Pressemitteilung vom 06.02.2026 
GEW Altenkirchen stärkt Resilienz gegen Hass an Schulen und Kitas
Antisemitische, rassistische und demokratiefeindliche Vorfälle nehmen zu. Die GEW Altenkirchen reagiert darauf mit einem Aufruf zur Stärkung der Resilienz in Schulen und Kitas.
Kreis Altenkirchen. Antisemitismus, Rassismus und demokratiefeindliche Angriffe erreichen zunehmend Schulen und Kitas im Landkreis Altenkirchen. Beschäftigte berichten von wachsendem Druck, wenn sie Vorfälle benennen, Grenzen setzen und Haltung zeigen. Der GEW-Kreisverband Altenkirchen ruft deshalb dazu auf, die Resilienz im pädagogischen Alltag gezielt zu stärken - in Schule, Kita, Ganztag und in der Elternarbeit - und bietet Unterstützung und Beratung durch das GEW-Team vor Ort an.
"Wenn Lehrkräfte eingeschüchtert werden, ist das ein Angriff auf den Schutzraum Schule. Wir sagen klar: Wer Menschenwürde verteidigt, handelt nicht politisch - sondern professionell und im Auftrag der Verfassung", erklärt Heribert Blume aus dem Vorstandsteam der GEW Altenkirchen. Aus Sicht der GEW ist der verfassungsrechtliche Kern eindeutig: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Dieser Satz gilt uneingeschränkt und muss im Alltag verteidigt werden, wenn er durch Ausgrenzung, Diskriminierung oder Hetze infrage gestellt wird. Die GEW betont, dass Schulen keine neutralen Räume gegenüber Demokratie- und Menschenfeindlichkeit sind. Sie haben den Auftrag, junge Menschen zur Mündigkeit zu begleiten und sie gegen Hass und Ausgrenzung zu stärken.
Verunsicherung im Kollegium
In Kollegien wächst die Verunsicherung. Der Kreisverband beobachtet, dass Lehrkräfte, die rassistische Übergriffe, queerfeindliche Vorfälle oder Antisemitismus thematisieren, nicht selten Schweigen, Wegschauen oder persönliche Anfeindungen erleben. Hinzu kommen Hass in sozialen Medien, Denunziation und das "An-den-Pranger-Stellen". Häufig wird dabei der Vorwurf einer Verletzung des Neutralitätsgebots erhoben - nicht selten als Druckmittel, um demokratisches Engagement in Bildungseinrichtungen zu delegitimieren.
"Wir erleben im Alltag, wie schnell aus Sprüchen Ausgrenzung wird - und wie sehr es darauf ankommt, sofort Grenzen zu setzen. Haltung zeigen ist kein Risiko: Es schützt Kinder und stärkt unsere Schule als Ort der Demokratie", sagt Kevin Lenz, Lehrkraft an einer Schule im Landkreis und Mitglied des Vorstandsteams.
Unterstützung aus der Politik
Die GEW Altenkirchen betont, dass parteipolitische Werbung in Schule und Kita tabu ist und der Beutelsbacher Konsens gilt. Neutralität bedeutet jedoch nicht Haltungslosigkeit. Der Bildungsauftrag verlangt eine klare Orientierung an Grund- und Menschenrechten und den Prinzipien der Demokratie - fachübergreifend und im gesamten Alltag. Dazu gehören insbesondere Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaat und Gewaltenteilung. Rückendeckung für diesen Auftrag kommt auch aus der Landespolitik: In einem Schreiben hat Bildungsminister Sven Teuber die Rolle der Schule als Ort der Demokratie und den Schutz der Menschenwürde ausdrücklich betont.
In diesem Kontext steht auch die Petition "Schule zeigt Haltung - Lehrkräfte stärken gegen Hass und Hetze". Sie wurde von einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften und Organisationen angestoßen und fordert klare Leitlinien, Rechtssicherheit, tragfähige Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sowie mehr Ressourcen für politische Bildung und demokratische Schulentwicklung.
"Resilienz entsteht nicht durch Appelle, sondern durch Strukturen: klare Abläufe, starke Teams und verlässliche Unterstützung. Im Kreis Altenkirchen steht die GEW an der Seite der Kollegen - von der ersten Beratung bis zur abgestimmten Kommunikation", betont Axel Karger, Vorstand der GEW Altenkirchen sowie Schulentwickler und Medienpädagoge.
Der Kreisverband setzt dabei ausdrücklich auf den lokalen Schulterschluss. Kollegen, Teams und Personalräte können sich bei Fragen und in akuten Situationen unmittelbar an die GEW wenden - etwa wenn Anfeindungen eskalieren, Elternarbeit unter Druck gerät oder Unsicherheit über das richtige Vorgehen besteht. Der Kreisverband ist zudem regional gut vernetzt mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Organisationen, die sich für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde einsetzen. Ziel ist es, dass Schule und Kita im Landkreis Altenkirchen Schutzräume bleiben, in denen Kinder und Jugendliche sicher lernen und zu mündigen Demokraten heranwachsen können. (PM/Red)
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