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Nachricht vom 22.07.2025    

Gründerlandschaft in Rheinland-Pfalz wird weiblicher und internationaler

In Rheinland-Pfalz zeigt sich ein bemerkenswerter Wandel in der Gründerlandschaft. Der Anteil weiblicher und internationaler Unternehmensgründer nimmt zu, während die Industrie- und Handwerkskammern (IHK) im Land bei Start-ups noch Verbesserungsbedarf sehen.

Unternehmensgründungen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Mainz. In Rheinland-Pfalz wächst der Anteil an weiblichen und ausländischen Gründern. Die IHKs und Handwerkskammern verzeichneten im vergangenen Jahr rund 34.500 Gewerbeanmeldungen und knapp 32.000 -abmeldungen, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. 10.501 Frauen wagten 2024 den Schritt in die Selbstständigkeit, der Frauenanteil lag damit bei 33,4 Prozent und brachte das Bundesland ins obere Drittel des Rankings. Knapp 20 Prozent der Gründer 2024 hatten eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Besonders stieg die Zahl der Gründer aus Nicht-EU-Ländern um rund zehn Prozent auf elf Prozent aller Gründungen. Die Türkei, Syrien und die Ukraine sind dabei führend, so Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft in Rheinland-Pfalz.

Regionale Unterschiede
Im Raum Trier ist das Gründungsgeschehen unterdurchschnittlich, was laut Kammern auf den attraktiven Arbeitsmarkt in Luxemburg zurückzuführen ist. Kaiserslautern, Zweibrücken und Speyer führen bei den Städten, Cochem-Zell, Birkenfeld und Mainz-Bingen bei den Kreisen. Anja Obermann von der Handwerkskammer Rheinhessen betont, dass im Handwerk die Hürden für Gründungen höher sind, besonders in zulassungspflichtigen Berufen. Eine leichte Bewegung hin zu mehr Gründungen in zulassungsfreien Bereichen ist jedoch erkennbar.



Herausforderungen für Start-ups
Rheinland-Pfalz zählte im vergangenen Jahr 65 Startup-Gründungen, womit es im Ländervergleich nur Platz zehn erreichte. Probleme bestehen bei Anschlussfinanzierungen, da es an Venture Capital fehlt. Zudem konzentriert sich die Start-up-Szene stark auf Ballungszentren. Bürokratie stellt für 68 Prozent der Gründer die größte Bürde dar, es besteht dringender Bedarf an mehr Digitalisierung in der Verwaltung. Christian Borchert, ein erfahrener Gründer aus Ingelheim, kritisiert hohe Hürden bei öffentlichen Ausschreibungen und zieht einen Vergleich mit Singapur, wo der Gründungsprozess einfacher sei. Hierzulande fordern gleich mehrere Behörden Gebühren. (dpa/bearbeitet durch Red)


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