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Pressemitteilung vom 29.01.2026    

Wohnungsnot im Kreis Altenkirchen: Junge und Alte besonders betroffen

Jüngere und ältere Menschen stehen auf dem Wohnungsmarkt im Kreis Altenkirchen vor großen Herausforderungen. Der aktuelle "Soziale Wohn-Monitor" des Pestel-Instituts zeigt die Problematik deutlich auf. Gordon Deneu von der IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach fordert konkrete Maßnahmen zur Entlastung.

Herzenssache Wohnungsbau. (Foto: IG BAU/Nils Hillebrand)

Altenkirchen. Jüngere und ältere Menschen geraten zunehmend unter Druck, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. "Etliche der rund 1.520 Azubis im Landkreis Altenkirchen wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz freiwillig. Denn eine eigene Wohnung können sie sich oft nicht leisten", erklärt Gordon Deneu von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Der Wohnraummangel wird für Auszubildende immer mehr zum Problem, wie der aktuelle "Soziale Wohn-Monitor" vom Pestel-Institut zeigt, den die IG BAU in Auftrag gegeben hat.

Gordon Deneu betont die Tragik der Lage: "Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können." Er warnt davor, dass dies negative Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben könnte. Daher fordert er Unterstützung beim Neubau von Azubi-Wohnungen durch Bund und Land Rheinland-Pfalz, insbesondere in der Nähe von Ausbildungszentren. Steueranreize könnten ebenfalls helfen, wenn Betriebe ihren Auszubildenden Wohnraum bereitstellen.

Armut im Alter
Zudem warnt die Gewerkschaft vor "Wohnarmut im Alter", besonders für die geburtenstarken Jahrgänge, die bis 2035 in Rente gehen werden. Viele dieser sogenannten Baby-Boomer hätten aufgrund niedriger Löhne und Phasen der Arbeitslosigkeit nur geringe Rentenansprüche. "Wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können: Sie wohnen sich regelrecht arm", so Deneu.



6.600 zusätzliche Sozialwohnungen fehlen in Rheinland-Pfalz
Der "Soziale Wohn-Monitor" nennt als Ziel die Verdopplung der Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts. Für Rheinland-Pfalz bedeutet das konkret 6.600 zusätzliche Sozialwohnungen pro Jahr. Um diese Zielmarke zu erreichen, sei eine intensive Förderung durch Bund und Land notwendig. "Die Fördergelder des Bundes müssen dabei schon gleich zum Baubeginn bereitstehen", fordert Deneu. Auch das "Erleichterte Bauen" könne helfen, kostengünstiger und effizienter Sozialwohnungen zu schaffen.

Eine öffentliche Statistik über den Bau von Sozialwohnungen sei ebenfalls wichtig. "Es ist wichtig, zu wissen, wo in Rheinland-Pfalz wie viele Sozialwohnungen pro Monat neu gebaut worden sind", sagt Deneu abschließend. (PM/Red)


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