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Pressemitteilung vom 19.06.2025    

Hitzefrei? - Wie Schulen in Rheinland-Pfalz mit der Sommerhitze umgehen

Die Temperaturen steigen, und die Sommerferien rücken näher. Doch für die Schüler in Rheinland-Pfalz stellt sich die Frage: Wie gehen Schulen mit der Hitze um? Von Hitzefrei bis zur Kleidungsvorschrift gibt es einige Punkte zu beachten.

Hitzefrei. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Rheinland-Pfalz. Wann gibt es Hitzefrei in der Schule? Diese Frage beschäftigt viele in den letzten Wochen vor den Sommerferien. In Rheinland-Pfalz gibt es keine festgelegte Regelung, die sich nach bestimmten Gradzahlen richtet.

Bei einer Raumtemperatur von über 27 Grad kann Hitzefrei nach pädagogischem Ermessen gewährt werden, wie eine Verwaltungsvorschrift des Bildungsministeriums vorsieht. Die Schulleitungen entscheiden individuell, ob der Unterricht ausfällt oder verkürzt wird. Für Grundschulen und Kitas gibt es keine verbindlichen Vorgaben.

In Sachen Kleidung gibt es ebenfalls keine landesweit einheitlichen Regeln. Die Kleidung soll dem schulischen Rahmen entsprechen, was jedoch Interpretationsspielraum lässt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich gegen strikte Vorschriften aus und plädiert für einen respektvollen Umgang, bei dem das individuelle Temperaturempfinden berücksichtigt wird. Eine Sprecherin der Landesschülervertretung (LSV) betont: "Kleidung ist dazu da, sich selbst auszudrücken und die Temperaturen im Sommer auszuhalten."

GEW fordert technische Modernisierung
Schulen und Kitas sind nicht flächendeckend mit Klimaanlagen ausgestattet. Auch Ventilatoren fehlen oft. Die Gebäudeausstattung hängt von den Schulträgern ab. Die GEW fordert eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur, einschließlich baulichem Hitzeschutz und mehr Schattenspendern.



Getränke sind in Kindertagesstätten meist durch die Verpflegungspauschale abgedeckt, während Schulen zunehmend Trinkbrunnen aufstellen. Die GEW fordert eine kostenfreie Versorgung mit Getränken, um gesundheitliche Risiken in Hitzeperioden zu minimieren.

Der Sportunterricht bei hohen Temperaturen wird nicht einheitlich geregelt. Lehrkräfte entscheiden, ob der Unterricht drinnen oder draußen stattfindet. Das Bildungsministerium betont die Wichtigkeit eines an die Hitze angepassten Unterrichts.

LSV fordert bessere Vorbereitung auf starke Hitze
Auch die Nutzung des Außengeländes erfolgt ohne einheitliche Regelung. Viele Einrichtungen reagieren flexibel mit mehr Pausen im Schatten oder Aktivitäten in kühleren Räumen. Die GEW setzt sich für entsiegelte, begrünte Flächen mit ausreichend Schatten ein.

Erste-Hilfe-Kurse sind für Lehrkräfte verpflichtend, ebenso wie Sicherheitsschulungen in Kitas. Diese beinhalten auch Hinweise zum Verhalten bei großer Hitze.

Die LSV-Sprecherin fordert, dass die Anliegen der Schüler stärker berücksichtigt werden und Schulen besser auf hohe Temperaturen vorbereitet sein sollten. Laut GEW seien verbindliche Handlungsvorgaben und eine bessere Ausstattung dringend nötig, um die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Beschäftigten zu schützen.
(dpa/bearbeitet durch Red)


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