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Nachricht vom 19.01.2026    

Elvis Presley und deutsche Nachkriegsgeschichte im Elvis Museum in Kircheib

Von Wolfgang Rabsch

Hochbetrieb herrschte am gestrigen Sonntag (18. Januar 2026) wieder einmal im Elvis Museum in Kircheib. Zwei besondere Anlässe waren der Grund, dass Fans und politisch Interessierte, teilweise von weit her, sich auf den Weg nach Kircheib begaben.

Impressionen. (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Kircheib. Im Elvis Museum in Kircheib fand zum einen die Sonderausstellung "Cold War – Aspekte" statt, mit dem Untertitel "Rock-n- Roll und Wirtschaftswunder im Schatten des Kalten Krieges". Die Bedeutung dieser Ausstellung wurde vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz anerkannt und gefördert. Zum anderen feierte Jonny Winters, der zusammen mit seiner Ehefrau Irma Stanton das Elvis Museum in Kircheib betreibt, am 18. Januar seinen Geburtstag.

Was bedeutet der "Kalte Krieg"?
Als "Kalter Krieg" (Cold War) wird der Konflikt zwischen den Westmächten, unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem sogenannten Ostblock, unter Führung der Sowjetunion nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. Als Dauer des "Kalten Krieges" gilt die Nachkriegszeit von 1945 bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991. Genau in diese Zeit fiel die Entstehung des Rock’n’Rolls, der von Amerika über den Atlantik auch das Nachkriegsdeutschland begeisterte. Superstar des Rock’n’Rolls war in den 50er und 60er Jahren Elvis Presley, der von Oktober 1958 bis März 1960 in Friedberg/Hessen für die US-Army seinen Wehrdienst leistete.

So war es naheliegend, da eine zeitliche Verbindung zwischen Elvis Presley und dem "Kalten Krieg" existierte, diese durch eine umfangreiche Sonderausstellung zu belegen. "Wir waren selbst Kinder des Kalten Krieges", sagt Jonny Winters. "Wir haben es erlebt, sind in der Zeit aufgewachsen, haben unsere jungen Jahre so verbracht und es hat unser Leben begleitet."

Die Ausstellung zeigt, wie Kultur die Menschen verband, lange bevor es das Internet gab. Zeitzeugen werden rar, und genau das ist Irma Stantons und Jonny Winters ein Anliegen. "Wann lernen wir am besten aus der Geschichte? Wenn wir sie selbst erlebt haben. Wenn wir sie mit eigenen Worten weitergeben können", sagt Irma Stanton zutreffend. Durch die Authentizität der Ausstellung sind Besucher in der Lage, sich in die 50er und 60er Jahre zurückzuversetzen und das Lebensgefühl der damaligen Zeit nachzuempfinden.

Der "Kalte Krieg" war eine reale Bedrohung
Die Kriegsgefahr hatten die Bewohner des damaligen Westdeutschlands täglich vor Augen. Jenseits der sogenannten Demarkationsgrenze zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) standen die russischen Panzer, die Kanonen in Richtung Westen gerichtet. Was heute die wenigsten wissen, ist die Tatsache, dass die DDR vor ihrer Umbenennung "Sowjetisch besetzte Zone" (SBZ) hieß. In der Sonderausstellung sind auch Berichte zu finden, die den damaligen Volksaufstand in der DDR gegen die sowjetische Besatzungsmacht am 17. Juni 1953 dokumentieren. Der friedliche Aufstand wurde von sowjetischen Panzern brutal niedergeschlagen.



Hinter der Sonderausstellung im Elvis Museum steht der Verein "Freunde des Elvis Museums e.V.", dessen Vorsitzende Irma Stanton ist. Irma Stanton: "Ohne die tatkräftige Unterstützung der Vereinsmitglieder wäre es unmöglich gewesen, die Sonderausstellung zu präsentieren. Der Verein zählt etwa 100 Mitglieder, die überwiegend aus der Region Westerwald kommen, aber auch aus dem Umfeld von Köln/Bonn und Frankfurt. In unserer Vereinssatzung sind Kultur und Kunst als Zweck des Vereins angegeben, wir besitzen auch das Zertifikat der Gemeinnützigkeit. Für das schöne Kuchenbuffet zu Jonnys Geburtstag, waren ebenfalls Mitglieder des Vereins verantwortlich."

Geburtstag und Geschichte - das passte zusammen
Während Hans Gerd Steinacker und Felix Guttenberg die politisch interessierten Besucher durch die Ausstellung führten und mit Informationen versorgten, fand nebenan die Geburtstagsfeier für Jonny Winters statt. Wie es sich für ein Geburtstagskind gehört, wurde Jonny mit Geschenken regelrecht überhäuft. Da er nicht allzu viel von Formalitäten hält, bedankte er sich auf musikalische Art bei seinen Fans. Er spielte und sang Hits von Elvis, zum Beispiel "Jailhouse Rock", "Hound Dog" oder "Heartbreak Hotel", die begeistert gefeiert wurden.

Alfred aus Frankfurt, ein glühender Verehrer von Elvis Presley, brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: "Das Wirtschaftswunder war ein materieller Aufbruch, Elvis und der Rock’n’Roll waren ein kultureller Aufbruch. Gemeinsam gaben sie der jungen Bundesrepublik ein neues Selbstbewusstsein. Die Ausstellung zeigt, wie eng diese Themen miteinander verwoben waren und wie Musik, Politik und Alltag sich gegenseitig beeinflussten, auch wie ein junger Mann (Elvis) aus Tupelo zu einem Teil deutscher Geschichte wurde."

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, beide Veranstaltungen miteinander zu kombinieren, indem sie einfach von einem Raum in den anderen wechselten.

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 31. Januar zu besichtigen, immer sonntags während der Öffnungszeiten des Elvis Museums von 11 Uhr bis 18 Uhr in der Röttgenstraße 6 in Kircheib. Außerhalb der sonntäglichen Öffnungszeiten sind Besuche der Sonderausstellung nur nach vorheriger Anmeldung möglich unter der Telefonnummer 0172-1094244. (WR)


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