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Pressemitteilung vom 10.07.2025    

Steigende Nachfrage: SOLWODI Koblenz unterstützt über 100 Frauen in Not

Die Frauenrechtsorganisation SOLWODI Koblenz verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei den Hilfsanfragen von Frauen, die Gewalt erfahren haben. Besonders betroffen sind Frauen aus patriarchalen Strukturen, die mit Ehrgewalt und Zwangsverheiratung konfrontiert werden.

Symbolbild: Pixabay.

Koblenz. Die Organisation SOLWODI Koblenz berichtet von einem signifikanten Anstieg der Erstkontakte im Jahr 2024. Insgesamt suchten 104 Frauen erstmalig Unterstützung bei der Fachberatungsstelle. Diese Entwicklung unterstreicht das anhaltend ernste Problem der Gewalt gegen Frauen innerhalb patriarchaler Strukturen.

Ein zentraler Aspekt der Arbeit von SOLWODI Koblenz ist die Beratung von Frauen, die durch sogenannte Ehrgewalt bedroht werden. Im vergangenen Jahr kam es bei einigen Betroffenen sogar zu konkreten Drohungen von Ehrenmorden durch Familienangehörige. Auch Zwangsverheiratungen oder deren drohende Gefahr waren häufige Themen. Schülerinnen, die nach Workshops an Schulen erstmals Kontakt aufnahmen, verdeutlichen, dass präventive Maßnahmen die Sichtbarkeit dieser Problematik erhöhen.

Ein Drittel der betreuten Frauen erfuhr Gewalt innerhalb der Familie oder Partnerschaften. Digitale Gewalt, bisher ein Randthema, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Besonders Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind, berichten verstärkt von digitaler Überwachung und Bedrohung.

Des Weiteren suchten einige Frauen, die in der Prostitution tätig sind, Hilfe bei SOLWODI Koblenz. Fälle von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und Zwangsprostitution wurden ebenfalls betreut. Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI, betont: "Die Gründe, warum Frauen sich an uns wenden, sind komplex und vielschichtig – viele erleben familiären Druck, existenzielle Unsicherheit und unterschiedliche Formen von Gewalt."



Die Fachberatungsstelle bietet psychosoziale, kultursensible und traumasensible Beratung sowie rechtliche Unterstützung und Hilfe bei Behördenkontakten. Bei 17 Frauen erfolgte eine Vermittlung in Schutzunterkünfte. Ein besonderes Angebot ist die anonyme Unterbringung von Mädchen und jungen Frauen zwischen 16 und 21 Jahren.

Dr. Decker hebt hervor: "Die hohe Zahl an Anfragen zeigt, dass Gewalt gegen Frauen keine Randerscheinung ist, sondern ein strukturelles Problem ? mitten in unserer Gesellschaft." Der Anstieg der Erstkontakte von 93 auf 104 spiegelt den bundesweiten Trend wider, wobei deutschlandweit ein Anstieg um 12,8 Prozent verzeichnet wurde. Dies korrespondiert mit den Statistiken des Bundeskriminalamts, das für 2023 einen Anstieg häuslicher Gewalt um 5,6 Prozent und Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung um 6,9 Prozent meldet.

Um auch künftig in akuten Notlagen helfen zu können, ist SOLWODI auf Spenden angewiesen. Jede Unterstützung hilft, betroffenen Frauen neue Perspektiven zu eröffnen.


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