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Pressemitteilung vom 02.02.2026    

Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung: SOLWODI fordert stärkeren Schutz

Anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar 2026 macht die Frauenrechtsorganisation SOLWODI auf die anhaltende Bedrohung von Frauen und Mädchen aufmerksam. Die Organisation fordert wirksamere Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen.

Trauma durch Beschneidung - inzwischen tausendfach in Deutschland. (Foto: Anette Heines)

Koblenz. Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und Form geschlechtsspezifischer Gewalt, die auch in Deutschland ein Thema ist. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI, betont: "Weibliche Genitalverstümmelung ist keine ferne Praxis, sondern betrifft Frauen und Mädchen hier und heute - auch mitten in unserer Gesellschaft." Der im November 2025 veröffentlichte Bericht der Prognos AG zeigt, dass in Deutschland fast 123.000 Frauen und Mädchen aus 31 Herkunftsländern leben, die von FGM/C betroffen sind oder denen diese droht (Stand: 31. Dezember 2024). Schätzungen zufolge sind rund 86.500 Frauen bereits betroffen, während etwa 11.100 Mädchen potenziell bedroht sind und bis zu 25.000 als gefährdet gelten.

Die gesundheitlichen und psychischen Folgen von FGM/C sind oft lebenslang und umfassen schwere Schmerzen, chronische Infektionen, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sowie tiefe Traumatisierungen. Gleichzeitig wird die Selbstbestimmung der Betroffenen erheblich eingeschränkt. Im Jahr 2025 betreute SOLWODI bundesweit 88 Klientinnen, bei denen eine Genitalverstümmelung bereits erfolgt war oder konkret drohte.

Geflüchtete Frauen in Deutschland schützen
SOLWODI fordert insbesondere die Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe wie FGM/C in Asylverfahren. Frauen und Mädchen sollten ihre Fluchtgründe in einem geschützten Rahmen darlegen können, begleitet von geschultem Fachpersonal. Prävention und früher Schutz gefährdeter Mädchen, etwa durch mehrsprachige Informationsangebote für Familien, sind ebenfalls zentral. Eine flächendeckende Sensibilisierung von Fachkräften aus Medizin, Justiz und Sozialarbeit ist notwendig, um Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln. Auch an den europäischen Außengrenzen müssen Frauen, die vor geschlechtsspezifischer Gewalt fliehen, wirksam geschützt werden.



Maria Decker unterstreicht: "Es reicht nicht, FGM/C symbolisch zu verurteilen. Frauenrechte müssen praktisch durchgesetzt werden durch klare Zuständigkeiten, verbindliche Standards und politischen Willen." Der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung ist ein wichtiger Anlass, um Aufmerksamkeit zu schaffen. (PM/Red)

Warum werden Mädchen in Deutschland beschnitten?
In vielen Ländern der Welt werden Mädchen beschnitten, wobei die Klitoris sowie die kleinen und manchmal auch die großen Schamlippen ganz oder teilweise entfernt werden. Diese Eingriffe sind oft lebensgefährlich und führen zu einer Verstümmelung der Geschlechtsorgane. Viele Frauen leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser Praxis.

In Deutschland ist die weibliche Genitalverstümmelung verboten. Dennoch gibt es hier aufgrund von Zuwanderung und Flucht immer mehr betroffene Mädchen und Frauen. Die weibliche Genitalverstümmelung wird in einigen Kulturen als Mittel zur Kontrolle der weiblichen Sexualität angesehen. Von Frauen wird erwartet, dass sie die Ehre der Familie bewahren und jungfräulich in die Ehe gehen. Um dies sicherzustellen, wird die Beschneidung durchgeführt.

Weiterhin spielt das Brautgeld in einigen Regionen eine Rolle, da es sich nach dem Grad der Verstümmelung richtet. In vielen Teilen Afrikas gelten weibliche Genitalien als hässlich. Ein unbeschnittenes Mädchen darf daher viele Tätigkeiten im Haushalt nicht ausführen, wie beispielsweise das Zubereiten von Essen für Männer. Durch die Beschneidung wird das Mädchen als rein und als "richtige Frau" angesehen. (Red)


Mehr dazu:   Gesellschaft   Umwelt & Gesundheit  
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