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Nachricht vom 11.01.2026    

Atelier der Jugendkunstschule: Wird Betretungsverbot im Sommer aufgehoben?

Still ruht das Atelier der Jugendkunstschule in Altenkirchen. Schon seit deutlich mehr als anderthalb Jahren ist ein „Betreten verboten“ als Folge des Neubaus einer Eisenbahnbrücke in unmittelbarer Nähe angesagt. Nun jedoch deutet sich ein Silberstreif am Horizont in Richtung der Nutzungsfreigabe in womöglich rund sechs Monaten an.

„Hochsicherheitsgefängnis“ in der Koblenzer Straße: Immer noch eingezäunt ist das Atelier der Jugendkunstschule. (Foto: vh)

Altenkirchen. Das Atelier der Jugendkunstschule in Altenkirchen mutet eher wie ein „Hochsicherheitsgefängnis“ denn wie ein Treffpunkt für diejenigen an, die sich in irgendeiner Art gestalterisch betätigen möchten. Ein Bauzaun umgibt die alte Werkstatthalle der Firma Sturm in der Koblenzer Straße zwischen den beiden Bahnübergängen. Er rührt von den Bauarbeiten vom längst erledigten Austausch einer Eisenbahnbrücke im Zuge der Strecke zwischen Altenkirchen und Westerburg her. Schriftlich liegt ein Betretungsverbot für die "künstliche" Lokalität vor, so dass Unterricht und Veranstaltungen seit dem 1. Mai 2024 nicht mehr möglich sind, obwohl der Austausch der Querung schon weit vor dem „Tag der Arbeit“ und die erforderlichen Nacharbeiten am Gleisbett abgeschlossen waren. Laut Auskunft von Axel Weigend, der gemeinsam mit Tanja Corbach die „Jukusch“ leitet und koordiniert, habe eine Ufermauer des Quengelbachs wohl Schaden während den Sanierungsarbeiten genommen. Um sie nicht einstürzen zu lassen, wurden zwischen beiden Begrenzungen extra Eisenträger eingezogen, die für Stabilität sorgen. Bereits im November 2024 sei angekündigt worden, dass es im Frühjahr 2025 eine Lösung geben solle. Positiv verbucht Weigend die Tatsache, dass seit der Schließung keine Miete mehr gezahlt werden musste. Und für die Nutzung des Ateliers in der Landjugendakademie werde nur ein geringer Obolus entrichtet.

Neue Vermessungen
Die Wiedereröffnung scheint nunmehr ein wenig näher gerückt. Fachleute vermaßen am Freitag (9. Januar) noch einmal die Örtlichkeit, die Halle innen und außen und ließen das in Rede stehende Areal sogar von einer Drohne überfliegen. „Die Bauarbeiten sollen noch im Januar weitergehen“, berichtete Weigend aus dem Gespräch mit den Experten nach der Inaugenscheinnahme, „und im Juli abgeschlossen sein, wenn das Wetter mitspielt.“ So schöpft er neue Hoffnung, dass die Tage des Provisoriums im Ausweichquartier (Atelier der inzwischen geschlossenen „Evangelischen Akademie für Land und Jugend“ im Dieperzbergweg) gezählt sind, wobei die Nutzung trotz deren K.o. weiterhin erlaubt bleibt. Darüber hinaus nutzt(e) die Jugendkunstschule weitere Räume in anderen Objekten wie zum Beispiel für Seminare die in der Grube Louise in Bürdenbach. Weigend („wir denken gerne optimistisch“) macht den erforderlichen Arbeitseinsatz an einem handfesten Fakt fest. Im an den Bleichweg angrenzenden Areal, das nach wie vor ebenfalls umzäunt ist und während den Bauarbeiten als Lager und Abstellfläche diente, seien Bagger und weitere Gerätschaften gerade abgestellt worden. Wie es letztendlich dem Übel an die Wurzel geht, sprich der Rand des Quengelbachs umgestaltet und damit sicherer wird, weiß Weigend nicht. Im Gespräch sei schon mal eine terrassenförmige Lösung in Richtung Wiesental gewesen, ganz wichtig ist ihm aber, dass auch die Fläche vor dem Eingang zum Atelier in einen vernünftigen Zustand versetzt werde.

Weniger Teilnehmer
Die Notlösung mit Auslagerung zum Beispiel ins Akademie-Atelier habe die Teilnehmerzahl an den Kursen und Aktionen ein wenig nach unten gehen lassen, weiß Weigend. Parallel seien sich viele Gedanken darüber gemacht worden, wie die Jugendkunstschule sich weiterentwickeln könne. Als positiven Aspekt wertet er zudem die neue „schöne Zusammenarbeit mit einer Berliner Kunstwissenschaftlerin“. Als ein weiteres Plus erachtet Weigend den geplanten Abriss der ehemaligen Bäckerei Schumacher in der Wilhelmstraße (inzwischen in städtischem Besitz), wodurch eine fußläufige Verbindung zwischen Innenstadt und Jugendkunstschule und darüber hinaus Richtung Wiesental möglich wird. „So könnte ein echtes Plus entstehen. Die Jugendkunstschule wird davon profitieren. Es geht weiter. Wir sind zuversichtlich“, bringt er seine Stimmung auf den Punkt und freut sich über den „schönen Rückenwind von der Stadt“, der zudem bereits in ein Projekt mündete. Die Jugendkunstschule gestaltet eine Skulptur in Form einer sieben Meter langen Sitzbank für die Quengelbach-Aue (parallel zu den Parkplätzen des Fachmarktzentrums im Weyerdamm), der mit punktuellen „Eingriffen“ mehr Aufenthaltsqualität verliehen werden soll. Aus der öffentlichen „Stadthand“ fließen 20.000 Euro in das Projekt. Die Plastik soll mit Mosaiksteinen und Kacheln verziert werden. Im ersten Schritt werden die Fliesen individuell künstlerisch gestaltet. Anschließend werden sie auf den „Rohling“ geklebt. Das Ziel dieses Projektes ist es, Menschen aus der Stadt Altenkirchen durch die gemeinsame Arbeit an der Skulptur zusammenzubringen. Deren genauer Standort wird noch festgelegt. Die Gesamtkosten werden auf etwa 36.300 Euro geschätzt. Diese sollen durch die Jugendkunstschule, Sponsoren und eben den Zuschuss der Stadt gedeckt werden. Darüber hinaus gilt es, die Belange des Hochwasserschutzes zu berücksichtigen.



Bis 1972 Autowerkstatt
Das Domizil der Kreativwerkstatt (Atelier) in der Koblenzer Straße 2 (zwischen den beiden Bahnübergängen) wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, diente der Firma Sturm (Autozentrale heute in der Kölner Straße) bis ins Jahr 1972 als Autowerkstatt. Sie misst knapp 400 Quadratmeter. Darüber hinaus gibt es noch einen Lager- und einen Mehrzweckbesprechungsraum, in dem auch gekocht werden kann. Nach dem Auszug der Firma Sturm wurde sie zunächst von diversen Pächtern genutzt, ehe sie zur Jungendkunstschule mit der markanten Fassade wurde. Seit 2018 ist die Jugendkunstschule Partner im bundesweiten Netzwerk „Kulturelle Bildung an Schulen“ im Rahmen des „Weiterbildungsmasters Kulturelle Bildung an Schulen“ der Phillipps-Universität Marburg. Die inzwischen abgerissene Bruchsteinbrücke mit ihren zwei gewölbten Durchlässen für den Quengelbach war zu Beginn der 1880er-Jahre errichtet worden und hatte vor nunmehr rund 100 Jahren eine neue Fahrbahnwanne und eine neue Abdichtung erhalten. Nunmehr ist an ihre Stelle eine stählerne Konstruktion mit lediglich einem Durchlass für die „Fluten“ des kleinen Baches getreten, der beinahe in Sichtweite der ehemaligen Baustelle in die Wied mündet. Laut Angaben der Deutschen Bahn war zu jener lang vergangenen Zeit auch die parallel zum Bach verlaufende Stützwand hochgezogen worden. (vh)


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