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Nachricht vom 24.10.2025    

Zukunftsvisionen für Wissen: Herausforderungen und Ziele bis 2030

Von Klaus Köhnen

Zum 30. Kaufmannsessen in der Sieg-Stadt hatte der "Treffpunkt" Wissen eingeladen. Am Donnerstag (23. Oktober) kamen rund 50 interessierte in das Forum des Kulturwerks. Bürgermeister Berno Neuhoff (Verbandsgemeinde und Stadt Wissen) sprach zum Zukunftsthema "Wissen 2030".

Berno Neuhoff (re.) erhielt von Thomas Kölschbach "Treffpunkt" ein Geschenk (Bilder: kkö)

Wissen. Thomas Kölschbach, Vorsitzender vom "Treffpunkt" begrüßte die Gäste aus Handel, Gewerbe und Dienstleistungen. Kölschbach, bereits seit vielen Jahren kommunalpolitisch tätig, freute sich, dass die Frage nach den "Zukunftsaussichten", so viele Besucher ins Kulturwerk geführt hatte. Die Veranstaltung, in den Anfängen als interne Veranstaltung des "Treffpunkt" Wissen entstanden, ist seit einigen Jahren für alle Interessierten geöffnet. Besonders begrüßte Kölschbach Graf Hatzfeld, Dr. Matthias Reuber (MdL) sowie die Vertreter der Kommunen.

Wissen 2030 - "Optimismus ist Pflicht"
Bürgermeister Berno Neuhoff ging zunächst darauf ein, dass die großen Krisen unserer Zeit (Polykrisen) die Bürgerinnen nicht nur in Wissen verunsicherten. Neuhoff zeigte mehrere Problemfelder auf, darunter die chronische Unterfinanzierung der Kommunen, zu geringe oder fehlende Zuschüsse vom Land und immer mehr Aufgaben ohne finanziellen Ausgleich. Alleine bei den Kindertagesstätten würden rund 1,3 Millionen Euro in der VG fehlen, so Neuhoff. Neuhoff zitierte den Philosophen Karl Popper mit "Optimismus ist Pflicht" - dieser Ansatz habe ihn seit Beginn seiner Amtszeit als Bürgermeister der VG (2019) geleitet.

Was wurde erreicht?
Die Siegbrücke konnte, mit Förderungen aus dem Programm Aktives Stadtzentrum, neu errichtet werden (2019/2020). Mit weiteren Förderungen und der Beteiligung aus der Wirtschaft und der Bevölkerung wurden die Steinbuschanlagen, die Rathausstraße und, in Abstimmung mit dem Treffpunkt, die Schaffung von "Stadtgrün" und der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich umgesetzt.

Der Straßenausbau in den Bereichen Eisen- und Hüttenstraße, Holschbacher Straße (K66) sowie die Verbindung Schönstein-Mittelhof (K 126) und der allgegenwärtige Glasfaserausbau galten als wichtige Zukunftsinvestitionen. Beeinträchtigungen sind bei den umfänglichen Arbeiten nicht immer ausgeschlossen. Neben dem Ausbau und der Sanierung der Verkehrswege wurde für die Wasserver‑ und ‑entsorgung bis 2024 rund 25 Millionen Euro investiert. Projekte wie das Kleinspielfeld am Stadion und andere konnten nur durch die Initiative der Bürger umgesetzt werden.



"Den Laden am Laufen halten"
Die größte Herausforderung für den Bürgermeister ist es, die Dinge umzusetzen, die nicht in der eigenen Verantwortung liegen. Viele Aufgaben, auch zusätzliche, werden durch neue Gesetze und Verordnungen den Verwaltungen auferlegt, bei deren Umsetzung die Kosten meist durch die Kommune zu tragen sind. Neuhoff nannte hier die Ganztagsbetreuung an Grundschulen und die Kinderbetreuung in den Ferien. Die Umsetzung des gesetzlich vorgegebenen Anspruchs auf einen Kitaplatz, wobei die Personalsituation bereits jetzt knapp bemessen ist.

Ein weiterer Punkt war die Frage des Sicherheitsgefühls. So wurde bereits ein Feuerwehrbedarfsplan erstellt, in dessen Folge weitere erhebliche Investitionen erforderlich seien, so Neuhoff. Hochwasserschutz und Starkregenkonzept sind weitere Bereiche. Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, besteht bereits seit 2021 eine Kooperationsvereinbarung mit der Polizei. Diese und der Ordnungsdienst der Stadt Wissen führen gemeinsame Streifen durch.

Ausblick auf 2030
"Ich wünsche mir für 2030 und arbeite dafür, dass Wissen ein lebens- und liebenswerter Ort zum Leben und Wohlfühlen bleibt", so Neuhoff. Zeichen hierfür seien das neue Rathaus mit dem neugestalteten Vorplatz und die Bauvorhaben in der neuen Mitte. Der Erhalt von bereits Erreichtem, wie dem Siegtalbad, dem Kulturwerk oder auch dem RegioBahnhof, sei ein wichtiger Eckpfeiler, so Neuhoff. Als Bürgermeister schaffe er dies nicht alleine, sondern in der gemeinsamen Arbeit mit den kommunalen Gremien und besonders dem Team im Rathaus. Zum Abschluss dankte er dem "Treffpunkt", der vieles, darunter Mai- und Martinsmarkt, organisiere. Für neue Ideen sei das Rathaus immer offen und freue sich über die Mitarbeit vieler Gruppen. (kkö)


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