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Pressemitteilung vom 22.05.2025    

Neue Ärztezulage in Betzdorf: Stadtrat beschließt Fördermaßnahme gegen Versorgungsengpässe

In Betzdorf wird um die Zukunft der medizinischen Versorgung gerungen. Der Stadtrat beschließt ein neues Fördermodell – nicht ohne Kontroversen.

Symbolbild (KI-generiert)

Betzdorf. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats in Betzdorf hat die CDU-Fraktion einen Antrag zur Erweiterung der bestehenden Richtlinie zur Förderung der ärztlichen Versorgung eingebracht. Ziel ist es, junge Mediziner durch finanzielle Anreize an die Stadt zu binden und somit dem anhaltenden Ärztemangel entgegenzuwirken. Konkret soll ein in Vollzeit beschäftigter Arzt, der sich in einer bestehenden Praxis anstellt, für die Dauer von 24 Monaten mit monatlich 500 Euro von der Stadt gefördert werden.

Langfristige Bindung als Bedingung
Die CDU knüpft die Förderung an eine klare Bedingung: Der Arzt soll sich verpflichten, nach Ablauf des Förderzeitraums für mindestens zehn Jahre in Betzdorf tätig zu bleiben. CDU-Fraktionssprecher Jens Hirschberger begründete den Antrag mit dem anhaltenden Bedarf an medizinischer Versorgung in der Stadt. Die langfristige Absicherung bestehender Arztpraxen durch die Anstellung junger Kollegen sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Kritik von SPD, FDP und FWG
Der Vorschlag traf im Stadtrat auf gemischte Reaktionen. Ursula Brühl, Fraktionssprecherin der SPD, äußerte Zweifel an der Wirksamkeit des Antrags. Zwar sei die Ansiedlung von Ärzten ein gemeinsames Ziel, doch favorisiere ihre Fraktion die Einrichtung eines Gesundheitsarbeitskreises, um das Thema ganzheitlich anzugehen.

Auch FDP-Fraktionssprecher Florian Baldus äußerte Bedenken. Er kritisierte ein mögliches Gießkannenprinzip und plädierte für eine differenzierte Förderstrategie. Besonders warnte er vor einer unausgewogenen Entwicklung, bei der Hausärzte bevorzugt werden, während Fachärzte fehlen könnten. Deshalb schlug die FDP vor, den Antrag zunächst zurückzuziehen und überarbeitet erneut einzubringen.



Die FWG zeigte sich grundsätzlich zustimmungsbereit, forderte jedoch eine präzisere Ausgestaltung der Richtlinie. Fraktionssprecher Thomas Burghaus thematisierte die Kontrollmöglichkeit bei der zehnjährigen Verpflichtung der Ärzte. Was passiere etwa bei längeren Ausfällen durch Krankheit oder Schwangerschaft? Wirtschaftsförderer Michael Becher erklärte dazu, dass die Förderrichtlinien bereits Regelungen zur anteiligen Rückzahlung der Förderung vorsehen.

Stadt sieht dringenden Handlungsbedarf
Stadtbürgermeister Johannes Behner betonte in einem späteren Gespräch die Wichtigkeit der medizinischen Grundversorgung in Betzdorf. Besonders im Bereich der Fachärzte gebe es akuten Handlungsbedarf. So werde beispielsweise dringend ein Kinderarzt in der Stadt benötigt. Ziel müsse es daher sein, auch für Fachärzte entsprechende Anreize zu schaffen, sich in der Region niederzulassen.

Beschluss trotz Enthaltungen gefasst
Nach einer kurzen internen Beratung innerhalb der CDU-Fraktion wurde der Antrag schließlich zur Abstimmung gebracht. Trotz deutlicher Vorbehalte aus mehreren Fraktionen wurde der Vorschlag mit zehn Enthaltungen angenommen. Die Stadt Betzdorf setzt damit ein Zeichen gegen den Ärztemangel und für die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung. (PM/Red)


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