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Nachricht vom 17.10.2025    

Literatursommer-Finale: Bernd Gieseking brilliert in der Birkenhof-Brennerei

Von Helmi Tischler-Venter

Der Kabarettist und Schriftsteller Bernd Gieseking erzählte am Donnerstagabend (16. Oktober) in der Birkenhof-Brennerei locker vom Hocker und sehr lebendig von seinen ostwestfälischen Eltern und dem Moment, der Anlass bot für sein Buch „Früher hab‘ ich nur mein Motorrad gepflegt“. Ambiente und Künstler bildeten einen würdigen Abschluss des diesjährigen Westerwälder Literatursommers mit dem Thema „Forever young“.

Fotos: Helmi Tischler-Venter

Nistertal. Hausherrin Stefanie Klöckner und die Vorständin der Regionalinitiative „Wir Westerwälder“, Sandra Köster begrüßten die Gäste der Finalveranstaltung. Köster dankte der Programmleiterin Katharina Roßbach für die Organisation von 25 wundervollen Lesungen quer durch die Region seit April.

Bernd Gieseking aus Minden in Ostwestfalen erzählte, dass er Kabarettist im Hauptberuf sei, aber eigentlich gelernter Zimmermann mit dem Wunsch Schiffszimmermann und Abenteurer zu werden. Sein erster kabarettistischer Text für andere war ein Richtspruch für ein Bankgebäude. In der Folge probierte er sich als Mitglied der Mindener Kabarettgruppe aus, schrieb Kinderhörspiele und träumte davon, Schriftsteller zu sein. Bei der TAZ veröffentlicht er seit 20 Jahren lustige Kolumnen mit Episoden aus seinem Leben. Dadurch wurde er vom Fischer-Verlag entdeckt und das Buch „Finne dich selbst“ entstand, nachdem er mit seinen Eltern drei Wochen lang nach Finnland gefahren war. Die Reise veränderte das Verhältnis komplett.

Giesekings Eltern Hermann und Ilse pflegen einen sehr rustikalen Umgangston, wenn sie überhaupt etwas äußern.

Nachdem sein Vater infolge eines Sturzes einen Serienrippenbruch erlitt, wurde dem Autor klar, dass er sich um seine alternden Eltern kümmern muss, nachdem er jahrzehntelang nichts für diese gemacht hatte. Mit dem Vorsatz, ein guter Sohn zu sein, stellte er den Wohnwagen einer Nachbarin in den elterlichen Garten und wohnte darin. Da es sehr viel geregnet hatte, sank der Wohnwagen tief und schief in den Matsch. Der morgendliche Weckruf erfolgte durch einen Fasanen. Gieseking spielte den Fasanenruf ebenso perfekt vor wie den Dialekt der Eltern. Er erkannte, dass es schwierig ist, Hilfe anzubieten und Hilfe anzunehmen.




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Kurz davor war zum ersten Mal im Leben ein Hilferuf des Vaters gekommen: „Wir müssen die Kellertür absägen.“ Grund war eine neue Wasserleitung, weil der Brunnen versandet war. Schwebend auf einem Schemel und einem Stuhl stehend beim Reinigen des Kellerfensters mit einem Staubsauger hatte der Vater zu seinem besorgten Sohn gesagt: „So weit kommt das noch, ich und fallen!“

Zu den lustigen Episoden im Elternhaus gehörten „Hundstage“, der Besuch mit dem Vater beim Orthopäden und die entsetzte Feststellung der Mutter nach doppelter Grauer-Star-Operation: „Habe ich immer schon so ausgesehen? Mit so vielen Falten?“ Peinlich war dem Künstler die Bemerkung seiner Mutter, sie seien nach Wochen noch nicht in den Wohnwagen eingeladen worden. Die verspätete Einladung zog dann auch die Nachbarn an und die Versuche des schuldbewussten Sohns, sich nützlich zu machen, endeten im Desaster.

Als Zugabe präsentierte Bernd Gieseking seine Kolumne für die nächste Woche in der TAZ und wunderbare finnische Sprichwörter. Das Publikum erlebte einen sehr lustigen Leseabend und der Autor erhielt von Roßbach und Klöckner flüssige Dankgeschenke. htv


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