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Nachricht vom 06.01.2026    

Forst: Festival „Open Arts“ soll auch mit „Crowd-Funding-Kampagne“ finanziert werden

Kulturveranstaltungen auf die Beine zu stellen, kostet viel Geld, und der Trend in puncto Finanzierung zeigt weiter nach oben. Vor diesem Hintergrund beschreitet das „Kunsthaus Wäldchen“ einen für sich neuen Weg. Mit einer „Crowd-Funding-Kampagne“ soll das Festival „Open Arts“ auf eine sichere monetäre Basis gestellt werden.

Eine Crowd-Funding-Kampagne soll helfen, das Festival „Open Arts“ auf finanziell bessere Füße zu stellen. (Foto: privat)

Forst. Es ist bereits ein fester Bestandteil der Kulturveranstaltungen in der Verbandsgemeinde Hamm geworden. Schon zum sechsten Mal wird vom 13. Mai bis zum 27. Juni das Festival „Open Arts“ unter der Regie des Kunsthauses Wäldchen in Forst über die Bühne gehen. Und vor jeden neuen Ausgabe müssen sich die beiden Betreiber des „Ateliers der Musikpädagogen, Musiker und Komponisten“, Dorothé R. Marzinzik und Daniel Diestelkamp, überlegen, wie sie als Organisatoren der Veranstaltungsreihe das Programm finanziell gestemmt bekommen. Unter dem Strich stehen nämlich Ausgaben in Höhe von rund 25.000 Euro. Mit teils negativen Erfahrungen aus dem Vorjahr im Hinterkopf (der Kreis Altenkirchen versagte beispielsweise eine angefragte 500-Euro-Unterstützung) haben Marzinzik und Diestelkamp einen neuen Weg eingeschlagen, um auf die sichere Finanzierungsseite zu gelangen: „Crowd Funding“ ist das Schlagwort, heißt: Viele Menschen (crowd) finanzieren (fund) gemeinsam eine Idee, ein Projekt oder ein Unternehmen. Mit dieser Aktion sollen noch bis zum 6. Mai mindestens 5000 Euro zusammengetragen werden (www.startnext.com/openarts). „Open Arts soll bunt, fair und hochkarätig bleiben: Weil wir in den letzten Jahren Open Arts immer wieder aus eigener Tasche mitfinanziert haben, brauchen wir jetzt Euch, damit das Festival auch weiterhin bestehen kann!“, betonen Marzinzik und Diestelkampf unisono auf der Homepage von „Startnext“, über deren Internetpräsenz die Aquise abgewickelt wird. Natürlich, so Diestelkamp weiter, seien bereits diverse Anträge für Zuschüsse an die kommunale Seite gestellt, „wir brauchen öffentliche Gelder“, fügt er an, wohl wissend, dass Zusagen nicht von heute auf morgen erfolgen. Das Land Rheinland-Pfalz habe nach Unterstützungen in Höhe von jeweils 10.000 Euro (Jahre 2023 und 2024) den Betrag im Vorjahr auf 9000 Euro reduziert. Die Subvention aus Mainz bleibe dringend notwendig, „denn ohne Land ist es aussichtslos. Wenn die 5000 Euro zusammenkommen, bedeutet dies schon einen großen Schritt vorwärts“, weiß Diestelkamp und erläutert: „Wir hatten 2025 zwar eine gute Quote an Zuschauern“, die jedoch natürlich nicht ausgereicht habe, Verluste zu decken. Das Festival ist seit 2021 bekannt für seine bunte Mischung aus Musik, Workshops, Kunstaktionen und Lesungen. Es treten Künstler aus der Region und ganz Europa auf. Derzeit sind sechs Veranstaltungen vorgesehen.

„Ersatz“ für Kreiszuschuss gefunden
Für den im vergangenen Jahr nicht zahlenden „Sponsor“ Kreis Altenkirchen waren die mit einem Sitz im Kreistag vertretene Wählergruppe Käppele mit 500 und die Firma „Die Spaten - Garten- und Landschafts­bau“ (Birken-Honigsessen) mit 600 Euro als Gönner eingesprungen. Marzinzik und Diestelkamp hatten damals nach dem Bekanntwerden der Streichung des Betrages eine Menge Rückendeckung erhalten. „Uns haben eine Vielzahl von Solidaritätsbekundungen erreicht. E-Mails haben wir von privaten Förderern und Open-Arts-Besuchern, von Künstlern und Künstlerinnen, Lehrerinnen und Lehrern von Schulen aus dem Kreis Altenkirchen, von Veranstaltern, Kulturschaffenden und Bildungseinrichtungen sowie aus dem Kulturbüro Rheinland-Pfalz und aus der Privatwirtschaft erhalten“, blickte das Duo bei der Entgegennahme der symbolischen Schecks im Juli 2025 zurück. Unter den Grußadressen hätten das Solidaritäts- und Hilfsangebot der Wählergruppe Käppele sowie das des Baubetriebs „Die Spaten“ hervorgestochen. „Da auch vom Land weniger Fördermittel als in den vergangenen Jahren fließen, wird der Förderverein des Kunsthauses Wäldchen diese Unterstützung mit großem Dank entgegennehmen, um die Fehlbeträge ausgleichen und Honorare an alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler auszahlen zu können“, meinte Diestelkamp vor rund einem halben Jahr.



Das ist das „Kunsthaus Wäldchen“
Laut eigener Homepage ist „das Kunsthaus Wäldchen ein Atelier für improvisierte Musik und Performance, für Seminare und Projekte der ästhetisch-musikalischen Grundbildung und für Ferien in Natur & Stille. Die Leitung haben Dorothé R. Marzinzik und Daniel Diestelkamp. Es liegt auf der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Drei-Kreise-Eck Altenkirchen, Siegburg und Gummersbach. Der ehemalige Restbauernhof Wäldchen 1, der zur Ortsgemeinde Forst in der Verbandsgemeinde Hamm gehört, wurde 1988 von Dorothé R. Marzinzik und Daniel Diestelkamp erworben, 1994 zum Studio ausgebaut und 2015 großzügig mit einer Lounge auf der Südseite, neuen Gästezimmern und einer separaten Ferienwohnung saniert und erweitert. 1996 wurde der als gemeinnützig anerkannte Förderverein Förder/innen freier Kunstkultur und Musikpädagogik gegründet, der als Mitglied der rheinland-pfälzischen Landesarbeitsgemeinschaft anderes lernen (LAG al) agiert. Partner des Kunsthauses Wäldchen sind u.a. das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz, das Westerwälder Initiativen- und Betriebe Netz (WIBeN), das Institut für zeitgenössische Musik (IZM) in Frankfurt (Main), die Technische Hochschule und die Hochschule für Musik und Tanz in Köln, der Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen, der Deutsche Chorverband, der Kultursommer Rheinland-Pfalz, die Melanchthon-Akademie und Lutherkirche in Köln sowie in Melbourne St. Michael’s Uniting Church of Australia“.

Startnext 2010 gegründet
Startnext wurde 2010 gegründet und verschafft Ideen und Projekte die Möglichkeit sich vorzustellen, sich mit der Unterstützung von vielen Menschen zu finanzieren und eine Community aufzubauen, weil Gründer, Unternehmer und kreative Menschen vor ähnlichen Herausforderungen stehen: Sichtbarkeit zu bekommen, eine Community aufzubauen, erforderliches Kapital einzusammeln, Feedback und Markttest zu erhalten sowie Netzwerke zu finden und zu nutzen. Das Unternehmen gehört den Gründern und ist frei von Investoren und Shareholdern. Die Crowd finanziert Startnext durch ein wert(e)basiertes Preismodell für Projekte. „Unser Ziel ist es, in Zukunft einen Großteil der Gründungsfinanzierung für Kreative, Erfinder und Unternehmer über Startnext zu ermöglichen, um damit mehr Sichtbarkeit für die Ideen, Unabhängigkeit für die Initiatoren und finanzielle Sicherheit durch den frühen Markttest zu schaffen“, sagt laut eigener Homepage Denis Bartelt, Chief Executive Officer (Vorstandsvorsitzender) und Mitbegründer von Startnext. (vh)


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