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Pressemitteilung vom 01.02.2026    

Rheinland-Pfälzische Unternehmer fordern neue Strategien für den Export

Die rheinland-pfälzischen Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen im internationalen Handel. Angesichts wachsender Unsicherheiten verlangen sie eine stärkere Ausrichtung auf neue Märkte und eine aktivere Außenwirtschaftspolitik.

LVU-Präsident Johannes Heger. (Foto: Helmut Fricke/dpa)

Mainz. Die Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) sieht in den aktuellen globalen Handelsbedingungen eine tiefgreifende Veränderung der Weltwirtschaft. "Zölle, Handelskonflikte und blockierte Freihandelsabkommen sind kein kurzfristiges Phänomen", erklärte Johannes Heger, Präsident der LVU, in Mainz. Rheinland-Pfalz ist stark exportorientiert, wobei rund 60 Prozent des Warenexports von den Branchen Chemie, Pharma, Automobil und Maschinenbau getragen werden.

Rund jeder zweite Euro der Wirtschaftsleistung des Bundeslandes hängt direkt oder indirekt vom Auslandsgeschäft ab. Unternehmen reagieren daher sensibel auf handelspolitische Unsicherheiten, die durch geopolitische Spannungen verstärkt werden. Als Beispiele nannte Heger die Zollpolitik der USA und Verzögerungen beim EU-Mercosur-Abkommen. Solche Unsicherheiten beeinflussen Wertschöpfungsketten und Investitionsentscheidungen unmittelbar.

Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das Mercosur-Abkommen juristisch prüfen zu lassen, wird von der Wirtschaft als problematisch angesehen. "Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung brauchen wir mehr und nicht weniger handelspolitische Offenheit", betonte Heger. Das Abkommen könnte langfristige Chancen für wichtige Industriebranchen in Rheinland-Pfalz bieten.



Trotz der Risiken sieht Heger auch Chancen im geopolitischen Wandel. Die technologisch starken und international erfahrenen Unternehmen aus Rheinland-Pfalz könnten durch die Erschließung neuer Märkte in Lateinamerika, Indien, Afrika oder dem Indopazifik Abhängigkeiten reduzieren und ihre Resilienz stärken. Voraussetzung sei jedoch eine klare wirtschaftspolitische Strategie auf allen politischen Ebenen.

Besondere Bedeutung misst die LVU der Außenwirtschaftsförderung des Landes bei. Programme wie "RLP International" bieten gerade kleinen und mittleren Betrieben Unterstützung, um neue Märkte zu erschließen. In Zeiten des geopolitischen Umbruchs sei es wichtig, diese Instrumente gezielt zu nutzen und auszubauen.

Gleichzeitig warnte Heger vor zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen: "In einer wirtschaftlich ohnehin schwierigen Lage mit schwacher Nachfrage, hohen Energiepreisen und wachsender Bürokratie können wir uns keine weiteren Standortnachteile leisten." Schnelle Genehmigungsverfahren, weniger Regulierung und mehr Planungssicherheit seien entscheidend. (dpa/bearbeitet durch Red)


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