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Pressemitteilung vom 20.05.2025    

Modernste Medizin gegen Blasenkrebs: Neoblase und ihre Vorteile

Blasenkrebs ist eine der aggressivsten Krebsarten und erfordert oft die Entfernung der Harnblase. Doch moderne Medizin bietet innovative Lösungen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine solche Lösung stellt die Neoblase dar.

Dr. Mahmoud Farzat skizzierte beim "Siegener Forum Gesundheit", wie Krebspatienten, bei denen die Blase entnommen werden musste, mit einer Ersatz-Blase aus Darmgewebe zurechtkommen können. (Foto: Diakonie in Südwestfalen)

Siegen. Harnblasenkrebs gilt als besonders aggressiv und führt im fortgeschrittenen Stadium häufig zur vollständigen Entfernung der Blase. Dank moderner OP-Techniken gibt es jedoch heute Therapien, die Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität zurückgeben können. Eine dieser Methoden ist die Neoblase, die aus Darmgewebe geformt wird und es ermöglicht, den Urin weiterhin auf natürlichem Weg über die Harnröhre auszuscheiden. Dr. Mahmoud Farzat, Chefarzt der Robotischen Urologie im Diakonie Klinikum, erklärte beim "Siegener Forum Gesundheit" in der Cafeteria des Ev. Jung-Stilling-Krankenhauses, wie diese Technik funktioniert. Die Veranstaltung wurde von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen organisiert.

Beispielfall
Dr. Farzat verdeutlichte, wie stark die Diagnose Blasenkrebs das Leben der Betroffenen beeinflusst, anhand eines Beispiels aus dem Klinikalltag: Eine Frau Mitte 50, die einen gesunden Lebensstil pflegte, bemerkte Blut im Urin. "Das ist immer ein Warnzeichen", so Dr. Farzat. "Auch ständig wiederkehrende Blaseninfektionen, häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sollten abgeklärt werden." Die Untersuchung ergab, dass sie an einem muskelinvasiven Urothelzellkarzinom litt.

Neoblase als kontinente Methode
Muskelinvasiver Blasenkrebs bedeutet, dass der Tumor bereits tiefere Muskelschichten der Blasenwand befallen hat. In solchen Fällen ist die vollständige Entfernung der Blase und der zugehörigen Lymphknoten die effektivste Therapie, um eine weitere Tumorausbreitung zu verhindern, erklärte Dr. Farzat. Nach der Entfernung der Blase muss der Urin auf anderem Wege aus dem Körper geleitet werden. Hierbei setzen Mediziner vermehrt auf die sogenannte Neoblase, ein operativ hergestelltes Reservoir aus Dünndarmgewebe, das den Urin speichern und kontrolliert entleeren kann.



Der Eingriff mit der Neoblase kommt jedoch nicht für alle Patienten infrage. Voraussetzungen sind unter anderem, dass der obere Teil der Harnröhre nicht von Krebs betroffen ist und keine schweren Funktionsstörungen der Niere oder Darmerkrankungen vorliegen. Der Eingriff wird zunehmend minimalinvasiv mit dem Da-Vinci-OP-Roboter durchgeführt, was die Operationsdauer verkürzt und die Erholung der Patienten beschleunigt. Dennoch bleibt die Operation anspruchsvoll, da der Dünndarm vernäht und die Neoblase konstruiert sowie mit den Harnleitern und der Harnröhre verbunden werden muss.

Nachsorge
Nach der Operation bleiben die Patienten etwa drei Wochen im Krankenhaus. Zunächst werden die eingelegten Harnleiterschienen entfernt, später auch die Katheter. Dr. Farzat betonte, dass die Neoblase anfangs nur wenig Urin speichern kann und sich nicht wie die ursprüngliche Harnblase zusammenziehen lässt. Betroffene müssen daher durch Drücken auf den Bauch oder durch das Valsalva-Manöver nachhelfen. Regelmäßiges Training des Toilettengangs und Beckenbodengymnastik sind wichtig, um langfristig Kontinenz zu erreichen. (PM/Red)


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