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Pressemitteilung vom 18.01.2026    

Cyberangriffe auf Kommunen in Rheinland-Pfalz - Schwachstellen und Personalmangel

Die IT-Systeme von Gemeinden und Städten in Rheinland-Pfalz sind zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Experten warnen vor den Gefahren durch Sicherheitslücken und unzureichende Ressourcen.

Symbolbild (Quelle: Pixabay)

Rheinland-Pfalz. "Hacker greifen fast täglich die IT unserer Gemeinden und Städte an", warnt der Gemeinde- und Städtebund. Der Rhein-Pfalz-Kreis, Ludwigshafen und Trier sind nur einige Beispiele für rheinland-pfälzische Kommunen, die von Cyberangriffen bereits betroffen waren. Die Folgen sind gravierend: Internetauftritte bleiben offline, oft dauert es Wochen, bis alles wieder funktioniert. Die Bürger können in dieser Zeit keine Online-Dienstleistungen nutzen.

Christian Wild, Geschäftsführer der Firma Iconag Leittechnik aus Idar-Oberstein, erklärt, dass viele Kommunen ihre IT an externe Dienstleister ausgelagert haben. Dies erschwert eine schnelle Reaktion bei Angriffen. Er erinnert an einen Fall in Nordrhein-Westfalen, wo 2023 ein Hackerangriff die IT-Infrastruktur von 70 Kommunen monatelang lahmlegte. Wild betont, dass es an Personal und finanziellen Mitteln für die IT-Sicherheit fehlt, obwohl strengere Vorgaben für sogenannte OT-Systeme bestehen.

Abgeflossene Daten tauchten im Darknet auf
Täter suchen gezielt nach Schwachstellen und spielen Schadsoftware auf, um Geld zu erpressen. Daten, die im Oktober 2022 bei einem Angriff abflossen, tauchten im Darknet auf. Die betroffene Verwaltung musste monatelang im Notbetrieb arbeiten.

"Es ist nicht so, dass sich jemand hinsetzt und sagt: Ich hacke jetzt die Stadt Mainz", erklärt Wild. Vielmehr nutzen Täter Roboter, die im Netz nach Schwachstellen suchen. Besonders kleinere Kommunen sind gefährdet, da sie oft nicht über ausreichend Ressourcen verfügen.



Moritz Petry, Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, hebt hervor, dass qualifiziertes Personal für Cybersicherheit schwer zu finden ist. Aufgrund rechtlicher Vorgaben und des strengen Blicks des Rechnungshofs sind die Einstellungsmöglichkeiten begrenzt. Petry plädiert für mehr Kooperationen zwischen Kommunen und externen Partnern, um die IT-Sicherheit zu verbessern.

Nur wenige Kommunen führten Security-Checks des Landes durch
Das Land Rheinland-Pfalz bietet Kommunen Cybersecurity-Checks an, jedoch nehmen bisher nur 79 von landesweit mehr als 2.000 Kommunen das Angebot wahr. Petry fordert mehr Unterstützung durch das Land, insbesondere im Präventionsbereich. Ein zentrales Krisenmanagement könnte helfen, Geschäftsprozesse im Störungsfall zu erhalten.

Wild betont, dass es nicht schwierig sei, Systeme sicherer zu machen. Es beginne mit vernünftigen Passwörtern und der richtigen Konfiguration von Routern. Wichtig sei, nicht zu viele Ports zu öffnen und nur das Nötigste zu erlauben. "Das ist keine Raketenwissenschaft", sagt Wild.
(dpa/bearbeitet durch Red)


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