Werbung

Nachricht vom 14.05.2025    

Aktualisiert: Debatte über neues Bestattungsrecht - Sargpflicht soll fallen

Das Bestattungsrecht in Rheinland-Pfalz steht vor einer umfassenden Reform. Der Landtag diskutiert über die Abschaffung der Sargpflicht und weitere Änderungen, die eine selbstbestimmte Beisetzung ermöglichen sollen.

Beerdigung. Foto: Hannes P. Albert/dpa

Mainz. Das geplante neue Bestattungsrecht der rheinland-pfälzischen Ampel-Regierung sorgt für kontroverse Diskussionen. Die CDU-Opposition fordert wesentliche Änderungen, um Pietät und Würde zu wahren. Der CDU-Abgeordnete Christoph Gensch kritisierte den aktuellen Entwurf und sprach sich für eine Expertenanhörung aus. Er warnte vor möglichen Folgeproblemen, insbesondere bei der Totenruhe.

Die geplanten Änderungen sehen vor, dass die Sargpflicht wegfallen soll, was auch Tuchbestattungen ermöglicht. Zudem könnten Bestattungen in größeren Flüssen erlaubt werden. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, aus der Asche Verstorbener synthetische Diamanten herzustellen, was derzeit in Deutschland nicht möglich ist, jedoch in der Schweiz und Österreich.

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sowie Vertreter der drei Ampel-Fraktionen unterstützen das Gesetz. Es solle den individuellen Wünschen gerecht werden und selbstbestimmte Entscheidungen bei der eigenen Beisetzung ermöglichen. Friedhöfe bleiben jedoch weiterhin zentrale Orte der Trauer.

Der CDU-Abgeordnete Gensch lobte die neuen Regelungen zur Beisetzung von Sternenkindern. Künftig sollen auch Babys, die vor der 24. Schwangerschaftswoche sterben oder mit weniger als 500 Gramm tot geboren werden, beerdigt werden können, auch zusammen mit einem Elternteil. Auch die Ehrengräber für im Auslandseinsatz gefallene Soldaten finden Unterstützung bei der CDU.



Josef Winkler von den Grünen betonte, dass das Gesetz die Würde der Verstorbenen achten und deren letzten Willen respektieren soll. "Die Wünsche der Hinterbliebenen müssen demgegenüber zurückstehen."

FDP-Fraktionschef Steven Wink bezeichnete das Gesetz als "Meilenstein", der Respekt vor Individualität, persönlichen Wünschen sowie verschiedenen Kulturen und Religionen zeige - innerhalb klarer Rahmenbedingungen.

Patrick Kunz von den Freien Wählern kritisierte hingegen einen möglichen Bedeutungsverlust der Friedhöfe als Stätten der Ruhe und Begegnung. Bereits jetzt würden Urnen von Entrümplern wortlos vor Friedhöfen abgestellt.

Die AfD-Fraktion sprach sich gegen staatliche Bevormundung und für eine Reform des Gesetzes aus. Peter Stuhlfauth sagte: "Im Tod sind alle Menschen gleich."

SPD-Fraktionschefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte die Notwendigkeit eines fortgesetzten Dialogs mit Kirchen und gesellschaftlichen Gruppen. "Wenn es um Tod, Trauer und Würde geht, müssen wir sensibel miteinander umgehen."(dpa/bearbeitet durch Red)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Rosenmontagsumzug in Koblenz: 100.000 Besucher feiern friedlich

Trotz durchwachsenen Wetters zog der Rosenmontagsumzug in Koblenz rund 100.000 fröhliche Besucher an. ...

SPD fordert strengere Regeln für Social-Media-Nutzung von Jugendlichen

Die Nutzung sozialer Medien berge erhebliche Risiken für Minderjährige, ist der rheinland-pfälzische ...

Briefwahl in Rheinland-Pfalz: Was Wähler wissen müssen

Die Briefwahl erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Auch bei der kommenden Landtagswahl ist es wichtig, ...

Briefwahl in Rheinland-Pfalz startet: Kommunen öffnen Wahlbüros

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März rückt näher. In vielen Kommunen können Bürger bereits ...

Männerchöre in Rheinland-Pfalz: Zwischen Spaß und schwindenden Mitgliederzahlen

In Rheinland-Pfalz sinkt die Zahl der Chormitglieder stetig, wobei besonders Männer zwischen 30 und 60 ...

Trübes Wetter an Karneval in Rheinland-Pfalz – Regen und Graupel erwartet

Karnevalsfans sollten sich gut vorbereiten, denn das Wetter an Karneval verspricht alles andere als sonnig ...

Weitere Artikel


Rehkitze in der Natur lassen - Polizei Koblenz warnt vor Eingriffen

Der Frühling bringt nicht nur blühende Landschaften, sondern auch zahlreiche Wildtiere mit sich. Besonders ...

Schnieder: Keine Zusammenarbeit mit AfD und Linke

Der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Gordon Schnieder hat eine klare Haltung zur Zusammenarbeit mit ...

Riesling trifft Realpolitik: Merz lädt Trump in die Pfalz ein

Ein Besuch von Donald Trump in der Pfalz könnte mehr sein als nur eine nostalgische Reise. Bundeskanzler ...

Junge FREIE WÄHLER: Kritik am neuen Landesjagdgesetz – David Eilert spricht von ideologischem Anschlag

Die folgende Pressemitteilung stammt von den Jungen FREIEN WÄHLERN Rheinland-Pfalz. Sie wird im Wortlaut ...

Grandioses Konzert in Wissen: Westerwald-Gymnasium feiert 75-jähriges Jubiläum

Das Westerwald-Gymnasium Altenkirchen feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Dem Organisationsteam ...

"Wie et fröher wor": Als das Schützenfest in Selbach noch ganz groß gefeiert wurde

Große Schützenfeste mit prunkvollen Umzügen kennt man auch heute noch in der Region. Doch ganz weit oben ...

Werbung