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Nachricht vom 30.01.2026    

Blutspendedienste in Rheinland-Pfalz warnen vor erneuten Engpässen

Die Situation der Blutreserven in Rheinland-Pfalz bleibt angespannt. Trotz einer jüngsten Welle an Spenden könnte es ohne neue und regelmäßige Spender bald wieder zu Engpässen kommen.

Blutbank. Foto: Marcel Kusch/dpa

Mainz/Bad Kreuznach. Täglich werden in Rheinland-Pfalz etwa 800 Blutspenden benötigt, berichtet der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Doch seit Wochen sind die Reserven knapp. Vor rund drei Wochen wurde sogar der Notstand ausgerufen. Es fehlt nicht nur kurzfristig, sondern ganzjährig an Spendern. Von den rund 4,1 Millionen Einwohnern spenden lediglich 86.000 Menschen regelmäßig Blut - ein Rückgang im Vergleich zu 2024, als es noch 89.900 waren. Der Generationswechsel ist ein Grund dafür: Viele langjährige Spender aus der Babyboomer-Generation werden selbst zu Empfängern, während in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen zu wenige Menschen Blut spenden. Dieses Problem besteht seit Jahren, hat jedoch immer größere Auswirkungen, so ein DRK-Sprecher.

Grippewellen und das winterliche Wetter erschweren zusätzlich die Lage. Grippeinfektionen hindern viele Spender daran, ihre Termine wahrzunehmen. Nach Fieber oder Antibiotikabehandlungen müssen Menschen zwei bis vier Wochen warten, bevor sie erneut spenden können. Auch das Personal ist betroffen, was teilweise zu abgesagten Spendertagen führt. Winterliches Wetter mit ausgefallenen Heizungen und schwierigen Straßenverhältnissen verhindert ebenfalls, dass Menschen ihre Termine wahrnehmen. "Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Sturm oder Schnee automatisch mehr Blutempfänger erzeugen - im Gegenteil, solche Bedingungen verhindern die Spende", erklärt der DRK-Sprecher. Die Zahl der Empfänger bleibt konstant, Engpässe entstehen vielmehr durch Schwankungen bei den Spenderzahlen.

Auch große Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele oder Fußball-Weltmeisterschaften beeinflussen die Spenderzahlen negativ. "Die Menschen sitzen dann alle nur noch vor dem Fernseher, statt ihre Spendentermine wahrzunehmen", berichtet ein Arzt der Transfusionszentrale in Mainz.

Das DRK-Blutspendezentrum West, zuständig für Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen, lagert in Bad Kreuznach zu jeder Zeit einen optimalen Vorrat von vier bis fünf Tagen, etwa 4.000 Blutkonserven. Bei Engpässen kann dieser Vorrat auf zehn bis zwölf Tage gestreckt werden. Zum Zeitpunkt des Notstands reichten die Bestände einzelner Blutgruppen gerade einmal noch für 1,3 Tage. Besonders die Blutgruppen 0- und A- sind knapp. Mittlerweile konnte der Vorrat auf etwa zwei Tage gesteigert werden.




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Beim Katholischen Klinikum Koblenz/Montabaur führte der Notstand zu keinen größeren Auswirkungen, da die Blutkonserven vom DRK West bezogen werden. Auch die Transfusionszentrale der Mainzer Universitätsmedizin war vom Engpass betroffen. Bereits eine Woche vor dem offiziellen DRK-Notstand waren dort die Vorräte knapp. Dank kurzfristiger Spendenaufrufe konnten alle Eingriffe planmäßig erfolgen. "Wir sind so aufgestellt, dass Notfälle zu jeder Zeit vollumfänglich versorgt werden können", betont Roland Conradi, leitender Oberarzt der Transfusionszentrale. Lokale Engpässe könnten stets über die nationale Versorgung ausgeglichen werden.

In Deutschland gibt es ein System, das bei nationalen Engpässen auch die Zusammenarbeit mit Nachbarländern umfasst, sodass Notfallreserven stets verfügbar sind, wie der Sprecher vom DRK-Blutspendedienst West erklärt. "Die Lagerbestände entspannen sich nur langsam wieder", sagt er. Die jüngste Zunahme an Spenden habe zwar geholfen, doch in den nächsten Wochen drohe erneut ein Engpass.

Bei einem kurzfristigen Anstieg der Spenden stoßen Spendenzentren an Kapazitätsgrenzen. Zusätzliches Personal wird benötigt, und nicht alle Spender können am selben Tag berücksichtigt werden. Laut DRK werden rund zehn Prozent der bereitwilligen Spender täglich aufgrund ärztlicher Entscheidungen wieder weggeschickt. Auch die Weiterverarbeitung von Blutspenden, etwa in Europas größter Transfusionszentrale des DRK in Hagen, ist stark ausgelastet. Aufgrund der teils kurzen Haltbarkeit der Spenden muss die Weiterverarbeitung innerhalb von 24 Stunden erfolgen, erklärt das DRK.

Im Kern fehlt es an Erstspendern und einer verlässlichen Spenderroutine. Ohne kontinuierliche Beteiligung bleibt die Lage phasenweise kritisch, betont der DRK-Sprecher. "Wir müssen mehr Menschen motivieren, regelmäßig Blut zu spenden." (dpa/bearbeitet durch Red)


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