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Pressemitteilung vom 12.01.2026    

Ein Krimi im Labor: Schüler lernten in einem Forensik-Workshop in Siegen

Verdächtige Fußabdrücke und viele Spuren. Mehr brauchte es nicht, um 16 Schüler in ein Ermittlungsteam zu verwandeln. Im Kurs "Molekulare Forensik" an der Universität Siegen gingen sie einem fiktiven Mordfall mit modernster Labortechnik auf den Grund und entdeckten dabei, wie spannend Wissenschaft ist.

Im Uni-Labor dem Täter auf der Spur: Schüler beschäftigten sich im Kurs "Molekulare Forensik" mit einem fiktiven Mordfall. (Foto: Universität Siegen)

Siegen. Wenn der Boden plötzlich zur Beweiskarte wird und ein einzelnes Haar ganze Geschichten verrät, dann verwandelt sich ein Biologielabor an der Universität Siegen in ein
Kriminaltechnikzentrum. Genau dies erlebten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen neun bis zwölf, die in ihrer Freizeit an dem Angebot des Talentnetzes Siegen-Wittgenstein und der Universität Siegen teilnahmen. Schon zum zweiten Mal konnten Molekularbiologie-Professor Dr. Hans Merzendorfer, der als Prorektor der Universität Siegen für den Bereich Studium, Lehre und Qualitätsmanagement zuständig ist, und Dr. Sven Dienstbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter, eine Gruppe in ihren Laboren begrüßen.

Die Resonanz auf das Angebot der Universität war in diesem Jahr besonders groß: Mehr als 50 begabte Schüler wollten teilnehmen. Die maximale Teilnehmerzahl wurde mehrfach erweitert, und dennoch mussten einige Interessierte auf die nächste Kursrunde vertröstet werden. Sechs Wochen lang, jeweils rund zwei Stunden pro Termin, arbeiteten sie an einem fiktiven Mordfall, der sich am AR-Campus der Universität Siegen zugetragen haben sollte: Die Studentin Lea F. wurde auf einem schlammigen Trampelpfad neben dem Parkhaus gefunden. Zwanzig Verdächtige, unzählige Spuren, aber nur ein Täter. Das war die perfekte Ausgangssituation für forensische Ermittlungen.

In kleinen Teams führten die Jugendlichen forensische, molekularbiologische und chemische Untersuchungen durch. Sie verglichen Bodenproben, untersuchten Haare unter dem Mikroskop Haare und konnten so erste Verdächtige ausschließen. Tests zu Textilfasern, Fingerabdruckanalysen, Blutgruppenbestimmung und schließlich die Königsdisziplin der modernen Forensik – die DNA-Analyse mittels PCR und Gelelektrophorese – brachten die jungen Ermittler Schritt für Schritt dem Täter auf die Spur. Zum Kreis der "Verdächtigen" gehörten Professoren, Mitarbeiter und Studierende, die sich an dem Krimispiel mit wissenschaftlichem Hintergrund beteiligten.



Das Format hat sich bewährt: Ursprünglich entstand die Idee im Rahmen der Kooperation der Universität Siegen mit dem Berufskolleg AHS Siegen. Dort ist der Uni-Kurs "Molekulare Forensik" seit Jahren fest im Lehrplan verankert. "Wir möchten junge Menschen für moderne Biologie begeistern und potenzielle Berufswege aufzeigen", erklärt Dr. Sven Dienstbach. "Und natürlich wäre es schön, wenn wir auch den ein oder anderen Studierenden direkt für die Uni Siegen begeistern." Umgekehrt erhalte man durch die Kooperation mit Schulen wichtige Einblicke in den schulischen Alltag und die spezifischen Probleme der Lehrkräfte.

"Dies ist für uns in der Ausbildung der zukünftigen Lehrer sehr wichtig und hilfreich", so Sven Dienstbach. Die Zusammenarbeit mit Schulen und dem Talentnetz ermöglicht es außerdem Schülern hochwertige, kostenintensive Labortechniken zugänglich zu machen. Allein im September vergangenen Jahres nutzten vier Schulklassen das Laborangebot der Universität. Die Nachfrage wächst stetig und zeigt, wie groß das Interesse an moderner naturwissenschaftlicher Bildung in der Region ist. (PM)


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