Werbung

Pressemitteilung vom 19.07.2025    

Landwirtschaftliche Betriebe in Sorge: Mindestlohnerhöhung bedroht Existenz

In der Landwirtschaft wächst die Sorge vor den Folgen der geplanten Mindestlohnerhöhung. Thomas Richter, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Rheinland-Nassau, sieht insbesondere die Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe gefährdet.

Foto: Pixabay

Koblenz. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, Thomas Richter, hat in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition eindringlich vor den Auswirkungen der geplanten Erhöhung des Mindestlohns gewarnt.

Die Empfehlung der Mindestlohnkommission vom 27. Mai 2025 sieht vor, den gesetzlichen Mindestlohn ab dem 1. Januar 2026 in zwei Stufen anzuheben. Obwohl der empfohlene Mindestlohn zunächst unter 15 Euro pro Stunde bleibt, betrachtet Richter die Anhebung auf 13,90 Euro pro Stunde ab dem 1. Januar 2026 als erhebliche Bedrohung für viele landwirtschaftliche Betriebe, besonders im Obst-, Gemüse- und Weinbau.

"Schon jetzt kämpfen unsere Betriebe mit massivem Wettbewerbsdruck durch billigere Importe. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anbaufläche arbeitsintensiver Kulturen wie Spargel, Beeren oder Baumobst um bis zu 15 Prozent zurückgegangen", warnt Richter. Eine weitere Erhöhung des Mindestlohns würde diesen Trend verstärken und zahlreiche Betriebe zur Aufgabe zwingen, was dramatische Folgen für Arbeitsplätze im ländlichen Raum hätte.

Forderung nach saisonaler Ausnahme vom Mindestlohn

Richter fordert eine differenzierte Regelung: Für saisonale Beschäftigungen solle weiterhin der derzeitige Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde gelten. Sollte der gesetzliche Mindestlohn zukünftig auf über 16,03 Euro brutto pro Stunde steigen, solle für saisonale Tätigkeiten ein Satz von 80 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns gelten. Diese Regelung sei notwendig, um bäuerliche Familienbetriebe und eine verbrauchernahe Produktion in Deutschland zu sichern. "Andernfalls droht nicht nur ein Rückzug der Landwirtschaft aus bestimmten Kulturen, sondern auch der Verlust regionaler Arbeitsplätze und eine verstärkte Abhängigkeit von Importen - oftmals aus Ländern mit niedrigeren Sozial- und Umweltstandards", so Richter weiter.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Bildungsbegleitung (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Tagesförderstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Auslieferungsfahrer/-in (m/w/d) für Mittagessen

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Koch/Köchin (m/w/d) Großküche

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Selbstversorgungsgrad sichern - Klimaschutz stärken
Richter betont zudem das Ziel der Bundesregierung, den Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse auszubauen. Dieses Ziel werde durch die geplanten Maßnahmen gefährdet. Eine faire und realitätsnahe Ausgestaltung des Mindestlohns könne nicht nur regionale Strukturen erhalten, sondern auch klimaschädliche Transporte und Importe vermeiden. (PM/Red)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Konzertabend voller Leidenschaft: Last Night of the Proms in Betzdorf

Die Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen lädt am 11. September 2026 zu einem besonderen musikalischen Erlebnis ...

Unfall eines Motorradfahrers bei Kroppach

Am frühen Freitagnachmittag (24. Juli 2026) ereignete sich auf der Landstraße L265 bei Kroppach ein Unfall ...

Uraufführung der Neufassung der Franziskus-Messe: Besondere Eucharistiefeier in Wissen

Die Vorabendmesse am Samstag (25. Juli 2026) stand im Zeichen des heiligen Franziskus von Assisi. Der ...

Kostenloses Web-Seminar erklärt Inkassoforderungen

Ein Inkassobrief kann für Verbraucher zunächst verunsichernd sein. Die Verbraucherzentrale erklärt in ...

Urlaub an der Schlei: Senioren aus Betzdorf reisen nach Schleswig-Holstein

Sechs Bewohner des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef in Betzdorf verbrachten gemeinsam mit vier Mitarbeitern ...

Haus Felsenkeller startet neue Kurse für Bewegung, Musik und Selbstfürsorge

ANZEIGE | Das Haus Felsenkeller in Altenkirchen erweitert sein Bildungsprogramm nach den Sommerferien ...

Weitere Artikel


Beamtenbund: Keine pauschalen Ausschlüsse im Staatsdienst

Die Diskussion über den Ausschluss von AfD-Mitgliedern aus dem Staatsdienst sorgt in Rheinland-Pfalz ...

Städtepartnerschaft Wissen (Sieg)-Krapkowice: Ein Vierteljahrhundert des Austauschs

Die Städte Wissen (Sieg) und Krapkowice feiern 25 Jahre Partnerschaft. Nach einer pandemiebedingten Pause ...

Schauer und Gewitter in Rheinland-Pfalz erwartet

Nach einer sommerlich-trockenen Phase müssen sich die Bewohner von Rheinland-Pfalz auf unruhiges Wetter ...

Clemens Hoch fordert europäische Daten-Infrastrukturen

Clemens Hoch, der Wissenschaftsminister von Rheinland-Pfalz, sieht dringenden Handlungsbedarf bei der ...

Boehringer-Deutschlandchef fordert schnellere Zulassungsverfahren

Der Pharmastandort Deutschland steht unter Druck, wie der neue Boehringer-Deutschlandchef Médard Schoenmaeckers ...

Einschränkungen auf der Linie RE 9: Zugausfälle bis zum Nachmittag

Reisende auf der Linie RE 9 müssen sich kurzfristig auf Einschränkungen einstellen. Aufgrund eines unvorhergesehenen ...

Werbung