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Nachricht vom 04.05.2012    

Schülerinnen und Schüler über Erinnerungen an Kamerun

„Wichtig ist nicht, wo du bist, sondern, was du tust, wo du bist“ – Diese Worte aus Swahili zum Grundsatz genommen, reisten im Dezember 2011 erneut neun Schülerinnen und Schüler des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen in Begleitung dreier Lehrerinnen und Lehrer nach Kamerun, um im Rahmen eines Begegnungsprojektes die Partnerschule Presbyterian Highschool Besongabang kennen zu lernen.

Begegnungsprojekt in Kamerun: Neun Schülerinnen und Schüler des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen reisten zusammen mit drei Lehrerinnen und Lehrern im Dezember 2011 nach Kamerun, um dort Menschen und Land kennen zu lernen.

Windeck-Herchen. Von Dezember 2011 bis Januar 2012 sind erneut neun Schülerinnen und Schüler mit drei Lehrerinnen und Lehrern des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen zusammen mit einer Schüler- und Lehrergruppe aus Cuijk (Holland) zur Partnerschule Presbyterian Highschool Besongabang nach Kamerun geflogen, um dort im Rahmen eines Begegnungsprojektes Land und Leute kennen zu lernen.

„Mister Neef!“ drang es durch die schwüle, staubige, feuchte Wand aus Luft, gegen die die Schüler- und Lehrergruppe aus Herchen und Cuijk am Douala International Airport lief. Auf der Besucherterrasse stand ein ganzes Begrüßungskommando. Die Herzlichkeit, welche die Gruppe gleich in den ersten Minuten erfuhr, konnte sie vor lauter neuen Eindrücken gar nicht realisieren: riesige Menschenmassen am Flughafen, eine Nacht, viel dunkler als in Europa, die wohl düsterste Nacht, die nur denkbar war und am nächsten Morgen Meer und Lavastrand, ein wenig Erholung, bevor die Gruppe zwölf Stunden bei afrikanischer Musik auf dem Weg nach Besongabang durchgeschüttelt wurde.

Die Erfahrungen mit den neuen Freunden vor Ort lassen sich kaum in Worte fassen. Sehen ist eben anders als erzählt bekommen – so ein kenianisches Sprichwort. Die Schülerinnen und Schüler des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen haben es dennoch versucht:

„Was mir immer in Erinnerung bleiben wird, ist das Lächeln der Kinder, ihre großen leuchtenden Augen. Na klar, man hört schon im Vorfeld: Oh, die Kinder sind so süß, oh die Kinder sind so arm… und ich muss sagen, die Realität sieht genauso aus. Es ist beeindruckend, dass die Kinder dort trotz all ihrer Sorgen immer ein freundliches und glückliches Gesicht haben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie ein europäisches Kind dort leben würde. Ich glaube, das wäre fast unmöglich. Und die Kinder sind ehrlich. Sie sagten das, was sie meinen und lassen sich nicht von anderen beeinflussen. Trotz aller Armut und Einschränkungen sind sie echt, fröhlich, unverbraucht“, erzählte Schülerin Anna nach ihrer Rückkehr aus Kamerun.

Auch Schüler Christian nahm einige Eindrücke mit nach Hause. „Die emotionalsten Momente in Kamerun für mich waren meistens immer nur kurze Augenblicke. Wenn ich an die Zeit mit der Contact Group zurück denke, wird mir immer ganz warm ums Herz. Ich habe mich in so kurzer Zeit so sehr an die ganzen atemberaubenden Menschen gewöhnt, dass ich mich schnell wie zu Hause gefühlt habe“, so der Schüler.



„Fast täglich sind wir durch Mamfe zum Markt oder zum Fluss gefahren. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man auf der Ladefläche des Pick-Ups sitzt und die Kameruner am Straßenrand einen anschauen und „white man, white man!" rufen. Ich durfte auch einen besonderen neuen Freund finden, Brice. Im letzten Gottesdienst an der Presbyterian Highschool Besongabang sollte sich jeder vorstellen und faselte das Übliche. Bis Brice dran war und sagte, dass das Projekt das Beste war, was ihm passieren konnte, und er durch das Projekt keinen Freund gefunden hat, sondern seinen Bruder – mich.“, so Schüler Marius voller Begeisterung.

Schnell wird klar, das Projekt ist ein Projekt der Begegnung und des Austauschs, der Kontakt mit den Menschen und der Kultur steht im Vordergrund. Dennoch stellt die Reise die Schülerinnen und Schüler jedes Mal erneut vor Herausforderungen – auch körperlicher Art: dieses Mal reparierte die Gruppe die Wege auf dem Schulgelände, wobei der Zement von Hand herbei geschafft und angemischt werden musste. Auch die Reparaturen an den Wasserleitungen sowie das Aufstellen eines Photovoltaik-Unterstandes und das Installieren von Lampen in den Klassenzimmern bei 35 Grad verlangten allen Teilnehmern einiges ab.
Das „Partnership Work Project – dass einer des anderen Sprache verstehe“ feierte im letzten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Unter der Leitung von Wilhelm Neef, der selbst zwei Jahre an der Presbyterian Highschool Besongabang lebte, arbeitete und dort Freunde fand, entstehen immer wieder neue kleine Arbeitsprojekte, die die deutschen und kameruner Schülerinnen und Schüler gemeinsam angehen. Die Projektgelder werden überwiegend von Spenden und Schüleraktionen getragen. Auch in diesem Jahr unterstützte die gesamte Schule das Projekt mit dem „Bodelauflauf“ im Sommer.

„Von dem Abschied will ich eigentlich gar nicht reden. Er war aber wohl der emotionalste Moment der gesamten Reise. Bei dem Gedanken, dass man seine Freunde wahrscheinlich niemals wieder sieht, wird mir einfach nur schlecht und ich bekomme Angst, dass ich die Zeit mit ihnen nicht gut genug genutzt habe. Besonders rührend ist dabei auch, dass die Tränen auf beiden Seiten flossen, was zeigt, dass wir ihnen auch wichtig waren. Der letzte Blick aus dem Fenster des Busses auf die Gruppe war wahrscheinlich der letzte Blick auf sie überhaupt“, so Schüler Christian über den Abschied von den neu gewonnen Freunden in Kamerun.


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