Realschule Plus Daaden: 18.700 Euro für SOS-Kinderdörfer weltweit
Von Samuel Schneider
Die Hermann-Gmeiner-Realschule Plus Daaden übergab am Dienstag, dem 27. Januar, einen Spendenscheck in Höhe von 18.700 Euro an die SOS-Kinderdörfer weltweit. Das Geld stammt vom SOS-Basar im November 2025. Zeitgleich steht die Schule im Umbruch: Eine Namensänderung wird auf den Weg gebracht.
Daaden. Am Dienstag, 27. Januar, herrschte in der Realschule Plus Daaden besondere Stimmung: Vor der offiziellen Scheckübergabe hielt Petra Sorge-Booms, Regionalleiterin der SOS-Kinderdörfer weltweit, eine kurze Rede und beantwortete die Fragen der Schüler. Anschließend nahm sie den Spendenscheck in Höhe von 18.700 Euro entgegen, den Schulleiter Thomas Giehl gemeinsam mit Lehrkräften und Schülern überreichte.
Die Summe stammt aus dem traditionellen SOS-Basar, der alle zwei Jahre am Wochenende vor dem ersten Advent auf dem Schulgelände stattfindet. Der Erlös kommt einem SOS-Kinderdorf in Guatemala zugute.
Seit 1974 ist der SOS-Basar fester Bestandteil des Schullebens. Nur durch die Corona-Zeit fiel er für fünf Jahre aus und wurde erst 2023 wiederbelebt — in jenem Jahr wurde mit 28.000 Euro sogar ein neuer Rekord erzielt. Insgesamt kamen seit der ersten Veranstaltung rund 350.000 Euro für SOS-Kinderdörfer weltweit zusammen.
Hinter diesem Erfolg steht ein großes Netzwerk von Beteiligten: Die Planungen begannen bei den Lehrkräften und der Schulleitung bereits rund eineinhalb Jahre vor dem Basar, unterstützt von Eltern und Schülern. Vereine wie der Karnevalsverein Herdorf, das DRK Daaden, der Turnverein Daaden, die Freiwillige Feuerwehr Daaden-Herdorf und der Geschichts- und Heimatverein Daadener Land waren beim Basar vor Ort präsent und trugen mit Ideen, Personal und Aktionen zum Gelingen bei. Für die Verpflegung sorgte der Förderverein gemeinsam mit der Elternvertretung, unter anderem mit einem großen Imbiss während des Basars.
Ein besonderes Highlight war die Altgerätesammlung, bei der Familien und Schüler ausgediente Geräte zusammentrugen, die dann kostenlos von einer Recyclingfirma abgeholt wurden – den Erlös übernahm ebenfalls die gemeinnützige Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit. Die regionale Wirtschaft steuerte zusätzlich Geld- und Sachspenden bei – eine Tombola und Losbude bot Gewinnchancen und sorgten für zusätzliche Einnahmen.
Leitender Koordinator Ulrik Upgang lobte das Engagement: „Tolles Teamwork auf allen Ebenen. Ohne diesen Zusammenhalt wäre so etwas nicht möglich.“ Schulleiter Thomas Giehl betonte, dass der Basar weit mehr sei als eine reine Spendensammlung – er sei ein soziales Ereignis, das Menschen aus Daaden, Herdorf und der weiteren Umgebung zusammenbringe. Des Weiteren betonte er: „Das, was wir auf die Beine stellen, ist absolut einmalig – es macht unsere Schule aus.“
Die Realschule Plus Daaden legt großen Wert auf soziales Engagement. Neben der Unterstützung internationaler Hilfsprojekte wie den SOS-Kinderdörfern pflegt die Schule auch langjährige Kontakte zur Lebenshilfe Steckenstein: So fahren Schüler und Lehrkräfte nach Steckenstein zu Scheckübergaben, während die Bewohner und Mitarbeitenden der Lebenshilfe die Realschule Plus in wechselnden Abständen besuchen – für Schulrundgänge, gemeinsames Frühstück und verschiedene Aktivitäten.
Namensänderung im Umbruch
Die Schule steht derzeit nicht nur wegen ihres sozialen Engagements im Fokus, sondern auch wegen eines bedeutenden Wandels: Seit den 1980er Jahren trägt sie den Namen „Hermann-Gmeiner-Realschule Plus Daaden“, benannt nach dem Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner. Dieser Name ist aktuell noch offiziell, doch eine Umbenennung ist in Vorbereitung.
Ende Oktober 2025 wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Gmeiner öffentlich. Die SOS Kinderdörfer bestätigten, dass gegen den 1986 verstorbenen Österreicher glaubhafte Anschuldigungen wegen sexueller und physischer Übergriffe an mindestens acht männlichen ehemaligen Kindern und Jugendlichen vorliegen, die in der Zeit zwischen den 1950er und 1980er Jahren an mehreren Standorten in Österreich stattgefunden haben sollen. Die betreffenden Fälle waren über Jahre in internen Opferschutzverfahren bekannt, wurden jedoch erst Ende Oktober 2025 publik. Diese Enthüllungen stellen einen großen Schock für die gesamte Schulgemeinschaft dar.
In Reaktion darauf berief die Schule Anfang November eine Gesamtkonferenz aus Lehrern, Eltern und Schülern ein, um über eine Namensänderung zu beraten. Der Antrag auf Änderung wurde an die Kreisverwaltung, den Träger der Schule, gestellt. Auch andernorts wird über die Entfernung des Namens Gmeiner aus dem öffentlichen Raum diskutiert.
Schulvertreter betonen, dass es keine Entscheidung gegen die SOS Arbeit an sich gebe: „Wir würdigen weiterhin die Hilfe und Unterstützung, die SOS Kinderdörfer weltweit leisten. Unsere Namenswahl soll künftig Werte widerspiegeln, die wir als Gemeinschaft vertreten.“
Blick auf SOS-Kinderdörfer weltweit
Die SOS-Kinderdörfer weltweit sind eine internationale Hilfsorganisation, die sich seit Jahrzehnten für den Schutz, die Betreuung und die Zukunft von Kindern in Not einsetzt. In über 130 Ländern unterstützt SOS Familien, fördert Bildung, Gesundheit und Integration und schafft sichere Lebensräume für Kinder, die sonst ohne familiäre Strukturen aufwachsen müssten.
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