Werbung

Pressemitteilung vom 02.01.2026    

Neue Dimensionen der Quantenforschung: Elektronen als Schlüssel

Wissenschaftler der Universität Siegen, der Universität Bremen und der TU Wien haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, um die Grenzen der Quantenmechanik zu testen. So lassen sich Quantenphänomene bei deutlich größeren Objekten untersuchen als bisher.

Jun.-Prof. Dr. Stefan Nimmrichter (Foto: Uni Siegen)

Siegen/Bremen/Wien. Was passiert, wenn man Nanopartikel mit einzelnen Elektronen beschießt? Ein Forschungsteam der Universität Siegen und der TU Wien hat darauf eine Antwort gefunden und damit einen potenziellen Weg eröffnet, Quantenphänomene bei viel größeren Objekten zu untersuchen als bisher möglich. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal Physical Review Letters veröffentlicht.

"Wir wollen verstehen, warum die Welt, die wir sehen, klassisch wirkt, obwohl die fundamentalen Gesetze der Quantenmechanik eigentlich auch für große Objekte gelten sollten", erklärt Philipp Haslinger von der TU Wien. Die Quantenmechanik beschreibt, wie Teilchen sich auf kleinster Ebene verhalten, zum Beispiel Elektronen in Atomen. Sie folgen Regeln, die unserer "normalen" Alltagserfahrung widersprechen: So können sich Teilchen zum Beispiel gleichzeitig an verschiedenen Orten befinden oder miteinander "verschränkt" sein, selbst wenn sie weit voneinander entfernt sind. Theoretisch sollten diese Gesetze auch für größere Objekte gelten. In der Praxis ist das aber schwer zu beobachten: Je größer ein Objekt ist, desto leichter wird sein Quantenzustand durch Einflüsse aus der Umgebung gestört.

Elektronen als "Quantentrigger"
Um Quantenphänomene auch bei größeren Objekten nachzuweisen, nutzt das Team einen Trick aus der Elektronenmikroskopie. In den hochempfindlichen Mikroskopen werden Elektronen verwendet, um winzige Strukturen sichtbar zu machen. Die Forschenden schlagen nun vor, Elektronen nicht nur zum Abbilden zu nutzen, sondern auch, um Nanopartikel gezielt in einen Quantenzustand zu versetzen: Trifft ein einzelnes Elektron ein Nanopartikel, so wird es an der atomaren Gitterstruktur dieses Partikels gestreut und das Partikel dabei minimal zurückgestoßen, ein Effekt, der normalerweise übersehen wird. Der Rückstoß bewirkt eine quantenmechanische Verschränkung zwischen Elektron und Partikel. Das Nanopartikel wird so in einen Überlagerungszustand versetzt, als ob es gleichzeitig an verschiedenen Orten wäre: ein Zustand, der bisher nur aus der Quantenwelt bekannt ist.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Examinierte Pflegekraft / Schulbegleitung

DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH
57584 Scheuerfeld

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Fachkraft für Arbeits- und Gesundheitsschutz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Sozialarbeiter/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


"Man beugt das Nanoteilchen sozusagen an seinem eigenen inneren Aufbau. Viel kleiner geht es nicht", sagt Stefan Nimmrichter, Juniorprofessor an der Universität Siegen und Erstautor der Studie. Durch die winzige Struktur der eigenen, atomaren Kristallgitter können Quanteneffekte in extrem kurzer Zeit erzeugt werden, in hunderten Millionstel Sekunden. So haben störende Umwelteinflüsse kaum eine Chance, den Effekt zu zerstören. Ein einzelnes Nanopartikel könnte dadurch mehrfach verwendet werden, was völlig neue Arten von Experimenten ermöglicht. "Unser Konzept eröffnet neue Möglichkeiten für hochpräzise Experimente mit schweren Teilchen. Damit können wir grundlegende Fragen untersuchen, vielleicht sogar, ob die Gravitation selbst quantenmechanische Eigenschaften hat", sagt Autor Dennis Rätzel.

Bekannte Technik, neue Möglichkeiten
Die geplanten Experimente sollen in speziell angepassten Elektronenmikroskopen stattfinden. Diese Geräte können heute bereits einzelne Atome sichtbar machen. Künftig könnten sie noch mehr leisten: Sie könnten dazu benutzt werden, makroskopische Quantenzustände direkt herzustellen und zu messen. "Wir betreten damit wissenschaftliches Neuland und das mit einer Technik, die bereits existiert", sagt Isobel Bicket von der TU Wien. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Pfeile im Flug: 5. Dart Open in Horhausen

Das Kaplan-Dasbach-Haus in Horhausen wird erneut zum Zentrum der regionalen Dartszene. Die 5. Horhausener ...

Aktualisiert: Verbindung zwischen dem Unfall Ransbach-Baumbach und toter Frau aufgedeckt

Am Sonntagmorgen (17. Mai 2026) kam es zwischen Ebernhahn und Ransbach-Baumbach zu einem heftigen Aufprall ...

Kreisausschuss vergibt Aufträge für die Sanierung weiterer Kreisstraßen

Verkehrsteilnehmer können wieder ein wenig aufatmen: Der Kreis Altenkirchen lässt in nächster Zeit erneut ...

Nächtliche Zugausfälle auf der Linie RE 9: Ersatzverkehr eingerichtet

Aufgrund von Bauarbeiten kommt es in den Nächten vom 15. bis zum 20. Juni zu Einschränkungen auf der ...

Helikopter im Einsatz: Amprion kontrolliert Freileitungen aus der Luft

Ab dem 22. Mai startet der Übertragungsnetzbetreiber Amprion eine umfassende Kontrolle seiner Höchstspannungsfreileitungen ...

Verkehrseinschränkungen auf der B 256 bei Rengsdorf

Am 19. und 20. Mai 2026 kommt es auf der B 256 bei Rengsdorf zu Verkehrseinschränkungen aufgrund von ...

Weitere Artikel


Blitzarmes Jahr in Rheinland-Pfalz - Ursache Trockenheit

Im Jahr 2025 schlugen in Rheinland-Pfalz ungewöhnlich wenige Blitze ein. Dies wirft Fragen auf, die Experten ...

Jahresabschlusswanderung des Rassekaninchenzuchtvereins RN47 Niederfischbach

Am 27. Dezember 2025 fand die traditionelle Jahresabschlusswanderung des Rassekaninchenzuchtvereins RN47 ...

Hallenfußball-Fieber in Wissen: Weitershagen Cup lockt Fans

Am 16. und 17. Januar 2026 verwandelt sich die Konrad-Adenauer-Sporthalle in Wissen in ein Zentrum des ...

Atemzug - Ein Gedicht von Patric Schattenberg zum Jahreswechsel

Der Übergang von einem Jahr zum nächsten ist oft ein Moment des Innehaltens und Nachdenkens. Patric Schattenberg ...

Alex Spitzer triumphiert beim Dart Masters Friesenhagen 2025

Beim Dart Masters in Friesenhagen trafen sich am Sonntag (28. Dezember 2025) insgesamt 96 Teilnehmer, ...

Ismail Ertug übernimmt Führung bei der Deutschen Bahn in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Nach einem Vierteljahrhundert bei der Deutschen Bahn geht Dr. Klaus Vornhusen in den Ruhestand. Seine ...

Werbung