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Nachricht vom 02.05.2012    

Der Arbeitsmarkt bleibt im April stabil

Kein Grund zum Jubeln: Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fällt bescheiden in den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen aus. Die neuen Zahlen teilte die Agentur für Arbeit für beide Landkreise mit. Die Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent in Altenkirchen und 6,1 Prozent in Neuwied bleibt auch im April stabil.

Neuwied/Altenkirchen. In den letzten vier Wochen ist der Arbeitsmarkt in der Region weitgehend stabil geblieben – was verglichen mit früheren Jahren allerdings ungewöhnlich ist, weil die Frühjahrsbelebung in der Vergangenheit meist zu einer deutlichen Reduzierung der Arbeitslosigkeit führte. Diesmal verzeichnen die Statistiker im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied allerdings nur einen bescheidenen Rückgang.
9.263 arbeitslose Frauen und Männer zählten sie zum Monatsende – 28 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 5,7 Prozent stabil. Und auch der Vergleich zum Vorjahr fällt nicht mehr gewohnt üppig aus: Um gerade einmal 96 lag die Zahl der Arbeitslosen damals höher, die Quote unterschied sich mit 5,8 Prozent ebenfalls kaum von der heutigen.

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir am Arbeitsmarkt nicht mehr diese beeindruckende Dynamik spüren, an die wir uns nach Überwinden der Wirtschaftskrise 2009/2010 gewöhnt hatten“, gibt Ralf Giel, der stellvertretende Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur, zu bedenken. Diese Verlangsamung sei durchaus zu erwarten gewesen, denn während gut qualifizierte Kräfte schnell wieder einen neuen Job finden, werde es immer schwieriger, auch diejenigen, die von den Unternehmen weniger häufig angefragt werden, in neue Arbeit zu vermitteln.

„Selbst wenn es in manchen Branchen durchaus eine rege Nachfrage nach Fachkräften gibt, passen Stellen und Bewerber oft einfach nicht zusammen. Das führt dazu, dass manche Kunden es trotz eigentlich guter Arbeitsmarktlage schwer haben, eine Stelle zu finden.“ Dies spiegelt sich im April auch in der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuchs (SGB), die die Arbeitslosigkeit regeln. Während die Zahl der Arbeitslosen in der Versichertengemeinschaft nach SGB III - also bei jenen, die meist erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit arbeitslos sind – um 131 zurückgeht, steigt sie im SGB II – bei den so genannten Hartz IV-Empfängern – um 103 an. Verglichen mit den Vorjahresdaten sinkt die Arbeitslosigkeit allerdings in beiden Rechtskreisen gleichmäßig um 131 beziehungsweise 135 ab.




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Zu diesem grundsätzlichen Phänomen geselle sich eine kurzfristige Entwicklung, erklärt Giel. So müssten die Unternehmen derzeit die „Konjunkturdelle“ abarbeiten, die sich zum Ausgang des letzten Jahres ergeben hatte. Dies wirke sich auch auf die Arbeitskräftenachfrage aus, die sich in den letzten Wochen vergleichsweise zurückhaltend präsentierte. So wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur im April 498 offene Stellen gemeldet – 54 weniger als im März und sogar 282 weniger als vor einem Jahr.

Die Situation im Agenturbezirk spiegelt sich in den beiden zu ihm gehörenden Landkreisen wider. Während die Arbeitslosigkeit in Neuwied um 40 auf nun 5.631 gesunken ist, stieg sie in Altenkirchen um 12 auf 3.632 an. Die Arbeitslosenquoten blieben mit 6,1 Prozent in Neuwied und 5,3 Prozent in Altenkirchen stabil. Hier wie dort steht der leichten Zunahme im SGB II eine leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit im SGB III gegenüber.

„Vermutlich müssen wir uns daran gewöhnen, dass die Arbeitslosigkeit nicht mehr so rasant und geradlinig abnimmt, wie in den letzten beiden Jahren. Wir sollten aber bedenken, dass die Arbeitslosenzahlen so niedrig sind wie seit 20 Jahren nicht mehr und die Beschäftigungsquote sich sogar dem Niveau der 1970er Jahre nähert. Das bedeutet nicht, dass wir damit zufrieden sind. Doch für die Aufgaben, die nun vor uns liegen, brauchen wir mehr Geduld und müssen lernen, mit bescheideneren Erfolgen zufrieden zu sein", hießt es in der Pressemitteilung.
Vieles hänge in der globalisierten Welt aber auch von Entwicklung der europäischen und weltweiten Wirtschaft ab.
„In dieser Hinsicht geben mir die aktuellsten Prognosen Hoffnung, die zwar kurzfristig eine Stagnation voraussagen, grundsätzlich aber an Wachstum glauben.“


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