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Pressemitteilung vom 06.08.2025    

Zwischen persönlichem Schicksal und politischem Meilenstein: Konrad Adenauer in Betzdorf

Am 12. August 1965 erlebte die Stadt Betzdorf einen besonderen Tag. Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, besuchte den Ort, der für ihn eine persönliche Bedeutung hatte.

Bürgermeister Joachim Brenner (links) und Stadtbürgermeister Johannes Behner (rechts) mit dem Goldenen Buch der Stadt Betzdorf, jenem Buch, in das sich Konrad Adenauer am 12. August 1965 mit einem einfachen "Adenauer" eintrug. (Foto: Verbandsgemeindeverwaltung Betzdorf-Gebhardshain: Jennifer Patt)

Betzdorf. Am 12. August 1965 um 10.20 Uhr versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem alten Rathaus in Betzdorf. Kinder saßen auf den Schultern ihrer Eltern, ältere Damen wedelten sich Luft zu, während Männer in Anzügen näher herandrängten. Alle warteten gespannt auf Dr. Konrad Adenauer, den ersten Kanzler der jungen Demokratie Deutschlands, bekannt als Architekt der Westbindung und Versöhner Europas.

Adenauer suchte im Westerwald Zuflucht⁣
Adenauers Besuch war mehr als ein Wahlkampftermin im Sommer 1965. Der Westerwald, in dem er während der nationalsozialistischen Diktatur Zuflucht suchte, hatte für ihn eine tief verwurzelte Bedeutung. Unter dem Decknamen Dr. Weber lebte er in der Nistermühle bei Hachenburg und wurde am 25. September 1944 von der Gestapo festgenommen. Diese Region war für ihn sowohl ein Schutz- als auch ein Gefahrenort und prägte seine Biografie nachhaltig.

Mit Humor in Betzdorf
Nach einer Begrüßung durch Landrat Dr. Sinzig in Altenkirchen traf Adenauer in Betzdorf auf eine dicht gedrängte Menschenmenge. Der Platz vor dem historischen Rathaus war voller Menschen, die applaudierten, als er aus dem Wagen stieg. Ohne Pathos oder große Gesten sprach er zu den Bürgern, als jemand, der die Zerbrechlichkeit von Freiheit selbst erlebt hatte.



Eine Anekdote bleibt bis heute in Erinnerung: Als man Adenauer bat, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen, kommentierte er das schlichte Buch mit seinem typischen rheinischen Humor: "Wat? Dat is also dat joldene Buch der Stadt Betzdorf?" Mit einem Lächeln riet er: "Schafft Euch ein bessres joldenes Buch an!" Dann schrieb er schlicht "Adenauer" und hinterließ damit ein Stück Geschichte. Eine Bürgerin schenkte später der Stadt den Füller, mit dem Adenauer unterschrieben hatte - ein kleines, aber bedeutendes Relikt.

Sechzig Jahre später bleibt der 12. August 1965 mehr als nur eine historische Randnotiz. Bürgermeister Joachim Brenner betont: "Adenauers Besuch zeigte, wie eng persönliche Schicksale mit den großen Linien der Zeit verknüpft sind." Stadtbürgermeister Johannes Behner ergänzt: "Der Besuch von Konrad Adenauer vor 60 Jahren in Betzdorf ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Stadt. Es erinnert uns daran, wie wichtig es ist, den Dialog, die Gemeinschaft und den Fortschritt zu fördern." (PM/Red)


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