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Nachricht vom 14.01.2026    

Hachenburger Brauerei weiterhin auf Erfolgskurs

Von Helmi Tischler-Venter

Die positive Jahresbilanz für das Jahr 2025 der Westerwald-Brauerei in Hachenburg ist keineswegs branchentypisch. Die deutsche Braubranche leidet seit 35 Jahren unter Absatzrückgängen, derzeit um beängstigende 6,4 Prozent. Dass sich Hachenburger mit rund vier Prozent Plus sowohl in Fass und Flasche gegen den Trend stemmen konnte, führt Inhaber Jens Geimer darauf zurück, dass stets Qualität und Menschen im Blick stehen.

Inhaber Jens Geimer. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Hachenburg. Hachenburger wird auch weiterhin in Personal investieren. Die technischen Neuerungen sparen nicht Menschen ein, sondern erleichtern ihnen die Arbeit und schaffen Raum für die Umsetzung neuer Ideen. Die Neueinführung alkoholreduzierter und alkoholfreier Getränke erwies sich als voller Erfolg. Mit selbst hergestellter Kohlensäure gewannen die Hachenburger „Limmos“ zum bereits etablierten „Kalten Kaffee“ viele Freunde. Im Frühjahr werden Cola und Cola Zero die Produktpalette ergänzen. Die neuen Kreationen werden von etwa 1.000 Testern bewertet.

Den allgemeinen Rückgang des Bierabsatzes führt Geimer auf mehrere Faktoren zurück: Früher war es üblich, während der Arbeit Bier zu trinken, und das Bewusstsein, dass Autofahren und Alkohol nicht zusammenpassen, ist gestiegen. Demografische Änderungen spielen mit: Ältere Kunden, die traditionell nach dem sonntäglichen Gottesdienst oder am Feierabend in eine Kneipe gingen, sterben weg, - dadurch auch die meisten Dorfkneipen - und weniger Kinder werden geboren. Daher wird absehbar in Zukunft weniger Bier getrunken werden. 20 Prozent des Umsatzes fangen die alkoholfreien Kaltgetränke auf. Die Marke „Hachenburger“ steht für regionales Lebensgefühl.

Zufriedenstellend lief das Fest-Bier. „Hachenburger“ besitzt überall im Kerngebiet einen hohen Marktanteil, mittlerweile auch im Taunus und anderen Nachbarregionen. Daher wurde die auf Bierdeckeln verbreitete Westerwald-Karte, die vermitteln soll „hier leben wir“, um diese Regionen erweitert. Auch als Puzzle liegt das markante Kartenwerk vor. Der als „Kirmes-Klaus“ von vielen beneidete Vertriebsleiter Feste und Vereine, Klaus Strüder, wird in weitere Ausschankwagen, Gläserspülmaschinen und Bierzeltgarnituren zur Vermietung investieren. Er steht allen Veranstaltern an allen Wochenenden helfend zur Verfügung und war auch während der Pressekonferenz auf dem Brauereigelände in Aktion, denn 700 Kunden und ihre Teams waren der Einladung der Brauerei zum Winterfest gefolgt. Für den „Notfall“ steht Großhandel und Festkunden nun ein cooler „Hachenburger Bier-Safe“ zur Verfügung, aus dem sie sich per Zugangscode rund um die Uhr selbstständig bedienen können.

Während die Gäste Werksführungen genossen, arbeiteten Handwerker durch das Gewusel unbeirrt am Ausbau der neuen Flaschenfüllerei weiter, die am 14. März durch den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer offiziell eingeweiht werden wird. Diese große Investition soll den Mitarbeitern die Arbeit erleichtern, indem die Maschinen an der Wand stehen und die Menschen in der Mitte mit kurzen Wegen nach jeder Richtung arbeiten. Höher gelegene Fenster ermöglichen immer einen Blick auf den (blauen) Himmel, und durch strategisch clever eingebaute Tore werden Glasbruch und defekte Paletten direkt entsorgt. Ein dekorativer Bodenbelag mit 98.000 sechseckigen Fliesen passt sich den Wölbungen hin zu integrierten Abflussrinnen an, und durch Bogenfenster gewinnt die ehemalige alte Abfüllhalle Stil. Nur regionale Firmen führten reibungslos Hand in Hand sämtliche Gewerke aus, sodass die Maßnahme im Zeit- und Kostenrahmen läuft.



Die Besucher werden in Zukunft über Laufwege oberhalb der Füllanlage geführt werden. Eine Rutschstange „für Julia“ und eine Rutschbahn bringen Funfaktor ein, denn auch die Hachenburger Erlebnisbrauerei setzte ihren Erfolgskurs fort und begrüßte im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Gäste. Die meisten kamen als Tagestourist oder Urlauber von außerhalb in die Region, eine wichtige Unterstützung für die Gastronomen im Westerwald. Die Erlebnisbrauerei ist Marketingmittel und zeigt die Transparenz der Brauerei. Beim Besuch des Geländes fallen durchgängig die Sauberkeit der Räume und die Freundlichkeit der Mitarbeiter auf. Alle handeln nach dem Motto: „Was sich bewegt, wird gegrüßt, und was sich nicht bewegt, wird geputzt.“ Direktkontakt ist der Firmenleitung wichtig, daher freut man sich auch über den hervorragenden Erfolg der „Kleinen Braumeister-Tour“, bei der Kindern mit Experimenten anschaulich und pädagogisch geschickt die Braukunst nahegebracht wird.

Auf die Auszeichnung „Attraktiver Arbeitgeber“ des Landes Rheinland-Pfalz, die Verleihung des deutschen Nachhaltigkeitspreises und zahlreicher nationaler und internationaler Qualitäts-Medaillen erfüllen die rund hundert Mitarbeiter, darunter 13 Azubis und einige Leute in dualer Ausbildung, mit Stolz. Zwei glückliche Gewinner werden im April auf eine einwöchige Weltreise nach New York, Hawaii, Sydney, Shanghai und London geschickt werden, wo die Preise ausgelobt wurden.

Jens Geimer betont, dass man sich nicht am ausschließlichen Sparbemühen der Brau-Industrie beteiligen, sondern als Slow Brewer weiterhin auf solide Qualität setzen und in persönlichen Service und menschliche Kontakte investieren werde. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, wertorientiert und engagiert zu arbeiten im Interesse der eigenen Arbeitsplätze, sei das Ergebnis gemeinschaftlicher hierarchie- und abteilungsübergreifender Konferenzen, bei denen die Werte von allen gemeinsam entwickelt wurden. So entstand ein ausgeprägtes Wir-Gefühl, das die inhabergeführte Familienbrauerei durch die zu erwartenden Widrigkeiten weiterhin auf Erfolgskurs halten soll. htv



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