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Nachricht vom 14.12.2025    

Ukrainischer Knabenchor "Dudaryk" faszinierte in Ransbach-Baumbach

Von Wolfgang Rabsch

Ein Hauch von Wehmut zog durch die Stadthalle in Ransbach-Baumbach, als der ukrainische Knabenchor "Dudaryk" dort ein Benefizkonzert durchführte. Da für dieses Konzert kein Eintritt erhoben wurde, jedoch um Spenden für die Menschen in der Ukraine gebeten wurde, bleibt zu hoffen, dass sich in der großen Spendenbox im Foyer der Stadthalle ein erklecklicher Betrag angesammelt hat.

Auftritt von "Dudaryk". (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Ransbach-Baumbach. Der ukrainischer Knabenchor "Dudaryk" gab in der Stadthalle in Ransbach-Baumbach ein Benefizkonzert. Auch im Westerwald und darüber hinaus, existiert eine ukrainische Community, in der auch für dieses Konzert geworben wurde. Demzufolge war der größte Teil der Besucher ukrainischer Herkunft.

Angesichts des in der Ukraine tobenden Kriegs, herrschte in der Stadthalle eine sehr sensible Atmosphäre. Nichtsdestotrotz brandete großer Jubel auf, als der Chor die Bühne betrat, sich dort aufstellte und das Konzert mit drei ukrainischen Volks- und Weihnachtsliedern begann. Michael Merz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt Ransbach-Baumbach, hatte die Moderation des Konzerts übernommen und begrüßte sehr herzlich den Chor und die Besucher. Kurz umriss er die Problematik und die Sorgen, die das ukrainische Volk zu ertragen hat, und hoffte, wie viele andere Menschen auch, dass dieser unsinnige Krieg schnellstmöglich beendet wird, damit das unerträgliche Sterben endlich aufhört.

Bevor Merz den Chor vorstellte, erwähnte er Dr. Vitali Bagirov, der aus der Ukraine stammt und in der Töpferstadt eine eigene Praxis unterhält. Dr. Bagirov war maßgeblich am Zustandekommen des Konzerts beteiligt, da er über gute Kontakte zu dem Chor verfügt.

"Dudaryk", ein Chor von Weltformat
Als Michael Merz sich dem Chor zuwandte, lobte er diesen überschwänglich und bezeichnete ihn als einen der besten Knabenchöre der Welt, der in Lwiw beheimatet ist, in Deutschland besser bekannt unter dem Namen Lemberg. Die richtige Bezeichnung des Chores lautet Nationale Akademische Knaben- und Männerchor Lwiw Dudaryk, in der Kurzfassung "Dudaryk". Die Gründung des Chores wurde auf Initiative von Mykola Katsal, dem Vater des heutigen musikalischen Leiters des Chores, in die Wege geleitet.

Kontinuierlich hat sich der Chor weiterentwickelt und weltweit Anerkennung für seine musikalische Leistung erlangt. Konzerte im Vatikan und in großen Konzertsälen, wie der Carnegie Hall in New York oder Notre Dame in Paris, belegen die außergewöhnliche Qualität des Chores. Für Gelächter im Saal sorgte Michael Merz, als er stolz verkündete, nachdem "Dudaryk" halb Europa bereist hätte und gestern noch in Berlin aufgetreten wäre, hätten sie sich zum Abschluss ihrer Konzertreise, als Höhepunkt Ransbach-Baumbach ausgesucht.




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Der Ordnung halber muss erwähnt werden, dass kein reiner Knabenchor das Konzert gestaltete, denn von den 48 Sängern auf der Bühne waren 25 Kinder und Jugendliche und 23 Erwachsene. Gerade diese Mischung aus knabenhaften Kehlen und den kräftigen Männerstimmen erzeugte ein starkes, intensives Klangvolumen, dem sich niemand im Saal entziehen konnte, das war ukrainische Chortradition in Vollendung.

Viele Lieder wurden von den Landsleuten im Publikum kräftig mitgesungen und unterstützt, viele hatten dabei Tränen in den Augen und berührten oder umarmten sich. Dass "Dudaryk" neben dem Singen, auch den eigenen Gesang musikalisch mit Instrumenten begleiten kann, wertete das starke Konzerterlebnis noch weiter auf. Neben Flöte und Geige, kamen eine Duda (ähnlich einem Dudelsack) und eine Trembita (ähnlich einem Alphorn) zum Einsatz.

Auch deutsche Weihnachtslieder wurden interpretiert
Natürlich wurden, bis auf zwei Ausnahmen, die vorgetragenen Lieder in ukrainischer Sprache gesungen. Berührende Momente traten bei "O Tannenbaum" und "Es ist ein Ros‘ entsprungen" auf, als der Chor diese Lieder teilweise in deutscher Sprache intonierte.

Die ukrainischen Titel der Lieder vorzustellen, ist nicht erforderlich, doch so viel kann gesagt werden: Man konnte am Volumen und dem Klang des Gesangs erahnen, dass diese tiefe religiöse und christliche Inhalte hatten. Sie klangen teilweise wie ein Gebet auf Hoffnung und Sehnsucht nach Frieden. Nach dem Konzert in Ransbach-Baumbach wird ein allerletztes Konzert in Mainz stattfinden. Unmittelbar nach diesem Konzert wird der Chor zurück in die Heimat fahren – in eine ungewisse Zukunft.

Am Ende des Konzerts bedankte sich Michael Merz, der selbst Dirigent und Musiker ist, bei den Sängern und ihrem Dirigenten für dieses einzigartige Konzerterlebnis und betonte, wie wichtig dieses Konzert gewesen sei. Auch habe es den anwesenden Landsleuten etwas Trost spenden können. (WR)


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke   Ukraine  
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