den meisten Zuflüssen. Beim Blick auf die Diagramme, die die Füllstände beschreiben, weisen die Tendenzen jeweils per rotem Pfeil nach unten: Die Aggertalsperre ist zu 58 Prozent (9,97 Millionen Kubikmeter/Kapazität 17 Millionen Kubikmeter), die Genkeltalsperre zu 71 Prozent (5,82 Millionen Kubikmeter/8,2 Millionen Kubikmeter) und die Wiehltalsperre als Versorger des Landes an Sieg und Wied zu 74 Prozent (23,52 Millionen Kubikmeter/31,8 Millionen Kubikmeter) gefüllt, wobei die Aggertalsperre dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseranreicherung, der Freizeitnutzung sowie der Bereitstellung von Brauchwasser für die Energiegewinnung dient, während die anderen beiden für die Trinkwasserversorgung ausgelegt sind. Grundsätzlich, so Blüm, wurden die Trinkwasser-Talsperren für „Doppeltrockenjahre“ konzipiert – will nichts anderes heißen, als dass es dieses Jahr keine Probleme geben sollte. Mit ein wenig Niederschlag in den kommenden Monaten sollte sich an der Situation auch in 2026 nichts ändern. Die Brauchwasser-Talsperren des Wupperverbandes konnten laut „Oberberg aktuell“ in diesem Jahr ebenfalls weniger Wasservorrat für den Sommer einspeisen als üblich. Nach Angaben des Verbandes handele es sich an der Messstelle Bever-Talsperre um die dritttrockenste Periode (Februar, März, April) seit 118 Jahren (Beginn der Datenaufzeichnung).

Größter Kunde des Aggerverbandes
Seit nunmehr knapp über 53 Jahren besteht der WKA, der mit rund 5,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr der größte Trinkwasserabnehmer des Aggerverbandes ist. Mit dem Bau der Wiehltalsperre und seit der Inbetriebnahme des Wasserwerks Auchel im Jahr 1975 beliefert er im Kreis Altenkirchen mehr als 90 Prozent der Menschen mit dem kostbarsten Lebensmittel. Einige Kommunen im AK-Land nutzen aber nach wie vor eigene Quellen zur Trinkwasserversorgung. Beim Rückblick auf den 50. Geburtstag der Zusammenarbeit wurde festgestellt: „Aus heutiger Sicht haben die damals Verantwortlichen sowohl beim WKA als auch beim Aggerverband genau das Richtige getan. Der WKA suchte nach Versorgungssicherheit für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung im Kreis Altenkirchen, und der Aggerverband hielt Ausschau nach zusätzlichen Absatzmärkten für sein Trinkwasser und fand diese im Raum Altenkirchen.“ Das Besondere ist, dass der Kreis Altenkirchen im Bundesland Rheinland-Pfalz und der Aggerverband im Bundesland Nordrhein-Westfalen liegen. So galt es nicht nur, die entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Es musste auch im Vorfeld im Jahr 1972 ein Staatsvertrag zwischen den beiden Bundesländern abgeschlossen werden.




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Idee aus den 1950er-Jahren
Die Idee einer zentralen Wasserversorgung im Land an Sieg und Wied geht auf die 1950er-Jahre zurück. Ungünstige hydrogeologische Verhältnisse im Kreisgebiet brachten die Erkenntnis, dass für einen zukünftig steigenden Wasserbedarf Oberflächenwasser herangezogen werden muss. Damals wurde die Nistertalsperre und die Errichtung einer Trinkwassertalsperre am Wipperbach nördlich von Wissen in Betracht gezogen. Die Weichen wurden jedoch anders gestellt. Ende 1968 plante der Aggerverband (gegründet 1923) den Bau der Wiehltalsperre in Nordrhein-Westfalen. 1970 wurde endgültig festgelegt, den größten Teil des Kreises Altenkirchen zukünftig mit Wasser des Aggerverbandes zu versorgen. Es folgte die Gründung des WKA am 18. April 1972 und dessen Mitgliedschaft im Aggerverband mit Sitz in Gummersbach. Die Vergabe des ersten Bauauftrages erfolgte am 9. August 1973. Die Versorgung des Kreises geschieht nach wie vor in zwei Bereichen: die Südwest-Gruppe mit den Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld und Hamm sowie die Ostgruppe mit den Verbandsgemeinden Wissen, Betzdorf (ohne Gebhardshain), Kirchen und Daaden-Herdorf. Noch bis zum Jahr 2000 hatte der WKA sein eigenes Betriebsgebäude mit Personal an der Wingertshardt bei Hövels. Danach übernahmen die Stadtwerke Wissen die Betriebsführung des WKA in ihren Gebäuden. Im Laufe der Jahre plante der WKA auch, Wasser über den Wahnbachtalsperrenverband (WTV/Betriebsführerin Stadtwerke Bonn) zu beziehen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Ende 2003 wurden erste Gespräche mit dem WTV geführt, der Vertrag im Juni 2007 geschlossen. Das Projekt scheiterte, der Vertrag wurde im Jahr 2012 wieder aufgehoben. Als Folge dessen wurde eine zweite Transportleitung als Back-up vom Hochbehälter Freiheit (Lützingen bei Waldbröl) bis zum Übergabepunkt an der Sieg bei Pirzenthal (Wissen) verlegt. (vh)


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