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Pressemitteilung vom 21.01.2026    

Sparkassenverband äußert Bedenken zu digitalem Euro

Der rheinland-pfälzische Sparkassenverband steht der Einführung eines digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB) skeptisch gegenüber. Verbandspräsident Thomas Hirsch kritisiert hohe Kosten und sieht keinen klaren Nutzen für die Kunden.

EZB. (Foto: Boris Roessler/dpa)

Mainz. Der rheinland-pfälzische Sparkassenverband betrachtet die von der Europäischen Zentralbank geplante Einführung eines digitalen Euro als Ergänzung zum Bargeld mit Skepsis. Präsident Thomas Hirsch äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Mainz, dass das Projekt noch viele ungeklärte Fragen aufwerfe und mit erheblichen Kosten verbunden sei, ohne dass ein Mehrwert für die Kundinnen und Kunden deutlich werde. Die EZB plant, den digitalen Euro ab 2029 einzuführen, obwohl eine politische Einigung in Europa noch aussteht. Bereits im Oktober 2025 hatte der Zentralbankrat beschlossen, die Vorbereitungen fortzusetzen. Die EZB schätzt die Kosten bis 2029 auf etwa 1,3 Milliarden Euro für das Eurosystem, wobei andere Schätzungen laut Hirsch deutlich höher liegen. Hinzu komme der Integrationsaufwand bei den einzelnen Banken.

Antwort auf Paypal, Mastercard, Visa und Co.?
Verbraucher könnten den digitalen Euro in einer Wallet gutgeschrieben bekommen und rund um die Uhr in Sekundenschnelle, beispielsweise per Smartphone, bezahlen. Die Euro-Notenbanken wollen damit privaten Anbietern wie Paypal, Mastercard und Visa, die den europäischen Markt dominieren, ein eigenes Angebot entgegensetzen. Hirsch wies darauf hin, dass europäische Banken, darunter die Sparkassen, mit "Wero" bereits ein solches Bezahlsystem realisiert hätten. Zudem sei fraglich, ob ein digitaler Euro reibungslos funktioniere. "Wenn alle sich bis zu 3.000 Euro von ihrem Girokonto in die Wallet laden, dann ist dieses Geld dem Kreislauf entzogen, wie als wenn sie es als Bargeld in der Hosentasche haben", erklärte Hirsch. "Das heißt, das steht auch für den Bankkreislauf nicht mehr zur Verfügung." Vorab müsse sichergestellt werden, dass das Finanzsystem weiter stabil bleibe.




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Wird der Kontrolleur zum Mitanbieter?
Es gibt Überlegungen, die Abwicklung des digitalen Euro über die EZB laufen zu lassen. "Das heißt, am Ende wäre die EZB nicht mehr nur Zentralbank und Bankaufsichtsbehörde, sondern auch eine Art Retailbank für den digitalen Euro", betonte Hirsch. Er stellte die Frage, wie jemand den Bankbereich beaufsichtigen soll und gleichzeitig Mitanbieter ist. "Wie machen die das dann mit den unterschiedlichen Hüten, die sie bei der EZB gleichzeitig aufhaben sollen?", fragte Hirsch. (dpa/bearbeitet durch Red)


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