Werbung

Nachricht vom 19.09.2025    

Zunahme bei Zwangsräumungen in Rheinland-Pfalz: Mietschulden als häufigster Grund

Die Zahl der Zwangsräumungen in Rheinland-Pfalz ist gestiegen. Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei Schuldnerberatungen, um drohenden Wohnungsverlust zu vermeiden. Experten sehen die Ursachen vor allem in Mietschulden und Verzögerungen bei Sozialleistungen.

Zwangsräumungen. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Mainz. Wenn sich Mietschulden anhäufen, kann das schwerwiegende Folgen haben - bis hin zur Zwangsräumung. Im vergangenen Jahr kam es in Rheinland-Pfalz in 1.168 Fällen zu solchen Räumungen durch Gerichtsvollzieher, was eine erneute Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Mietrückstände gelten dabei als häufigste Ursache für den Verlust von Wohnraum. Verzögerungen bei der Auszahlung von Wohngeld und anderen Sozialleistungen können schnell zu Zahlungsrückständen führen, die nach dem Mietrecht einen Kündigungsgrund darstellen können.

In Rheinland-Pfalz gibt es 62 anerkannte und 55 geförderte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen, die immer häufiger mit existenzbedrohenden Verbindlichkeiten wie Mietschulden konfrontiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet in Alzey zusätzlich eine Beratungsstelle für Menschen an, die vom Verlust ihres Wohnraums bedroht sind.

Der rheinland-pfälzische Mieterbund kann keine durchschnittlichen Beträge nennen, die zu Zwangsräumungen führen. Der Prozess einer Räumungsklage wegen Zahlungsverzug dauert in der Regel nicht lange, so der Landesvorsitzende Franz Obst. Anders sei es bei Klagen, die auf Eigenbedarf beruhen, da hier möglicherweise noch Beweise erhoben werden müssen.

Im letzten Jahr wurden insgesamt 2.221 Zwangsräumungen in Rheinland-Pfalz beantragt, jedoch konnten mehr als 1.000 Fälle abgewendet werden. Ein Räumungsschutzantrag könnte helfen, wenn baldiger Ersatzwohnraum verfügbar ist. Vermieter können versuchen, sich mit Mietern auf einen Räumungsvergleich zu einigen, bevor ein gerichtlicher Räumungsprozess eingeleitet wird.



Mietschulden sind ein großes Thema bei Schuldnerberatungen. Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit, Unfall oder gescheiterte Selbstständigkeit sind häufige Gründe für Überschuldung, die breite Bevölkerungsschichten betrifft. Die Höhe der Schulden variiert stark; im Durchschnitt geht es um etwa 45.000 Euro, wobei die Spanne von 1.000 Euro bis zu 400.000 Euro reicht.

Die Anzahl der Beratungsfälle steigt kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr wurden über 23.700 Fälle verzeichnet, während es 2022 noch rund 21.600 waren. Die Beratungsstellen unterstützen verstärkt bei Energie- und Mietschulden sowie bei der Pfändung von Staatshilfen.

Das Sozialministerium fördert zusammen mit den Kommunen acht Fachberatungsstellen zur Wohnraumsicherung mit bis zu 48.750 Euro jährlich pro Stelle. Diese Stellen arbeiten präventiv, um Wohnungslosigkeit zu verhindern, indem sie den Kontakt zu Vermietern und Behörden herstellen. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Gesellschaft  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Digitale Schulstunde zum Thema Künstliche Intelligenz: Einblicke in "KI and me"

Anlässlich des Safer Internet Day 2026 organisiert die EU-Initiative klicksafe eine digitale Schulstunde ...

DWD warnt vor starkem Schneefall auch in Rheinland-Pfalz

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben, die vor starkem Schneefall ...

Rechnungshof kritisiert fehlerhafte Polizeigebühren in Rheinland-Pfalz

Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz hat erhebliche Mängel bei der Berechnung von Gebühren durch die Polizei ...

Karneval 2026: Politische Themen im Fokus der Fastnacht

Die bevorstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bieten den Karnevalsvereinen ...

Chorverband Rheinland-Pfalz fordert mehr Unterstützung für musikalische Bildung

Der Chorverband Rheinland-Pfalz hat sich wenige Wochen vor der Landtagswahl mit einem dringenden Appell ...

Erhöhte Glättegefahr in Rheinland-Pfalz am Dienstagmorgen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer erhöhten Glättegefahr am Dienstagmorgen, 3. Februar 2026, ...

Weitere Artikel


Tatort Betzdorf - Polizeiarbeit hautnah beim Tag der offenen Tür erleben

Am 7. Oktober 2025 öffnet die Polizei in Betzdorf ihre Türen für alle, die sich für den Polizeiberuf ...

Stabilus kürzt 450 Stellen: Sparprogramm zur Sicherung der Zukunft

Der Autozulieferer Stabilus hat ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, um seine Wettbewerbsfähigkeit ...

Ersatzverkehr auf der RB 90: Bauarbeiten unterbrechen Zugverbindung

Pendler und Reisende aufgepasst: Zwischen Altenkirchen und Au (Sieg) werden die Züge der Linie RB 90 ...

Wetterumschwung in Rheinland-Pfalz: Sommerliche Hitze weicht herbstlichem Regen

Das bevorstehende Wochenende verspricht einen markanten Wechsel im Wettergeschehen. Von hochsommerlichen ...

Unbekannte Täter beschädigen Pkw in Weyerbusch

In Weyerbusch kam es am Donnerstagmorgen zu einer Sachbeschädigung an einem geparkten Fahrzeug. Die Polizei ...

Einbruch in Altenkirchener Geschäft - Polizei sucht Zeugen

In Altenkirchen kam es zu einem Einbruch in ein Ladengeschäft, bei dem Bargeld gestohlen wurde. Die Täter ...

Werbung