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Nachricht vom 08.01.2026    

Warum musste Galgohündin "Tyra" durch Hundebisse sterben?

Von Wolfgang Rabsch

Die Kuriere berichten heute von einem Drama in Selters, das sich bereits Anfang November ereignete und für erregte Diskussionen und Entsetzen sorgte. Was war passiert?

TYRA 2015 - 2025 (Fotos: Nicole Eiers)

Selters. Hundebesitzerin Nicole Eiers befand sich mit ihrer Galgohündin "Tyra" auf ihrer Gassirunde, als sie und ihre Hündin von einem nicht angeleinten, freilaufenden Staffordshire Terrier vollkommen überraschend angegriffen wurden. Die Halterin ging dabei zu Boden und ihre Hündin wurde durch den angreifenden Hund so gebissen, dass "Tyra" zehn Tage später an den Folgen der Bisswunden verstarb - trotz aller tierärztlichen Bemühungen.

Der Autor dieses Artikels kennt Nicole Eiers und ihre Hündin persönlich von gemeinsamen Spaziergängen mit seinem eigenen Hund "Mörfel". Er selbst hatte bereits mehrere Begegnungen mit dem besagten Staffordshire Terrier, die glücklicherweise ohne Zwischenfälle verliefen - "Mörfel" hatte in diesen Momenten schlichtweg Glück.

Um die Details des schrecklichen Geschehens aus erster Hand zu erfahren, traf sich der Autor mit der Hundebesitzerin zu einem persönlichen Gespräch in einem Café in Selters. Trotz behutsamer Gesprächsführung war deutlich spürbar, dass Nicole Eiers noch immer traumatisiert wirkte und sie ihre Tränen oft nicht unterdrücken konnte. Da der Fall in Selters und im gesamten Westerwald hohe Wellen geschlagen hat, gestattete Nicole Eiers, sie mit ihrem richtigen Familiennamen im Kurier zu erwähnen.

Wie kam es zu dem Unglück?
Am 5. November 2025, gegen 18 Uhr, verließ Nicole Eiers gemeinsam mit "Tyra" ihre Wohnung, die ganz in der Nähe des Angriffsorts liegt, um mit ihrer Hündin die Abendrunde zu drehen. Dabei gingen sie den steil abfallenden Weg hinter dem Baumarkt Selters in Richtung Klingelwiese, als sie im unteren Bereich den freilaufenden Hund sahen. Einem bangen Gefühl folgend, drehte sie sofort um und wollte auf den in der Nähe befindlichen Parkplatz des Baumarktes mit ihrer Hündin gehen, doch es war zu spät.

Der Staffordshire Terrier kam in vollem Tempo auf sie zu gerannt, rammte sie zu Boden. Sie hielt ihre Hündin noch an der Leine. Der Hund griff "Tyra" an. Nicole Eiers konnte aufstehen und trat gegen den Hund, der auch von "Tyra" abließ. Die Hundehalterin kam inzwischen gemächlich anspaziert, Zigarette rauchend, und packte dann ihren Hund am Halsband und zog ihn weg. Dabei meinte sie hämisch zu Nicole Eiers: "Du hättest ja weggehen können."

Nicole Eiers schildert, dass die Situation zunächst relativ glimpflich abgelaufen sei, nachdem sie den angreifenden Hund kurzzeitig hatte abwehren können. Doch dann habe die andere Halterin ihren Hund wieder losgelassen, woraufhin dieser sich erneut auf "Tyra" gestürzt habe. Den Angriff beschreibt Eiers als extrem heftig; der Hund habe wie "von Sinnen" agiert und der Galgohündin durch massive Bisse schwerste Verletzungen zugefügt. Der Terrier habe erst von seinem Opfer abgelassen, als "Tyra" bewegungslos am Boden liegen blieb. Die Halterin des angreifenden Hundes sei anschließend einfach weitergegangen, ohne sich um die Verletzungen oder die Notlage von Mensch und Tier zu kümmern.




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Noch auf dem Boden liegend rief Nicole Eiers um Hilfe und die Polizei an. In der Zwischenzeit kamen Kunden und Mitarbeiter aus dem Baumarkt, die das Geschehen mitverfolgt hatten, und versuchten, die Blutungen von "Tyra" mit Decken und Binden zu stoppen. Die Polizei erschien auch alsbald und nahm die Anzeige auf. Die Verursacherin war mit ihrem Hund verschwunden.

Ab diesem Moment begann der unendliche Leidensweg von "Tyra". Familie Eiers fuhr mit der stark blutenden Hündin in die Tierklinik nach Neuwied. Dort wurde "Tyra" notoperiert, doch nach einigen Tagen musste sie noch einmal operiert werden. Trotz aller tierärztlichen Hilfsmaßnahmen und der Fürsorge der Familie konnte "Tyras" Leben nicht gerettet werden. Sie verstarb nach zehn Tagen, da sie nicht mehr essen und trinken konnte und auch nicht mehr auf die Beine kam.

Der Staffordshire Terrier läuft immer noch in Selters unangeleint herum
Der plötzliche Tod von "Tyra" hat bei der Familie Eiers tiefe Spuren hinterlassen. Nicole Eiers sagte im Gespräch: "Tyra" war für uns wie ein Baby als wir sie mit zwölf Wochen zu uns holten. Sie wurde mit ihrer liebenswürdigen, sanften Art ein echtes Familienmitglied, wir vermissen sie unendlich. Es ist nichts mehr so, wie es früher war, es ist alles so leer. In Selters war der Hund bekannt, da er grundsätzlich unangeleint und ohne Maulkorb herumlaufen durfte, dahinter in weitem Abstand immer seine Besitzer. Diese konnten inzwischen ermittelt werden, sind anscheinend aber wieder abgetaucht. Bis gestern jedenfalls, als ich einen Anruf von einer Dame erhielt: Der Hund wäre im Bereich der "Oranienstraße" und "Im alten Hof" gesehen worden. Ich habe sofort das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Selters informiert, doch anscheinend ist daraufhin nichts passiert, denn ich habe keine weiteren Infos erhalten. Wenn ein Kind von dem Hund gebissen worden wäre, hätte man mit Sicherheit mit mehr Hochdruck an der Sache gearbeitet, der öffentliche Druck wäre viel höher gewesen. Ich wünsche mir so sehr, dass die Halter des Hundes bestraft werden können. Dadurch würde natürlich meine "Tyra" nicht wieder lebendig. Ich möchte nicht, dass der Hund eingeschläfert wird, denn er ist ein Opfer seiner Besitzer".

Spendenaufruf für Tierarztkosten
Durch die notwendigen Operationen in der Tierklinik Neuwied sind der Familie Eiers hohe Tierarztkosten entstanden. Bekannte der Familie haben daher einen Spendenaufruf gestartet. Die Spendensumme ist noch nicht erreicht. Wer die Familie finanziell unterstützen möchte, kann dies über die folgenden Wege tun:

GoFundMe-Spendenlink: Nutzen Sie für Ihre Unterstützung direkt den Online-Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe: https://gofund.me/a87315052
Banküberweisung: Alternativ können Sie einen Betrag auf das Konto der Familie Eiers bei der Volksbank überweisen: DE15 5739 1800 0000 1372 43.


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