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Pressemitteilung vom 26.11.2025    

Zukunft der Onkologie: Wie moderne Techniken und Therapien Krebs behandeln

Zwei Patiententage am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen boten vielfältige Einblicke in moderne Krebstherapien und ergänzende Angebote. Experten vermittelten aktuelles Fachwissen, zeigten Fortschritte auf und standen für persönliche Fragen zur Verfügung.

Zahlreiche Experten aus Medizin, Pflege, Psychologie und Sozialarbeit informierten beim 2. Patiententag für Krebserkrankte und Angehörige im Hörsaal des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen. (Foto: Diakonie in Südwestfalen)

Siegen. Im Diakonie Klinikum Jung-Stilling drehte sich bei zwei Patiententagen alles um neue Entwicklungen in der Krebstherapie. Die Veranstaltungen boten umfassende Informationen über medizinische, pflegerische und psychologische Aspekte einer Krebsbehandlung.

Fachvorträge zu Tumorerkrankungen
Rund 300 bekannte Krebsarten stellen Ärzte und Patienten vor große Herausforderungen. Professor Dr. Mohammad Golriz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, stellte komplexe Eingriffe an Organen wie Leber, Magen oder Bauchspeicheldrüse vor. Aufgrund der engen Lage dieser lebenswichtigen Organe ist bei Operationen besondere Expertise erforderlich.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Kopf-Hals-Bereich, insbesondere Hauttumoren, Karzinome in der Mundhöhle und an den Speicheldrüsen. Professor Dr. Dr. Jan-Falco Wilbrand erklärte, wie interdisziplinäre Behandlungsansätze inklusive plastischer Rekonstruktion zur Lebensqualität beitragen können. Moderne Techniken ermöglichen es heute, selbst schwere Defekte erfolgreich zu versorgen und sogar Funktionen wie das Kauen wiederherzustellen.

Komplementärmedizin kritisch beleuchtet
Neben der klassischen Medizin interessieren sich viele Betroffene für ergänzende Heilmethoden. Professor Dr. Ralph Naumann informierte gemeinsam mit Professor Dr. Jutta Hübner über Chancen und Risiken der Komplementärmedizin. Während etwa Bewegung nachweislich hilfreich sein kann, seien viele alternative Therapien wissenschaftlich nicht belegt oder potenziell schädlich. Patienten sollten alternative Methoden nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.

Multiples Myelom im Fokus
Der zweite Veranstaltungstag war dem Multiplen Myelom gewidmet, einer seltenen Krebserkrankung des Immunsystems. Professor Naumann und Professor Dr. Hartmut Goldschmidt stellten neue Therapieansätze wie CAR-T-Zell-Therapien und bispezifische Antikörper vor. Trotz fehlender Heilung gibt es Fortschritte in der Behandlung. Eine Selbsthilfegruppe stellte ihre unterstützende Arbeit vor.



Ganzheitliche Betreuung mit OnkoCare
Mit dem Konzept OnkoCare setzt das Klinikum auf eine ganzheitliche Versorgung. Ein Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten begleitet die Patienten individuell. Auch die Stomatherapie ist Teil des Angebots. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen begiCare57 und MCS Medical Center Südwestfalen ermöglicht eine umfassende Versorgung von Patienten mit künstlichem Darmausgang oder Blasenausgang. Pflegeexperte Bernd Ginsberg stellte die Versorgungspraxis in einem Vortrag vor.

Pflege, Ernährung und psychologische Unterstützung
Das Onkologische Therapiezentrum informierte über Maßnahmen zur Hautpflege während der Behandlung, zur Vorbeugung von Schleimhautentzündungen und zu körperlicher Aktivität bei Krebs. Seit einigen Monaten gibt es zudem eine onkologische Ernährungsberatung. Hier werden individuelle Ernährungspläne erstellt, um das Immunsystem zu stärken.
Auch die psychische Unterstützung kam nicht zu kurz: Die Psychoonkologie bietet Hilfe für Betroffene und deren Angehörige.

Fünf zertifizierte Zentren unter einem Dach
Dr. Martin Klump, Leiter des Interdisziplinären Onkologischen Zentrums, zog ein positives Fazit. Mit fünf bereits zertifizierten Organkrebszentren und weiteren in der Zertifizierungsphase bietet das Diakonie Klinikum ein breites Leistungsspektrum für onkologische Patienten. Ziel ist es, medizinische Versorgung mit menschlicher Zuwendung zu verbinden. (PM/bearbeitet durch Red)


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